Reisewarnung Venezuela: Auswärtiges Amt warnt erneut vor Reisen ins Land

Reisen nach Südamerika sind bei Individualreisenden sehr beliebt. Venezuela sollten man aber unbedingt von der Travel-Bucket-Liste streichen. Das Auswärtige Amt hat eine Reisewarnung erneuert.
Ministry Of Interior And Justice Venezuela / dpaVenezuela galt unter Rucksacktouristen und Aussteigern lange Zeit als Geheimtipp: der höchste Wasserfall der Welt, karibische Sandstrände, Urwald, Spuren deutscher Einwanderer in pittoresken Dörfchen – all das schätzten vor allem Rucksack- und Individualreisende an dem südamerikanischen Land.
Doch bereits seit Jahren gilt Venezuela auch als nicht sicher. Die Hauptstadt Caracas wurde im letzten Jahr in einem Forbes-Ranking sogar zur unsichersten Stadt weltweit gekürt. Eine aktuelle Reisewarnung des Auswärtigen Amtes bestätigt diese Fakten erneut. Was Reisende jetzt wissen müssen und welches Risiko Deutsche in Kauf nehmen, wenn sie nach Venezuela reisen.
Venezuela: Reisewarnung des Auswärtigen Amtes
Caracas, die Hauptstadt Venezuelas, gilt als schwieriger Ort zum Leben: Hohe Kriminalitätsraten – von Diebstahl bis hin zu Gewaltdelikten – sorgen für ein dauerhaftes Gefühl von Unsicherheit. Hinzu kommt eine schwere Wirtschaftskrise: Hyperinflation und Engpässe bei lebenswichtigen Gütern machten den Alltag für viele Menschen in der Vergangenheit zur Belastungsprobe. Dementsprechend unsicher ist die Lage im Land. Das Auswärtige Amt hat am 20. Mai 2025 die Reisewarnung für Venezuela erneuert. Diesmal waren die Wahlen am 25. Mai 2025 der Grund.
Im Vorfeld und rund um den Wahltag sollten Touristen laut der Reisewarnung des Auswärtigen Amtes vor allem in der Hauptstadt Caracas, aber auch in anderen großen Städten mit spontanen Demonstrationen, Menschenansammlungen sowie verstärkter Polizeipräsenz und Kontrollen zu rechnen. Auch der internationale Flughafen von Maiquetía und die Verbindungsstraße nach Caracas könnten betroffen sein, hieß es.
Reisewarnung für Venezuela: So sollten Reisende sich jetzt verhalten
Die Wahlen sind vorbei, die Reisewarnung gilt allerdings nach wie vor. „Von nicht notwendigen Reisen nach Venezuela wird derzeit dringend abgeraten“, heißt es in den Reisehinweisen des Auswärtigen Amtes, die am 26. Mai aktualisiert wurden. Auch vor Reisen in die unmittelbaren Grenzgebiete der Nachbarländer Kolumbien und Brasilien wird gewarnt. Wer dennoch nach Venezuela reisen muss oder möchte, sollte nach Einschätzung des Auswärtigen Amtes die aktuelle Lage stets aufmerksam verfolgen, Menschenansammlungen und Demonstrationen konsequent meiden sowie den Anweisungen der örtlichen Sicherheitskräfte Folge leisten.
Einreise nach Venezuela: Festnahmen möglich
Nach Einschätzung des Auswärtigen Amtes sollten deutsche Reisende bei der Einreise nach Venezuela mit intensiven, teils langwierigen Kontrollen und Befragungen rechnen. Es gibt bestätigte Fälle, in denen EU-Bürger unter dem Vorwurf der Terrorunterstützung festgenommen wurden. In solchen Situationen war eine konsularische Unterstützung durch die jeweiligen Botschaften bislang nicht möglich. Auch für deutsche Staatsangehörige kann ein solches Risiko nicht ausgeschlossen werden. Sollte es zu einer Festnahme kommen, kann die Unterstützung durch die deutsche Botschaft in Caracas stark eingeschränkt sein.
Gewaltdelikte gegen Touristen keine Seltenheit
Darüber hinaus kommt es laut der offiziellen Sicherheitshinweise für Venezuela auch immer wieder zu Gewaltkriminalität sowie Tötungsdelikten gegen Menschen aus dem Ausland. Das können Entführungen zur Erpressung von Geldzahlungen oder Überfälle mit Waffengewalt sein. Laut den offiziellen Informationen waren auch Deutsche schon davon betroffen. Die Straßenkriminalität in venezolanischen Großstädten, besonders in Caracas und Maracaibo, ist darüber hinaus unvermindert hoch. Auch außerhalb der Städte, z. B. auf Landstraßen, ist mit Gewaltkriminalität und Überfällen zu rechnen.
