Israelkonflikt an der Tankstelle spürbar: Ist Sprit in Polen noch günstig?

Blick auf die Anzeigetafel an einer Tankstelle. Aufgrund des Konflikts zwischen Israel und dem Iran ist zu befürchten, dass die Benzinpreise wieder ansteigen. Ist das in Polen auch so?
Paul Zinken/dpaSchon wenige Tage nach Israels Großangriff auf den Iran sind die Folgen des Konflikts auch in Deutschland zu spüren, wenn auch „nur“ an den Tankstellen des Landes. Der Konflikt lässt die Rohölpreise steigen, in deren Folge die Kosten für Sprit und Heizöl anziehen.
Ob das auch für das Tanken in Polen gilt und ob sich nun die Fahrt über die Grenze noch mehr lohnt, also ohnehin schon, zeigt ein Preisvergleich.
Preise für Benzin und Diesel: So teuer ist Tanken in Deutschland
Am Dienstagmorgen (17.06.2025) kostet ein Liter Super E10 nach im nordöstlichen Brandenburg nahe der polnischen Grenze im Schnitt 1,77 Euro, ein Liter Diesel liegt bei durchschnittlich 1,69 Euro.
Sowohl Heizöl als auch Benzin und Diesel sind im längerfristigen Vergleich aber weiterhin relativ preiswert, sagt der ADAC. Auch der Mineralölwirtschaftsverband weist darauf hin, dass die Spritpreise derzeit weiterhin relativ niedrig sind. Er verzeichnete zwar nach dem israelischen Angriff auf den Iran am Freitag vergangener Woche einen Anstieg der Tagesdurchschnittspreise, merkt aber an, dass der Donnerstag vor dem Angriff „der bis dato günstigste Tank-Tag des Jahres“ gewesen sei. Das dürfte sich allerdings bald ändern, prophezeien Experten. „Tendenziell wird es wohl weiter nach oben gehen“, heißt es vom ADAC. „Allerdings sollten wir diese Gefahr auch nicht überstrapazieren und den Konzernen damit keine Steilvorlage liefern, die Preise noch kräftiger zu erhöhen.“
Tanken in Polen: So günstig ist Sprit hinter der Grenze
Hinter der deutsch-polnischen Grenze bei Brandenburg sieht man deutlich niedrigere Preise. Wer hier tankt, darf sich an den meisten Tankstellen über sehr günstige Spritpreise freuen. Die großen Ketten wie Aral und Shell sind auch hier vertreten, aber in der Regel zahlt man hier am meisten. Besonders günstig sind oft Tankstellen der Kette Orlen sowie die AB-Tankstellen.
Der Durchschnittspreis für den Liter E10-Benzin in Polen liegt am 17. Juni 2025 bei 5,84 Złoty pro Liter, was 1,37 Euro entspricht. Für Diesel zahlt man an polnischen Tankstellen heute im Schnitt 5,73 Złoty pro Liter. Das entspricht 1,34 Euro. Je nach Tageszeit, Tankstelle und Ort kann dieser Preis natürlich variieren – das ist in Deutschland auch so. Darum lohnt sich immer auch ein Blick auf die einzelnen Grenzübergänge.
Die Auswahl zeigt die Durchschnittspreise an verschiedenen Grenzübergängen zwischen Brandenburg und Polen:
- Polenmarkt Hohenwutzen: 1 Liter E10 kostet an der Tankstelle am Polenmarkt heute 1,33 Euro. Der Liter Diesel kostet ebenfalls 1,33 Euro. Wer Super Plus tanken möchte, zahlt für den Liter aktuell 1,53 Euro.
- Tanken in Slubice: 1 Liter E10 kostet im Schnitt 1,42 Euro. Für den Liter Diesel werden durchschnittlich 1,36 Euro fällig.
- Krajnik Dolny (bei Schwedt): Für einen Liter E10 muss man hier die 1,37 Euro einplanen. Für den Liter Diesel werden durchschnittlich 1,34 Euro fällig.
- Zasieki (Forst): Hier kostet der Liter Diesel 1,39 Euro, für E10 sind im Schnitt um die 1,37 Euro fällig.
- Kostrzyn (Küstrin): Hier zahlen Tanktouristen am 16. Juni 2025 im Schnitt für einen Liter E10-Benzin um die 1,38 Euro, Diesel kostet 1,36 Euro pro Liter.
- Gubin bei Guben: In der Doppelstadt Guben-Gubin ist E10 heute etwas teurer als anderswo. In Gubin kostet der Liter derzeit durchschnittlich 1,41 Euro. Diesel kostet 1,33 Euro.
- Swinemünde: An der polnischen Ostsee zahlen Tanktouristen heute 1,45 für den Liter E10 und 1,40 Euro für den Liter Diesel.
Tanken in Polen: Quellen und Hinweise
Wir verwenden unter anderem folgende Quellen, um die aktuellen Spritpreise in Polen für Sie immer möglichst genau abzubilden: mehr-tanken.de, abtankstellen.de, clever-tanken.de. Dennoch dienen die Preisangaben auf dieser Seite nur als ungefähre Richtwerte, da die Preise – wie auch an deutschen Tankstellen – je nach Tageszeit und Ort Schwankungen unterliegen.
Spritpreise steigen: Das ist der Hintergrund
Israel hatte am Freitag (13. Juni 2925) damit begonnen, iranische Atomanlagen anzugreifen. Die Märkte reagierten nervös. Die Rohölpreise zogen deutlich an. Später wurden Berichten zufolge auch große Öl- und Gasfelder im Iran angegriffen. Auch in Israel gab es bei einem Raketenangriff Schäden an Pipelines und Transferleitungen einer Ölanlage.
Welche Folgen solche Beschädigungen der Energieinfrastruktur in der ölreichen Region unter Umständen für Verbraucher haben, sei derzeit schwer abzuschätzen, heißt es vom Mineralölwirtschaftsverband Fuels und Energie (en2x). „Geopolitische Ereignisse hatten schon in der Vergangenheit oft deutliche Auswirkungen auf die Ölpreise, so auch in diesem Fall“, sagte ein en2x-Sprecher auf Anfrage. „Da neben dem Ölpreis zahlreiche weitere Faktoren auf die Tankstellenpreise einwirken, darunter das internationale Kraftstoffangebot und die aktuelle Nachfrage, lässt sich immer erst hinterher feststellen, welche Wirkungen derlei Ereignisse für die Endverbraucher haben.“
