Test Saug-Wischroboter: Saugroboter besser mit Walze?

Sauberer mit Walze? Dyson Spot+Scrub AI und JONR X9 Pro im Vergleichstest.
Dyson, JONR, moz- Vergleich: Dyson Spot+Scrub AI vs. JONR X9 Pro mit aktiv gereinigter Wischwalze
- JONR: 20.000 Pa, 5200 mAh, 16 Düsen, Walzenlift, Beutel-Station mit Tanks
- Dyson: 18.000 Pa, LiDAR/Kamera/LED, beutelloses Zyklon-Dock, heiße Walzenwäsche
- Praxis: JONR schneller, kantennah; Dyson methodischer, Fleckenerkennung, gründlich
- Fazit: Walzen stärker beim Nasswischen; JONR preislich schärfer, Dyson komfortabler
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Saugroboter haben sich zuletzt vor allem in zwei Disziplinen entwickelt: bei der Navigation und beim Wischen. Dort dominieren rotierende Mopp-Pads. Sie sind flach, technisch überschaubar und für die laufende Unterhaltsreinigung gut geeignet. Walzensysteme, wie man sie eher von Hand-Wischsaugern kennt, bleiben im Robotermarkt die Ausnahme.
Genau das macht den Vergleich zwischen dem JONR X9 Pro und dem Dyson Spot+Scrub AI so interessant. Beide setzen auf eine aktiv gereinigte Wischwalze, beide versprechen eine gründlichere Nassreinigung als klassische Mopp-Roboter, beide erkaufen sich das aber mit mehr Mechanik, mehr Stationstechnik und mehr Bauhöhe.
Dyson ist in Deutschland als Staubsaugermarke bekannt, im Saugrobotersegment bislang aber nicht prägend. Der Spot+Scrub AI soll diesen Bereich neu besetzen und tritt als Nass- und Trockenroboter mit starkem Technikfokus an. JONR ist hierzulande noch weniger etabliert. Der X9 Pro muss sich daher vor allem über sein Konzept behaupten. Hier begegnen sich zwei Hersteller, die nicht aus gewachsener Robotik-Dominanz kommen, sondern aus einer klaren Idee. Wir haben beide ausführlich getestet, mit der Wischmopp-Konkurrenz und miteinander verglichen.
JONR X9 Pro vs. Dyson Spot+Scrub AI – ähnliche Plattform, andere Gewichtung
Auf dem Papier liegen beide Geräte näher beieinander, als es ihre Marken vermuten lassen. Der JONR X9 Pro bietet bis zu 20.000 Pa Saugleistung, einen 5200-mAh-Akku, eine per 16 Düsen mit Frischwasser versorgte Wischwalze, automatischen Walzenlift auf Teppich und eine Station mit separaten Frisch- und Schmutzwassertanks. Der Dyson Spot+Scrub AI arbeitet mit 18.000 Pa, kombiniert seine Walze mit LiDAR, Kamera, LED-Beleuchtung und einem beutellosen Dock, das den Schmutz zyklonisch trennt. Beide Roboter sind mit rund 11 Zentimetern Höhe deutlich voluminöser als klassische Mopp-Modelle.
Diese Technik hat praktische Konsequenzen. Beide Geräte kommen nicht so leicht unter niedrige Sofas, Sideboards oder Betten wie flachere Mopproboter. Beim JONR fällt das durch den LiDAR-Turm noch besonders auf. Der Dyson wirkt geschlossener, scheitert unter sehr niedrigen Möbeln aber ebenso. Wer viele Engstellen und wenig Bodenfreiheit in der Wohnung hat, fährt mit klassischen Mopp-Systemen konstruktiv meist günstiger. Bei offenen Flächen und normalen Möbelhöhen lässt sich die zusätzliche Bauhöhe eher akzeptieren.
JONR und Dyson – je eine App für alles
Die Ersteinrichtung ist bei beiden modern und relativ schnell erledigt. Station aufstellen, Roboter koppeln, WLAN verbinden, Karte erstellen, Räume benennen. Spannender ist die Softwarefrage. Dyson nutzt die MyDyson-App. Dort laufen Kartenverwaltung, Zeitpläne, Zonenreinigung und punktuelle Reinigungsaufträge zusammen. Das wirkt sauber in das Markenökosystem eingebettet, war aber nicht frei von Reibung. Hier ist es vor allem die Navigation durch die Menüs, was, wie gereinigt werden soll. Das Mapping erfolgt sehr fix, die Karte selbst dann eher naja. Zumindest Räume und Größenverhältnisse stimmen.
