Rückrufaktion: Gefährliche Listerien in Käse – Produktrückruf via REWE und EDEKA

Lebensmittelwarnung und Rückruf von Käse: Aufgrund von Verdacht auf Listerien ruft ein Hersteller mehrere Käsesorten zurück. Der Verzehr kann ernsthafte Gesundheitsschäden verursachen. Welche Käse-Produkte betroffen sind.
Piman Khrutmuang/stock.adobe.com/SchubertSeit dem 15.04.2024 gibt es vermehrt Meldungen auf produktwarnung.eu über mögliche Verunreinigungen in Käseprodukten. Die Ursache dafür sind mikrobiologische Belastungen – Listerien – genauer Listeria monocytogenes, welche ernsthafte gesundheitliche Beschwerden auslösen können.
Es geht um Produkte von der Feinkäserei Sarzbüttel. Möglicherweise handelt es sich teilweise auch um offene Thekenware, weshalb Verbraucher in diesem Fall kaum die Möglichkeit haben, den Käse zu identifizieren.
Rückruf von Käse wegen Verdacht auf Listerien
Folgende Produkte wurden von der Feinkäserei Salzbüttel zurückgerufen:
- Gewölbekäse 50% Fett i.Tr. (Thekenware)
MHD 03.10.2024
Chargennummer 073-1 - Westwind 55% Fett i.Tr. (600g Laib)
Mindesthaltbarkeitsdatum 26.09.2024 und 03.10.2024
Chargennummer 058-2 - Schlemmerkäse 60% Fett i.Tr. (700g Laib)
Mindesthaltbarkeitsdatum 17.10.2024
Chargennummer 073-2 - Schlemmerkäse, laktosefrei (100g Packung)
Mindesthaltbarkeitsdatum 14.08.2024
- Schlemmerkäse 60% Fett i. Tr (700g Laib)
MHD 25.07.2024 & 01.08.2024
Chargennummer 362-2 - Osterkäse 60% Fett i. Tr (700g Laib)
MHD 22.09.2024
Chargennummer 034-2 - Westwind 55% Fett i. Tr (600g Laib)
MHD 19.09.2024
Chargennummer 045-2 - Nordseekäse 55% Fett i. Tr (Thekenware)
MHD 26.09.2024
Chargennummer 059-2
- REWE: Nordseekäse – Scheiben in 150g Mehrlagenpackung –
MHD: 16.05.2024, 22.05.2024 und 27.05.2024 - EDEKA: Nordseekäse 55% Fett – Scheiben in 150g Mehrlagenpackung –
MHD: 11.05.2024, 12.05.2024, 13.05.2024, 14.05.2024
Chargennummern: 320304, 190304, 730304, 300304 - Bünting: Nordseekäse – Scheiben in 150g Packung
MHD: 11.05.2024 und 13.05.2024.
Die Chargennummern befinden sich jeweils auf dem Rücketikett.
Vom Verzehr wird dringend abgeraten! Übelkeit, Erbrechen und Durchfall möglich
„Im infizierten Tier oder Menschen kann sich L. monocytogenes intrazellulär vermehren. Die Bakterien können direkt von einer Wirtszelle in die Nachbarzelle vordringen, ohne dass sie dabei im extrazellulären Milieu erscheinen müssen. Praktisch bedeutsam ist vor allem das Eindringen und Vermehren in Epithelzellen, dadurch können Listerien anatomische Barrieren (Blut-Hirn-Schranke, Schleimhaut) aktiv überwinden“, heißt es im RKI-Ratgeber zum Thema Listeriose.
Nach dem Verzehr kontaminierter Lebensmittel können Listerien Symptome wie Übelkeit, Erbrechen oder Durchfall hervorrufen, manchmal auch erst nach einer längeren Inkubationszeit von über 3 Wochen, ähnlich einer Grippe. Besonders gefährdet sind Schwangere, kleine Kinder und Menschen mit geschwächtem Immunsystem. Bei gesunden Menschen verläuft eine Listeriose meist mild oder bleibt sogar unbemerkt.
Listerien können Blutvergiftung und Hirnhautentzündung hervorrufen
Der Ausbruch der Erkrankung kann bis zu acht Wochen nach Kontakt mit den Bakterien erfolgen. Listerien können außerdem Sepsis (Blutvergiftung) oder Meningitis (Hirnhautentzündung) verursachen, die mit Antibiotika behandelt werden können, trotzdem aber laut RKI in 30 Prozent der Fälle tödlich enden können.
Besonders für Schwangere ist eine Listeriose äußerst gefährlich, da sie schwerwiegende Folgen für das ungeborene Kind haben kann, wie Frühgeburt, schwere Schäden oder sogar den Tod des Fötus. Deshalb sollten Schwangere grundsätzlich auf Lebensmittel wie Rohfleischerzeugnisse (z.B. Hackepeter) und Rohwurst (z.B. Salami), rohen Fisch, vorgeschnittene verpackte Blattsalate und Rohmilchweichkäse verzichten. Oft bleibt die Erkrankung bei Schwangeren unbemerkt.
ACHTUNG! Gesundheitsgefahr bei Listerien!
Es wird dringend davon abgeraten, Lebensmittel aus den genannten Produktchargen zu konsumieren. Falls nach dem Verzehr der oben aufgeführten Produkte Symptome auftreten, suchen Sie bitte umgehend Ihren Hausarzt auf. Die Listeriose gehört zu den meldepflichtigen Erkrankungen.
Der Verzehr von Lebensmitteln, die mit Listeria-Bakterien kontaminiert sind, kann Unwohlsein, Durchfall, Erbrechen und Fieber verursachen. Im Falle solcher Symptome sollten Verbraucher sofort einen Arzt konsultieren und auf eine mögliche Infektion hinweisen. Die Inkubationszeit nach dem Verzehr kann manchmal bis zu 3 Wochen andauern. Besonders gefährdet sind Schwangere, kleine Kinder und Menschen mit geschwächtem Immunsystem.
Kunden können das Produkt zurückgeben
Nach Angaben des Herstellers sind nur diese Artikel mit den aufgezählten Mindesthaltbarkeitsdaten und Chargennummern betroffen. Verbraucherinnen und Verbraucher können betroffene Produkte auch ohne Vorlage des Kassenbons in den Supermärkten und Discountern zurückgeben. Der Kaufpreis werde ihnen erstattet, hieß es.



