Streik bei der BVG?: So ist die aktuelle Lage

Straßenbahn in Berlin.
Sebastian Gollnow/dpaIn den laufenden Tarifverhandlungen zwischen der Berliner Verkehrsgesellschaft (BVG) und der Gewerkschaft ver.di gibt es Bewegung, aber noch keinen Durchbruch. Nach längerer Zeit ohne Angebot haben die Arbeitgeber inzwischen konkrete Vorschläge vorgelegt. Beide Seiten sprechen von Fortschritten, gleichzeitig bleiben zentrale Streitpunkte bestehen.
Aus Sicht von ver.di reichen die bisherigen Angebote nicht aus, um die Arbeitsbedingungen der Beschäftigten spürbar zu verbessern. Die Gewerkschaft kritisiert insbesondere, dass entscheidende Forderungen nur teilweise oder mit erheblicher Verzögerung berücksichtigt werden.
Streitpunkt Urlaub und Entlastung
Ein zentraler Konfliktpunkt bleibt der Urlaubsanspruch. Während die BVG in ihrem Angebot zusätzliche freie Tage in Aussicht stellt, sollen diese teilweise erst ab dem Jahr 2028 wirksam werden. Für ver.di ist das nicht akzeptabel.
Auch bei weiteren Themen wie Arbeitsbelastung und konkreten Entlastungen sieht die Gewerkschaft weiterhin Nachbesserungsbedarf. Zwar gibt es Annäherungen bei Fragen der Schichtlängen und Mindestruhezeiten sowie geplante Kommissionen zu Themen wie Entgeltordnung und Wendezeiten. Aus Sicht von ver.di fehlt jedoch weiterhin ein Gesamtpaket, das kurzfristig spürbare Verbesserungen bringt.
BVG sieht Angebot an der Belastungsgrenze
Die BVG bewertet ihr Angebot deutlich positiver. Nach Angaben des Unternehmens handelt es sich um ein umfangreiches Gesamtpaket, das an die wirtschaftlichen Grenzen des landeseigenen Betriebs gehe. Neben zusätzlichen Urlaubstagen umfasst es unter anderem Wahlmöglichkeiten zwischen mehr Geld oder mehr Freizeit sowie Anpassungen bei Arbeitszeiten und Schichtmodellen.
Die lange Laufzeit von 48 Monaten soll aus Sicht der BVG Planungssicherheit schaffen und gewährleisten, dass die Maßnahmen ohne negative Auswirkungen auf den Betrieb umgesetzt werden können.
Gewerkschaft berät über weiteres Vorgehen
Ob es in den kommenden Tagen zu Arbeitskampfmaßnahmen kommt, ist derzeit offen. ver.di hat angekündigt, zunächst die Beschäftigten einzubeziehen und über die nächsten Schritte zu beraten. Eine sogenannte Rückkopplung soll klären, wie auf das bisherige Verhalten der Arbeitgeber reagiert wird.
Die nächsten Verhandlungstermine sind für den 25. und 26. März angesetzt. Ob dabei eine Einigung erzielt wird, bleibt abzuwarten. Für Fahrgäste bedeutet die aktuelle Lage vor allem Unsicherheit. Ein Streik ist nicht beschlossen, kann aber je nach Verlauf der Gespräche kurzfristig zum Thema werden.
