Rostock: Wann droht der nächste Streik bei der RSAG?

Auf dem Betriebshof der Rostocker Straßenbahn AG stehen während eines Warnstreiks die Straßenbahnen. Schon bald könnten die nächsten Streiks in Mecklenburg-Vorpommern stattfinden.
Bernd Wüstneck/dpaNach fünf Werktagen in Folge gingen die ÖPNV-Warnstreiks in der Nacht zum 20.03.2025 zu Ende. Neben Rostock, Schwerin und Wismar waren unter anderem auch Stralsund und Rügen betroffen. Scheitern die nächsten Verhandlungen, drohen in Rostock sogar unbefristete Streiks. Wann könnten diese stattfinden? Der aktuelle Stand laut Verdi und der Deutschen Presse-Agentur (dpa) am 24.03.2025 im Überblick.
Rostock: Verdi droht mit unbefristetem Streik
Im Tarifstreit im öffentlichen Personennahverkehr haben Gewerkschaft und Arbeitgeber laut der dpa grundsätzlich Verhandlungsbereitschaft signalisiert. Nachdem Verdi die Verhandlungen für MV am 6. März für gescheitert erklärt hatte, wird es nächste Woche eine fünfte Verhandlungsrunde geben und so ein unbefristeter Streik zumindest vorerst abgewendet. Diese findet am 28. März statt. Andernfalls wären unbefristete Streiks bereits ab nächster Woche möglich gewesen. Vorausgegangen war eine Urabstimmung unter den Verdi-Mitgliedern der 2.800 Beschäftigten. Dabei stimmten über 94 Prozent für einen unbefristeten Streik.
ÖPNV: Wann findet der nächste Streik statt?
Im Februar und März hatten landesweit an zehn Warnstreiktagen in vielen Regionen Busse und Straßenbahnen still gestanden. Hunderttausende Menschen waren betroffen. Allein die Rostocker Straßenbahn AG gibt die Zahl ihrer Fahrgäste an durchschnittlichen Werktagen mit bis zu 150.000 an. Verdi wollte mit den Aktionen den Druck auf die Arbeitgeber erhöhen. Wann genau der nächste Streik stattfindet, lässt sich aktuell nicht genau vorhersagen. Bis zur nächsten Verhandlungsrunde verzichtet Verdi auf weitere Warnstreiks. Falls diese jedoch scheitert, müssen Fahrgäste ab dem 30. März mit weiteren Streiks in Mecklenburg-Vorpommern und Rostock rechnen.
Hintergrund der aktuellen Tarifverhandlungen
Die Gewerkschaft verlangt eine Erhöhung der Löhne um 430 Euro monatlich und eine jährliche Sonderzahlung von 500 Euro. Das bedeute für die kommunalen Nahverkehrsunternehmen jährlich eine Mehrbelastung von 17,5 Millionen Euro, rechneten die Arbeitgeber vor. Das sei schlicht nicht leistbar, so die KAV, die auf die zurückliegenden Tariferhöhungen hinwies. Der Verband wirft der Gewerkschaft vor, für ihre Forderungen die Fahrgäste in „Geiselhaft“ zu nehmen.
