Rentenerhöhung ab 1. Juli: Tabelle zeigt, wie viel Rentner jetzt mehr bekommen

In Deutschland gibt es etwa 22 Millionen Rentnerinnen und Rentner, die Leistungen aus der gesetzlichen Rentenversicherung beziehen.
Fernando Gutierrez-Juarez/dpaAuch 2025 steigen die Renten in Deutschland – mittlerweile bereits das zweite Jahr in Folge, mit einer deutlichen Anpassung, die fast alle Beziehenden in ihrem Portemonnaie spüren müssten. Anfang des Jahres gab die Bundesregierung die offiziellen Zahlen bekannt: Zum 1. Juli 2025 erhöht sich die Rente um 3,74 Prozent. Somit liegt sie in diesem Jahr deutlich über der aktuellen Inflationsrate von rund zwei Prozent.
Warum steigt die Rente?
Die Rentenanpassung wird jedes Jahr geprüft und richtet sich nach der Lohnentwicklung in Deutschland. Steigen die Löhne, steigt meist auch die Rente. „Die gute Lohnentwicklung führt erneut zu einer Rentenanpassung, die die Kaufkraft der Rentnerinnen und Rentner stärkt. Stabile Renten sind kein Luxus, sondern eine Frage der Leistungsgerechtigkeit für alle, die ihr Leben lang hart gearbeitet haben“, erklärte der damalige Arbeitsminister Hubertus Heil.
Wie hoch fällt die Steigerung konkret aus?
Im Juli 2024 war die Rente bereits bundeseinheitlich um 4,57 Prozent gestiegen, nachdem der Rentenwert in den neuen Bundesländern 2023 an die alten Bundesländer angeglichen wurde. Nun folgt in diesem Jahr eine weitere Steigerung um 3,74 Prozent. Die Rentenerhöhung gilt für die Altersrenten, die Erwerbsminderungsrenten und die Hinterbliebenenrente.
Für eine Standardrente (45 Versicherungsjahre bei durchschnittlichen Einkommen) bedeutet das ein Plus von rund 66 Euro im Monat.
Zusätzlich profitieren Beziehende der Erwerbsminderungsrente (Menschen, die wegen Krankheit oder Behinderung dauerhaft oder eingeschränkt nicht mehr arbeiten können) einen Zuschlag von bis zu 7,5 Prozent – je nach Rentenbeginn. Der Zuschlag wird automatisch gezahlt und muss nicht beantragt werden.
Rentenerhöhung Tabelle – so viel gibt es
Profitiere ich von der Rentenerhöhung?
Grundsicherungsempfänger (Sozialleistung): Für Rentnerinnen und Rentner, die Grundsicherung im Alter beziehen, wird die Erhöhung vollständig angerechnet – ein Plus bleibt also faktisch nicht.
Steuerpflichtige im Ruhestand: Wer bereits nahe am Grundfreibetrag liegt (2025: 12.096 € für Alleinstehende), kann durch die Rentenerhöhung erstmals steuerpflichtig werden oder höhere Steuern zahlen müssen.
Hinterbliebenenrente mit zusätzlichem Einkommen: Wer eine Witwenrente bezieht und daneben verdient, könnte durch die Rentenerhöhung über Anrechnungsgrenzen kommen, was Kürzungen der Witwenrente nach sich ziehen kann.
Neue Rentner und Rentnerinnen: Wer ab Juli 2025 erstmals Rente erhält, bekommt nicht die volle Erhöhung, da der neue Rentenwert bereits in die Rentenberechnung einfließt.
Nachzahlung für Pflegebeiträge: Die zum 1. Januar 2025 erhöhten Pflegebeiträge wurden bisher technisch nicht eingezogen. Im Juli wird dafür eine Nachzahlung fällig, sodass das Rentenplus zum Teil direkt wieder aufgebraucht wird. Aufgrund dessen, wird die Rentenerhöhung erst ab August spürbar sein.
Steuerliche Auswirkungen der Rentenerhöhung
Durch die Erhöhung besteht die Möglichkeit, den Grundfreibetrag zu überschreiten – dann wird eine Steuererklärung erforderlich. Lohnsteuerhilfevereine empfehlen, dabei mögliche steuermindernde Ausgaben wie Gesundheitskosten, Spenden oder Handwerkerleistungen geltend zu machen.
Rentenrechner nutzen
Wer genau wissen möchte, ab wann er in Rente gehen kann und wie hoch die persönliche Rente ausfallen wird, kann den kostenlosen Rentenrechner der Deutschen Rentenversicherung nutzen.