JONR setzt auf Xiaomi Home. Das ist funktional und ausgereift, weil Zonen, Sperrbereiche, Räume, Zeitpläne und Wischparameter schnell zugänglich sind. Allerdings braucht es eine Weile, ehe man den X9 in der schier endlos langen Liste der verfügbaren Geräte findet. Die Erstellung der Karte ging dann wieder schnell, mindestens die gleiche Zeit aber braucht es für die Nacharbeit. Denn ein gesamtes Geschoss wurde als ein Raum wahrgenommen. Mühsame Nacharbeit, Räume einzuteilen, die Folge. Beiden Systemen merkt man schlussendlich aber an, dass die App eben nicht speziell für Saugrobos entwickelt wurde. Das können andere deutlich besser.
X9 Pro und Spot+Scrub AI – Auf die Walze kommt es an
Im Alltag zeigt sich, warum die Walze eine eigene Klasse begründet. Klassische Mopp-Pads feuchten die Fläche an und wischen darüber. Eine Walze erhält Frischwasser, nimmt Schmutz direkt auf und wird während der Fahrt gereinigt. Das verändert die Art der Bodenpflege spürbar. Der JONR X9 Pro wirkt wie ein kompakter Flächenwäscher. Seine 16 Düsen halten die Walze gleichmäßig feucht, Schmutz wird mechanisch abgestreift, die Station übernimmt die Nachreinigung.
Der Dyson setzt stärker auf Sensorik. Auch er beackert natürlich systematisch die Gesamtfläche, hält aber vor allem Ausschau nach Flecken, bewertet sie und fährt bei Bedarf mehrfach über dieselbe Stelle. Dadurch wirkt sein System eher wie ein kontrollierter Problemlöser, während der JONR den Eindruck eines zügigen Bodenwäschers hinterlässt.

Dyson Spot+Scrub AI. Bearbeitet die Fläche und sucht gezielt nach Verunreinigungen.
DysonEiner der größten Vorteile der Walzen-Bauart zeigt sich an der Kante. Der JONR arbeitet sehr nah an Sockelleisten und Möbelabschlüssen, der Dyson lässt seine Walze gar seitlich ausfahren, um den Abstand zur Fußleiste zu verringern. Beides ist konstruktiv plausibler als bei vielen Mopp-Robotern, die ihre Pads mit Sicherheitsabstand führen.
Gerade entlang von Wänden und Übergängen wirkt die Walze daher wie das reifere Wischwerkzeug. Zudem wird sie, anders als die Mopp-Konkurrenz, fortwährend gereinigt, während die anderen in bestimmten Abständen zu Station fahren, um das Wischgerät zu säubern. Daraus ergibt sich nicht nur ein saubereres Gefühl, der Boden ist es tatsächlich auch.
Abhängig ist das natürlich auch von der Einsatzhäufigkeit. Mopp-Robos sollten mehrmals die Woche eine Runde drehen, um Ergebnisse zu erzielen, die Walzenrobos in vielleicht einem oder zwei Durchgängen pro Woche erzielen. Ganz aufheben kann allerdings die Walze die Grenzen runder Roboter nicht. Tiefe Ecken bleiben auch hier ein Kompromiss. Gleichwohl Dyson mit gleich zwei seitlichen Bürsten arbeitet und JONR dem X9 Pro eine ausfahrbare spendiert.
Dyson vs. JONR – Navigation direkt gegen methodisch
Bei der Orientierung trennen sich die Charaktere deutlicher. Dyson fährt mit LiDAR, Kamera, Laser und einer stark auf Hinderniserkennung ausgerichteten Logik auf. Das ergibt ein kontrolliertes, eher methodisches Fahrverhalten und eine Suche speziell nach Verschmutzungen. Der JONR ist dynamischer unterwegs. Er wirkt schneller, direkter und stellenweise etwas forscher, säubert alles weg, was flächig im Weg liegt. In offenen Grundrissen kann das angenehm sein, in enger möblierten Räumen ist Dyson im Vorteil. Dyson priorisiert Systemkontrolle, JONR Durchsatz.
Bei der Reinigungsleistung entsteht daraus kein eindeutiger Vorteil, sondern die Frage nach dem Einsatzprofil. Der JONR punktet vor allem beim Wischen. Seine Walzenlogik, das Frischwasserprinzip und die gute Randarbeit ergeben auf Hartboden ein schlüssiges Gesamtbild. Beim Saugen fällt das Urteil differenzierter aus. Auf Teppichen arbeitet er überzeugend, auf Hartboden wirken Aufnahme und Seitenbürste nicht immer perfekt abgestimmt. Der Dyson präsentiert sich ausgewogener. Saugen und Wischen greifen stimmig ineinander, die Fleckenerkennung sorgt für kontrolliertes Nacharbeiten, kostet aber Zeit. Genau darin liegt der Unterschied beim Tempo: Der JONR ist der schnellere Flächenreiniger, der Dyson der bedächtigere Problemarbeiter.

