Schweres Erdbeben Türkei
: Ist mein Urlaubsort in den Herbstferien betroffen?

Ein starkes Erdbeben erschüttert die Türkei. Ob die Touristenorte, wo Deutsche gerne ihre Herbstferien verbringen, betroffen sind.
Von
Lisa Klopp-Jaber
Berlin
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Ein Flugzeug der Turkish Airlines ist am 04.04.2016 im Landeanflug auf den Flughafen Hannover (Niedersachsen). Im Flugzeug sind die ersten syrischen Flüchtlinge, die legal auf direktem Weg aus der Türkei in die Europäische Union einreisen durften. 32 Menschen kamen am Morgen in zwei aus der Türkei kommenden Linienmaschinen an. Foto: Holger Hollemann/dpa (zu dpa "Erstes Flugzeug mit syrischen Flüchtlingen in Hannover gelandet " vom 04.04.2016) ++ +++ dpa-Bildfunk +++

Betrifft das heftige Erdbeben in der Türkei meinen Urlaubsort?

Holger Hollemann/dpa

Ein heftiges Erdbeben der Stärke 6,1 hat das Urlaubsland Türkei erschüttert. Nach Angaben der türkischen Katastrophenschutzbehörde Afad befand sich das Epizentrum im Bezirk Sindirgi der westtürkischen Provinz Balikesir. Das berichtet die Deutsche Presseagentur (dpa). Das Beben habe sich um 22.48 Uhr in einer Tiefe von 5,99 Kilometern ereignet. Schäden wurden zunächst nicht gemeldet, Einsatzkräfte seien vor Ort, schrieb Innenminister Ali Yerlikaya auf der Plattform X.

Sind beliebte Tourismusorte in der Türkei von dem Erdbeben (27.10.2025) betroffen?

Die typischen Touristenorte, die auch von den Deutschen in den Ferien gerne besucht werden, sind unter anderem Istanbul, Kappadokien, die türkische Riviera, Antalya, Alanya, Side, Belek, Kemer, die Ägäisküste, Bodrum, Marmaris und Kuşadası. Das aktuelle Erdbeben vom 27.10.2025 betrifft die westtürkische Provinz Balikesir, welche im Westen an das Ägäische Meer grenzt, im Norden an die Provinz Çanakkale und an das Marmarameer. In Istanbul und in Izmir waren die Erschütterungen zu spüren. Die Ägäisküste liegt ebenfalls in der betroffenen Provinz. Das Epizentrum, also dort, wo das Erdbeben am stärksten war und die stärksten Schäden anrichten könnte, befindet sich im Bezirk Sindirgi - relativ fern ab der Touristenorte, die Deutsche typischerweise gerne besuchen.

Auswärtiges Amt warnt Deutsche vor Erdbeben in der Türkei

Das Auswärtige Amt informiert in seinen Reise- und Sicherheitshinweisen zur Türkei darüber, dass ein großer Teil der Türkei, darunter auch Tourismusgebiete wie Istanbul, in einer seismisch sehr aktiven Zone liegt. Das bedeutet, dass es in der Türkei oft zu kleineren, aber auch schweren Erdbeben kommt. Während eines Erdbebens und danach muss mit Erdrutschen, erheblichen Verkehrsbeeinträchtigungen und lange andauernden Nachbeben gerechnet werden. Das Auswärtige Amt fordert Deutsche in der Türkei dazu auf, sich mit den Verhaltensweisen bei Erdbebeb vertraut zu machen und verweist auf die Merkblätter des Deutschen GeoForschungsZentrums.

So heftig sind die Erdbeben in der Türkei

In Sindirgi hatte sich erst im August 2025 ein Erdbeben der Stärke 6,1 ereignet, ein Mensch kam damals ums Leben. In der Türkei befinden sich zahlreiche sogenannte Verwerfungen, also tektonische Zerreiß- oder Bruchstellen im Gestein. Vor allem die Millionenmetropole Istanbul ist stark erdbebengefährdet. Im April 2025 hatte ein Erdbeben der Stärke 6,2 Istanbul erschüttert.

Am 6. Februar 2023 hatten sich in der südosttürkischen Provinz Hatay verheerende Beben der Stärke 7,7 und 7,6 ereignet. Allein in der Türkei kamen nach Regierungsangaben mehr als 53.000 Menschen ums Leben. Auch im Nachbarland Syrien gab es Tausende Tote.