Polarlichter heute
: So stehen die Nordlicht-Chancen am 2. Juni

Gibt es heute wieder Polarlichter am Himmel über Deutschland zu sehen? So stehen heute Nacht die Chancen auf Nordlichter.
Von
Nicole Züge
Berlin
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Polarlichter in Ostbrandenburg

Polarlichter in Ostbrandenburg (Archivbild). Gibt es heute Nacht auch wieder Nordlichter über Deutschland zu entdecken?

Patrick Pleul/dpa

In der Nacht auf Montag, den 2. Juni 2025, bestand in weiten Teilen Deutschlands die Möglichkeit, Polarlichter zu sehen. Auslöser war ein sogenannter koronaler Massenauswurf – ein Sonnensturm, bei dem geladene Teilchen ins All geschleudert werden und bei Kontakt mit dem Magnetfeld der Erde ein beeindruckendes Himmelsschauspiel auslösen können. Die US-Atmosphärenbehörde NOAA hatte einen solchen Ausbruch registriert.

Polarlichter am 2. Juni: Besonders hohe Chance bis in den Alpenraum

„Die Polarlichtwahrscheinlichkeit war für die Nacht zum 2. Juni außergewöhnlich hoch – selbst auf mittleren geografischen Breiten, also bis in den Alpenraum hinein“, erklärte Carolin Liefke vom Haus der Astronomie in Heidelberg. Doch wie immer gilt: Exakte Vorhersagen lassen sich kaum treffen. Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes boten insbesondere die Mitte Deutschlands sowie der Nordwesten – etwa Nordrhein-Westfalen bis hin zur Nord- und Ostsee – gute Bedingungen für Sichtungen.

KP-Wert als Polarlicht-Indikator für heute Nacht 

Ob Polarlichter in Deutschland sichtbar sind, hängt maßgeblich vom sogenannten KP-Index ab. Laut der Website spaceweatherlive.com liegt die Mindestschwelle bei einem KP-Wert von 6 für Norddeutschland, bei 7 für Städte wie Köln oder Dresden und bei 8 für den Süden, etwa München. Ab einem KP-Wert von 9 ist eine Sichtung so gut wie sicher. Apps und Webseiten liefern zwar Prognosen – doch kurzfristige Schwankungen sind möglich. Ein Blick zurück zeigt: Im Oktober 2024 kletterten die Werte innerhalb weniger Stunden von prognostizierten 5,3 auf gemessene 8 – die Folge war ein beeindruckendes Polarlicht-Spektakel.

Für die Nacht von Montag auf Dienstag (2. auf 3. Juni 2025) gehen sowohl einschlägige Apps zur Polarlicht-Vorhersage als auch das NOAA Space Weather Prediction Center nicht von weiteren Polarlichtern aus. Die Wetterlage und geomagnetische Aktivität deuten nicht auf ein neues Schauspiel am Himmel hin.

Wie entstehen Polarlichter?

Wenn hochenergetische Sonnenpartikel auf das Magnetfeld der Erde treffen, regen sie die Gasmoleküle der Atmosphäre an – es entstehen leuchtende Erscheinungen in unterschiedlichen Farben, je nach Zusammensetzung der Gase. Auslöser sind meist sogenannte koronale Massenauswürfe. Derzeit erreicht der aktuelle Sonnenzyklus (Nummer 25) sein Aktivitätsmaximum, was bedeutet: Sonneneruptionen und geomagnetische Stürme treten besonders häufig auf. Der private Weltraum-Wetterdienst Spaceweather.com geht davon aus, dass das Ereignis vom 2. Juni zu den stärkeren Ausbrüchen dieses Zyklus zählt – auch wenn es nicht die Intensität des historischen Sonnensturms vom Mai 2024 erreichte.

Mit Material von dpa.