Thüringen-Wahl 2024: Björn Höcke von der AfD – ein Steckbrief

Björn Höcke, Spitzenkandidat der AfD zur Landtagswahl 2024 in Thüringen, kommt zur Stimmabgabe für die Landtagswahl am 1.9.2024 in das Wahllokal. Wer der AfD-Politiker ist, wo er herkommt und was er gemacht hat, bevor er der AfD angehörte. Ein Steckbrief.
Swen Pförtner/dpaThüringen hat am 1. September 2024 eine neue Landesregierung gewählt. Was die Prognosen vorausgesagt haben, haben die Wählerstimmen bestätigt. Die AfD mit ihrem Skandal umwobenen Spitzenkandidaten Björn Höcke wurde stärkste Kraft. Die Ergebnisse der Thüringen-Wahl gibt es hier.
Wer ist Björn Höcke und wo kommt er her? Ein Steckbrief.
Steckbrief von Björn Höcke – Spitzenkandidat der AfD für die Thüringen-Wahl
Alle Informationen und Eckdaten zu Björn Höcke in einer Übersicht:
- Name: Björn Uwe Höcke
- Geburtstag: 1. April 1972
- Geburtsort: Lünen, Nordrhein-Westfalen
- Beruf: Gymnasiallehrer für Geschichte und Sport, Politiker
- Familienstand: verheiratet
- Kinder: vier Kinder
- Konfession: Dazu konnte die Redaktion keine Informationen finden.
- Partei: AfD
- Soziale Medien: @BjoernHoecke auf X, bjoern_hoecke_afd auf Instagram
Herkunft, Eltern und Familie von Björn Höcke
Björn Höckes Großeltern väterlicherseits stammten aus Ostpreußen und wurden von dort vertrieben. Sein Vater war Sonderschullehrer an der Landesschule für Blinde und Sehbehinderte in Neuwied (Rheinland-Pfalz), während seine Mutter in der Kranken- und Altenpflege tätig war. Höcke hat zwei Geschwister.
Der AfD-Politiker wuchs in Anhausen (Rheinland-Pfalz) auf, besuchte die Braunsburg-Grundschule und machte 1991 sein Abitur am Rhein-Wied-Gymnasium Neuwied. Nach seinem Grundwehrdienst studierte er ab 1992 zwei Semester Rechtswissenschaft an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn und von 1993 bis 1998 Sportwissenschaft und Geschichtswissenschaft für das Lehramt an Gymnasien an der Justus-Liebig-Universität Gießen und der Philipps-Universität Marburg. Nach seinem Referendariat am Goethe-Gymnasium in Bensheim (Hessen) arbeitete er von 2001 bis 2005 als Studienrat an der Martin-Buber-Schule in Groß-Gerau (Hessen), wo er Sport und Geschichte unterrichtete.
Zwischen 2003 und 2005 absolvierte er einen Studiengang für Schulmanagement, den er als Master of Arts abschloss. Bis September 2014 unterrichtete er als Oberstudienrat an der Rhenanus-Schule in Bad Sooden-Allendorf (Hessen).
Björn Höcke ist verheiratet, hat vier Kinder und lebt mit seiner Familie in Bornhagen im thüringischen Landkreis Eichsfeld.
Björn Höcke: Politischer Werdegang und AfD
Höcke ist Mitbegründer der Thüringer AfD. 2013 wurde er Sprecher im Landesverband der AfD Thüringen und ist seit November 2013 1. Vorsitzender im Kreisverband der AfD Nordhausen-Eichsfeld-Mühlhausen.
2014 wurde der ehemalige Geschichtslehrer zum Abgeordneten und Fraktionsvorsitzenden im Thüringer Landtag. Er ist der Vorsitzende der AfD in Thüringen und leitet auch die Landtagsfraktion der Partei. Innerhalb der Partei wird Höcke als Vertreter des rechten Flügels angesehen. Unter seiner Führung hat die Thüringer AfD laut Expertenmeinungen zunehmend radikale Positionen eingenommen.
Im Juni 2019 wurde Höcke Mitglied der AfD-Fraktion im Kreistag Eichsfeld. Seit 2021 wird die Thüringer AfD offiziell vom Thüringer Verfassungsschutz als rechtsextrem eingestuft und überwacht.
Thüringen-Wahl 2024: Höcke gewinnt
Thüringens umstrittener AfD-Chef Björn Höcke hat ein Direktmandat in seinem Wahlkreis in Ostthüringen verpasst, aber über die Landesliste den Sprung in den Landtag geschafft. Der 52-Jährige erhielt laut vorläufigem Ergebnis 38,9 Prozent der Stimmen im Wahlkreis Greiz II. Als Spitzenkandidat gelang Höcke aber über die Landesliste der Einzug in den Landtag. Die meisten Stimmen in Höckes Wahlkreis gingen an CDU-Bildungspolitiker Christian Tischner, der 43 Prozent bekam.
Höcke hatte lange nach einem aussichtsreichen Wahlkreis gesucht, nachdem er bei der Landtagswahl vor fünf Jahren im katholisch geprägten Thüringer Eichsfeld gegen die CDU verloren hatte. Er wohnt in einem kleinen Ort im Eichsfeld im Norden Thüringens.
In Thüringen hat die AfD erstmals bei einer Landtagswahl in Deutschland die meisten Stimmen bekommen. Die Partei von Spitzenkandidat Björn Höcke erzielte nach Auszählung aller Wahlbezirke 32,8 Prozent, wie die Landeswahlleitung auf ihrer Webseite bekanntgab. Die AfD landet damit deutlich vor der CDU, die 23,6 Prozent erhielt. Auf den dritten Rang kam das neu gegründete Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW), das 15,8 Prozent erreichte und damit die Linke (13,1 Prozent) auf den vierten Rang verwies. Die SPD schaffte mit 6,1 Prozent ebenso den Einzug in den Landtag, nicht aber die Grünen, die nur 3,2 Prozent erreichten. Die Wahlbeteiligung lag mit 73,6 Prozent deutlich höher als zuletzt.
Höckes Skandale: Verfassungsschutz, Nazi-Parolen und Gerichtsverfahren
Rechtsextrem: Der Bundesverfassungsschutz stuft Björn Höcke als gesichert rechtsextremistisch ein.
Höcke vor Gericht: Anfang Juli 2024 stand Höcke zum zweiten Mal vor Gericht in Halle, diesmal wegen der Verwendung einer verbotenen Nazi-Parole, und wurde erneut zu einer Geldstrafe verurteilt. Die Strafen aus den letzten Jahren könnten ihn um die 30.000 Euro kosten. In beiden Fällen hat er Berufung eingelegt.
Pseudonym "Landolf Ladig": Es besteht der Verdacht, dass Björn Höcke unter dem Pseudonym "Landolf Ladig" in der NPD-Zeitschrift "Volk in Bewegung & Der Reichsbote" Texte veröffentlichte. Höcke bestritt dies stets, hat aber nie rechtliche Schritte gegen die Vorwürfe eingeleitet. Das Bundesamt für Verfassungsschutz sieht es als erwiesen an, dass Höcke Landolf Ladig ist.
Rassismus und Nationalismus: Immer wieder fällt in Höckes Reden und Texten Nazi-Rhetorik und rechtsextreme Ideologie auf.



