Restmüll in Brandenburg
: Diese Dinge gehören nicht in die Hausmülltonne

Welcher Abfall gehört in die schwarze Restmülltonne? Es ist weniger, als man denkt. Unsere Liste zeigt, was im Hausmüll erlaubt und verboten ist.
Von
Nicole Züge
Frankfurt (Oder)
Jetzt in der App anhören
Vor Warnstreik im öffentlichen Dienst - Berlin: 09.03.2025, Berlin: Eine nicht geleerte Mülltonne mit Hausmüll steht vor einem Mehrfamilienhaus. Wie in der vegangenen Woche ist die Berliner Stadtreinigung in der kommenden Woche an mehreren Tagen wieder im Warnstreik. Davon ist auch die Müllabfuhr betroffen. Hintergrund sind die Tarifverhandlungen für den öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen. Foto: Sebastian Gollnow/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Was darf eigentlich in die schwarze Restmülltonne? Es ist weniger, als viele Menschen vermuten. Unbsere Liste zeigt, was im Hausmüll erlaubt ist.

Sebastian Gollnow/dpa

In diesem Jahr gibt und gab es deutschlandweit einige Veränderungen beim Thema Mülltrennung. Anfang des Jahres betraf es alte Kleidung, die nicht mehr über die Restmülltonne entsorgt werden darf. Ab 1. Mai gelten deutlich strengere Regeln für die Biotonne. Da stellt sich die Frage, wie es bei der Mülltrennung grundsätzlich aussieht: Welche Dinge dürfen eigentlich in die schwarze Restmülltonne, welche nicht? Eines vorweg: In den schwarzen Müllbehälter darf weniger, als viele Menschen denken. Unsere Liste gibt Aufschluss.

Bereits seit 2015 dürfen EU-weit keine organischen Abfälle mehr weggeworfen werden. Diese müssen nämlich über die Biotonne entsorgt werden. Nur in wenigen Fällen dürfen Küchenabfälle noch in die schwarze Tonne. Grundsätzlich sollte der Anteil des Restmülls auch nur einen kleinen Teil des Müllaufkommens ausmachen. Daran halten sich aber viele Menschen nicht, teilweise aus Unwissenheit. Dabei ist Müll eine wertvolle Ressource, gerade die Bedeutung von Biomüll hat in den letzten Jahrzehnten zugenommen. Aus dem organischen Abfall wird Biogas hergestellt, das zum Heizen verwendet wird. Die Reste werden kompostiert und als fertiger Kompost zur Bodenverbesserung eingesetzt.

Ab Mai 2025 gelten strengere Regeln für die Biotonne. Alles Wichtige dazu.

Was gehört in die schwarze Tonne? Das ist im Restmüll erlaubt

Küchenreste und Grünabfälle gehören demnach nicht in die schwarze Tonne, für Altkleider gilt dasselbe. Kunststoffverpackungen gehören wiederum in die gelbe Tonne, Papier und Pappe landen im blauen Behälter. Was bleibt da noch übrig?

Grundsätzlich gilt: Nur solche Dinge, die nicht wiederverwertet oder kompostiert werden können, gehören in den Restmüll. Die Liste gibt Aufschluss darüber, was in der Restmülltonne erlaubt ist:

  • Gummi- und Lederreste
  • Kehricht und Staubsaugerbeutel
  • Hygieneartikel (Windeln, Binden, Tampons, benutzte Papiertaschentücher, Wattepads)
  • vollständig abgekühlte Asche (Kaminasche, Zigarettenasche)
  • altes Speiseöl (in verschließbarem Behälter, z.B. Plastikbeutel oder alte PET-Flasche)
  • Fotos und Röntgenbilder
  • Tapeten und eingetrocknete Farbe (flüssige bzw. frische Farbe muss am Schadstoffmobil oder Recyclinghof entsorgt werden)
  • Geschirr aus Porzellan und Keramik in kleinen Mengen
  • Kristallglas, Trinkgläser und Spiegelglas-Scherben, temperaturbeständiges Glas (z.B. Mikrowellen- und Backofengeschirr)
  • stark verunreinigte Verpackungen (z.B. schmutzige Pizzakartons)
  • kleineres Spielzeug
  • Glühlampen, Halogenlampen (außer Energiesparlampen und LED-Lampen)
  • Katzenstreu, Kleintierstreu auf mineralischer Basis
  • alte Zahnbürsten, Klarsichthüllen, entleerte Feuerzeuge, Kugelschreiber

Das darf nicht in die Restmülltonne

Küchen- und Speisereste, Gläser und Flaschen, Grünabfall, Papier und Pappe, Kunststoffverpackungen, Schadstoffe, Bauschutt und Renovierungsabfälle, flüssige Farbreste und Chemikalien, heiße Asche, flüssige Abfälle (außer altes Speiseöl), Energiesparlampen, Sperrmüll, Kleidung (auch Lumpen), Handtücher und andere Stoffe wie Vorhänge, Batterien, Akkus, Elektrogeräte, Kopfhörer und alte Handys gehören nicht in den Restmüll und müssen anders entsorgt werden. Alte Kleidung und Stoffe dürfen seit Anfang 2025 ausschließlich in Altkleidercontainern entsorgt werden. Die übrigen Abfallarten in der Liste müssen entweder zum Wertstoffhof gebracht oder an Schadstoffmobilen abgegeben werden.

Meine Hausmülltonne ist voll, was nun?

Manchmal kommt es vor, dass größere Mengen Müll anfallen und die Hausmülltonne bereits weit vor dem Leerungstermin prall gefüllt ist. In dem Fall sollte man eine Sache auf gar keinen Fall tun: Den Müll herunter stampfen. Das ist verboten und kann sogar dazu führen, dass die Tonne nicht geleert wird. Zudem kann es sein, dass der gepresste Müll sich nicht vollständig vom Tonnenboden löst und die Mülltonne damit nicht vollständig entleert wird.

Wer mehr Restmüll hat, als die Tonne fassen kann, bekommt beim Entsorgungsunternehmen spezielle Hausmüllsäcke. In Berlin kann man die schwarzen Säcke beispielsweise auf Recyclinghöfen für 6 Euro pro Stück kaufen. Die Säcke dürfen befüllt maximal 20 Kilogramm wiegen und müssen fest verschlossen sein. Man stellt sie beim nächsten Restmüll-Termin einfach neben die Hausmülltonne. Wer nach einer großen Party oder Renovierung sehr viel Müll hat, kann diesen natürlich auch auf einen Recyclinghof fahren. Bis zu 500 Liter Müll kann man hier loswerden. Das kostet in Berlin 3 Euro pro angefangene 50 Liter.

In Brandenburg bekommt man die Hausmüllsäcke beim zuständigen Entsorgungsunternehmen des Landkreises. Die Kosten variieren. In Märkisch-Oderland kostet ein 25-Kilo-Sack z.B. um die 2,50 Euro. Falls sehr große Mengen Restmüll anfallen, können Zusatzentleerungen beantragt werden. Bei der Berliner Stadtreinigung kostet eine solche Zusatzleerung zwischen 22 Euro (für 60 Liter) und 42 Euro (für 1.100 Liter).