Glatteis in Brandenburg: Darf man Streugut aus öffentlichen Behältern nehmen?

Eis und Glätte haben Brandenburg im Griff. Darf man sich privat an den Streugutbehältern der eigenen Gemeinde bedienen?
Arno Burgi / dpaDeutschland steckt tief im Winter fest. „Schuld“ daran ist ein gestörter Polarwirbel, der seit Wochen eiskalte Luft aus Sibirien schickt. In Brandenburg kam noch Eisregen dazu, der auf bereits gefrorene Böden fiel und dort seit einiger Zeit für eine dicke und vor allem glatte Eisschicht sorgt. Da Streumittel wie Sand und Salz fast überall ausverkauft sind, stellen sich viele Menschen die Frage, ob man sich als Privatperson auch aus den Streugutbehältern der eigenen Gemeinde bedienen kann.
Streugut fast überall ausverkauft
Öffentliche Streugutbehälter sind in den meisten Kommunen (noch) gefüllt. Ganz anders sieht es momentan im Handel aus: Dort sucht man aktuell größtenteils vergeblich nach Streumitteln. Sogar Streusalz, das in Brandenburg für den privaten Verbrauch in vielen Kommunen verboten ist, ist ausverkauft. Da allerdings die Streupflicht für Hausbesitzende bleibt, müssen die sich um Alternativen kümmern.
Darf man sich aus öffentlichen Streugutbehältern bedienen?
Privatpersonen dürfen sich in vielen deutschen Kommunen in haushaltsüblichen Mengen bedienen, um ihrer Räum- und Streupflicht auf öffentlichen Wegen und Straßen nachzukommen. Wer unsicher ist, sollte bei der zuständigen Gemeinde nachfragen, wie die Streugut-Entnahme geregelt ist. Die Boxen enthalten in der Regel abstumpfendes Material wie Sand, Splitt, Blähton oder ein Gemisch.
Ausnahmen gibt es aber: Ausgeschlossen von der Nutzung sind in der Regel Winterdienst-Unternehmen. Die Regelung sichert, dass ausreichend Material für private Anlieger verfügbar bleibt. Bei Unsicherheiten hilft die zuständige Stadtverwaltung weiter. Viele Kommunen listen die Standorte der Behälter zudem auf ihren Webseiten.
Der Landesbetrieb für Straßenwesen in Brandenburg weist zudem darauf hin, dass zusätzlich rund 500 Streugutbehälter an Steigungsstrecken aufgestellt sind. Verkehrsteilnehmende können sich auch dort bei Bedarf selbst mit Material versorgen, zum Beispiel, wenn der Winterdienst an der entsprechenden Stelle noch nicht angekommen ist oder aber, die Wetterverhältnisse die Straße schnell wieder glatt machen.
Streugut: Diese Hausmittel kann man nutzen
Auch Hausmittel können anstelle von Sand und Salz eingesetzt werden, um Wege abzustumpfen:
- Sägespäne: Wer Kleintiere zu Hause hat oder eine Tischlerei in der Nähe, kann zur Not Sägespäne bzw. Kleintierstreu aus dem Drogeriemarkt zur Absicherung von Treppen und Gehwegen nutzen.
- Sand, Kies oder Asche: Holzasche aus dem Kamin kann zum Abstumpfen von Wegen verwendet werden. Natürlich sind auch Sand und Kies mögliche Streumittel, wenn man sie denn noch bekommt. Notfalls muss der Sandkasten als letzte Reserve herhalten, manche Baumärkte haben zudem auch noch Rasensand oder Spielsand vorrätig, der ebenfalls abstumpft. Faustregel für alle Streumittel: Je gröber das Streumittel ist, desto großzügiger sollte es aufgetragen werden.
