Sonnenfinsternis beobachten
: Dieser Smartphone-Trick ist keine gute Idee

Sie wollen die Sonnenfinsternis mit dem Smartphone festhalten? Dann sollten Sie folgende Punkte beachten.
Von
Lukas Böhl
Berlin
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Sonnenfinsternis: ARCHIV - 02.10.2024, Argentinien, Puerto San Julian: Der Mond schiebt sich während einer ringförmigen Sonnenfinsternis in Puerto San Julian an der Sonne vorbei.

In Spanien kann man die totale Sonnenfinsternis sehen. (zu dpa: «Sonnenfinsternis 2026: Zehn Tipps für Baden-Württemberg») Foto: Natacha Pisarenko/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Man sollte die Smartphonekamera nicht für längere Zeit auf die Sonne richten.

Natacha Pisarenko/AP/dpa

Nicht direkt in die Sonne schauen, sondern einfach das Smartphone dazwischenhalten: Die Kamera wird auf die Sonnenfinsternis gerichtet, beobachtet wird das Ganze nur auf dem Display. Was zunächst nach einem einfachen Trick für die sichere Beobachtung klingt, hat allerdings einen entscheidenden Haken.

Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) rät davon ab, die Handykamera ohne geeigneten Filter auf die Sonne zu richten. Dabei kann die Kamera des Smartphones Schaden nehmen.

Sonnenfinsternis einfach auf dem Display anschauen?

Die Idee ist zunächst nachvollziehbar. Statt selbst zur Sonne zu blicken, hält man das Smartphone mit der Rückkamera in ihre Richtung und betrachtet das Kamerabild auf dem Display. Doch genau davor warnt das Bundesamt für Strahlenschutz.

„Handykameras ohne Filter vor der Optik sollte man nicht nutzen, denn der Chip vom Handy kann dabei kaputt gehen“, erklärt eine Sprecherin des Bundesamtes für Strahlenschutz auf Anfrage.

Kamerachip kann Schaden nehmen

Das Smartphone ist deshalb keine praktische Ersatzlösung für eine Sonnenfinsternisbrille. Wer die Finsternis über das Display verfolgen möchte, muss dafür längere Zeit die Kamera direkt auf die Sonne richten.

Nach Angaben des BfS kann dabei der Chip der Handykamera beschädigt werden. Das Amt empfiehlt deshalb auch bei Smartphones einen geeigneten Filter vor der Kameraoptik.

„Erst ein Filter für die Sonnenbeobachtung ermöglicht auch ein gutes Foto von der Sonnenfinsternis“, so die Sprecherin.

Wer das Smartphone zum Fotografieren, Filmen oder zur Beobachtung über das Display verwenden möchte, sollte die Kamera daher nicht ungeschützt auf die Sonne richten.

Smartphone-Display ersetzt keine Sonnenfinsternisbrille

Der Blick auf den Smartphone-Bildschirm ist zudem kein Grund, auf den eigenen Augenschutz zu verzichten. Beim Ausrichten des Handys besteht weiterhin die Möglichkeit, versehentlich direkt zur Sonne zu schauen.

Für die eigentliche Beobachtung der Sonnenfinsternis ist deshalb eine dafür geeignete Sonnenfinsternisbrille die bessere Lösung. Soll zusätzlich mit dem Smartphone fotografiert oder gefilmt werden, braucht auch dessen Kamera einen geeigneten Sonnenfilter.

Besonders gefährlich wird der direkte Blick durch Geräte mit vergrößernder Optik. Das BfS warnt ausdrücklich vor dem Einsatz von Ferngläsern, Kameras oder Teleskopen ohne entsprechenden Filter.

„Optische Geräte, wie Ferngläser, Kameras oder Teleskop, sollten unter keinen Umständen ohne geeignete Filter zur Sonnenbeobachtung eingesetzt werden“, erklärt das Bundesamt.

Der Grund dafür ist die Bündelung des Lichts durch die Optik. „Vielen Menschen ist nicht klar, dass Linsen dieser Geräte das Licht bündeln und die Strahlung massiv verstärken, sodass innerhalb von Sekunden schwere Netzhautschäden entstehen können.“