JONR X9 Pro. Kaum Probleme mit Haaren dank Anti-Tangle-Technik neuester Generation.
JONRX9 Pro und Spot+Scrub AI – vereint gegen Haare
JONR rückt den X9 Pro ausdrücklich in die Nähe von Tierhaushalten. Anti-Tangle-Technik, Haustierlogik und die Erkennung problematischer tierischer Verschmutzungen gehören zu seinem Profil. Das wirkt schlüssig. Allerdings erledigt auch der JONR das Thema nicht widerstandsfrei. Längere Haare können sich weiterhin um Bürstenelemente wickeln.
Der Dyson ist in diesem Punkt ebenfalls nicht frei von Schwächen. Auch dort zeigen sich beim Test irgendwann Haarwicklungen an der Bürste. Im direkten Vergleich wirkt der JONR beim Thema Tierhaushalt dennoch klarer positioniert. Gleichwohl: Rückstandslos hat das Thema „Viele und lange Haare“ noch kein Hersteller perfekt in den Griff bekommen.
JONR vs. Dyson – Die Station macht den Unterschied
Fast ebenso wichtig wie die Roboter selbst sind ihre Dockingstationen. Dyson liefert die aufwendigere Lösung. Das Dock arbeitet beutellos, trennt Schmutz zyklonisch, reinigt die Walze mit heißem Wasser und trocknet sie mit warmer Luft. Das reduziert Verbrauchsmaterial und stärkt den Premium-Charakter des Systems. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass Allergiker den Staub lieber in einem geschlossenen System, sprich Beutel, sehen.

Ein Ziel, zwei Systeme. Dyson setzt auf die bekannte Zyklontechnologie und ist beutelfrei, JONR bleibt beim Standard für Robosauger mit Beutel.
Dyson, JONRJONR bleibt funktionaler. Die Station kombiniert Staubbeutel, große Tanks, automatische Walzenwäsche und Trocknung in einem gut nachvollziehbaren Aufbau. Dyson bietet hier das elegantere und optisch auffälligere System, JONR eher die pragmatischere Werkbank.
Besser mit Walze? Zusammenfassung
Die Walze ist eine Alternative zum Wischmopp und solange nicht unter vielen niedrigen Möbeln gereinigt werden muss, in jedem Fall eine konkurrenzfähige Alternative. Der JONR X9 Pro ist dabei das profiliertere Gerät. Er arbeitet schnell, kantennah, walzenzentriert und mit klarer Ausrichtung auf Tierhaushalte sowie große Hartbodenflächen.
Der Dyson Spot+Scrub AI wirkt reifer in Sensorik, Dockingkonzept und Gesamtinszenierung. Er ist methodischer, kontrollierter und im Premiumanspruch geschlossener. Im Preis-Leistungs-Verhältnis hat der JONR die schärfere Argumentation mit knapp über 900 Euro. Beim Systemkomfort und bei der technischen Anmutung hat der Dyson die Nase vorn, kostet mit gerade noch dreistellig aber rund zehn Prozent mehr. Für Haushalte mit viel Fell, viel Hartboden und dem Wunsch nach kräftigerem Wischen passt der JONR sehr gut. Für Wohnungen, in denen Fleckenerkennung, beutelloses Dock und ein stärker automatisierter Hygienekreislauf im Vordergrund stehen, ist der Dyson die stimmigere Wahl.
Dyson Spot+Scrub AI / JONR X9 Pro – Test-Zusammenfassung
Ein starker Auftritt von zwei Vertretern der eher seltenen Saugrobos mit Walze. Rotierende Mopp-Pads bleiben allerdings die flachere, einfachere und inzwischen marktübliche Lösung. Die Walze ist dann interessant, wenn Hartböden nicht nur nebelfeucht abgezogen, sondern sichtbar gewaschen werden sollen, wenn Kanten wichtig sind und wenn häufiger Feuchtschmutz, Küchenreste oder Haustierspuren anfallen. Dann ist dieses System einfach das hygienischere. Sowohl der X9 Pro, als auch der Dyson Spot+Scrub AI machen hier über weite Strecken einen sehr guten Job. Am Ende wird entscheidend sein, wie die Wohnung eingerichtet ist. Geht es vor allem um Fläche und Sauberkeit, sind beide erste Wahl, gibt es viele flache Möbel, wird's im Wortsinn eng, aufgrund der systembedingten Bauhöhe.
