Tote in Graz: Schüsse an Schule in Österreich – zehn Menschen getötet

Großeinsatz an Schule in Graz: Ein 21-Jähriger aus dem Raum Graz hat nach Angaben der Behörden die tödlichen Schüsse an einem Gymnasium im österreichischen Graz abgegeben. Der Bluttat fielen zehn Menschen zum Opfer. Der Schütze tötete sich im Anschluss an seine Tat selbst.
Heinz-Peter Bader/AP/dpa- In Graz gab es Schüsse an einem Gymnasium.
- Polizei bestätigte mehrere Schüsse, Opferzahlen unklar.
- Spezialeinheiten vor Ort, Schule evakuiert.
- "Kronen Zeitung" berichtet von mindestens fünf Toten.
- Weitere Informationen folgen.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Österreich unter Schock: In einer Schule in Graz hat ein ehemaliger Schüler am Dienstagmorgen (10. Juni) mit zwei Schusswaffen ein Blutbad angerichtet. Die Zahl der Todesopfer erhöhte sich am frühen Abend auf zehn, als Krankenhausangaben zufolge eine Frau ihren schweren Verletzungen erlag. Der Angreifer nahm sich nach der Tat das Leben. Elf weitere Menschen wurden bei dem Angriff verletzt.
Bei den Todesopfern handelt es sich nach Angaben der Polizei um sieben weibliche und drei männliche Opfer, darunter mehrere Schüler. Zu den elf Verletzten, von denen einige schwere Verletzungen erlitten, wollten die Behörden keine näheren Angaben machen.
Der Täter war laut Landespolizeidirektor Gerald Ortner ein 21-jähriger Österreicher aus der Region Graz, der bei dem Angriff zwei Schusswaffen einsetzte, die er legal besaß: ein Gewehr und eine Kurzwaffe. Innenminister Gerhard Karner zufolge handelte es sich um einen ehemaligen Schüler des Oberstufenrealgymnasiums, der die Schule ohne Abschluss verlassen hatte. Laut Polizei nahm er sich in einer Schultoilette das Leben. Ersten Ermittlungen zufolge handelte der Täter offenbar allein. Sein Motiv sei noch unklar, erklärte die Polizei. Den Behörden war er bislang nicht bekannt.
Polizei riegelt Umgebung der Schule in Graz zeitweise ab
Laut Ortler waren mehr als 300 Polizisten in Graz, der Hauptstadt der Steiermark, im Einsatz. Beamte in Kampfmontur, ein Polizeihubschrauber und zahlreiche Rettungskräfte wurden mobilisiert. Die Schule wurde evakuiert, die Schüler wurden in eine nahe gelegene Halle gebracht und von einem Kriseninterventionsteam versorgt. Die Umgebung wurde zeitweise abgeriegelt. „Derzeit haben wir im Einsatz #graz1006 mehrere Tote zu beklagen“, schrieb die Polizei Steiermark auf der Plattform X. „Die Lage ist gesichert. Es wird von keiner weiteren Gefahr ausgegangen“, heißt es gegen Mittag. Die Polizei zog nach und nach ab.

Rettungskräfte sind an einer Schule in Graz im Einsatz. Durch Schüsse sind zehn Menschen getötet worden.
ERWIN SCHERIAU/AFPZahlreiche Rettungskräfte waren im Einsatz. Wie ein Sprecher des örtlichen Roten Kreuzes sagte, waren mehr als 160 Retter im Einsatz. Sie waren mit 65 Fahrzeugen angerückt. Auch mehrere Rettungshubschrauber waren im Einsatz. Ein spezieller Alarmplan des Landes für die Versorgung zahlreicher Verletzte sei aktiviert worden. Für die Eltern wurde ein Sammelplatz eingerichtet.
Bundeskanzler Stocker entsetzt über Bluttat in Graz
Bei der Schule handelt es sich um ein sogenanntes Bundes-Oberstufenrealgymnasium. An solchen Schulen sind Schülerinnen und Schüler in der Regel 14 Jahre und älter. Die Schule zeigt auf ihrer Webseite 17 Schulklassen und ein Foto von rund 40 Lehrkräften.

Elke Kahr (l.), Bürgermeisterin von Graz, spricht mit einem Polizisten, nachdem an einer Schule zehn Menschen getötet worden sind.
ERWIN SCHERIAU/AFPDer österreichische Regierungschef Christian Stocker (ÖVP) sprach von einer „nationalen Tragödie“ und einer „unfassbaren Tat“. „Die Steiermark weint“, sagte der Landeshauptmann Mario Kunasek. Die Grazer Bürgermeisterin Elke Kahr sprach von einer „fürchterlichen Tragödie“ sowie einem „tieftraurigen Tag“.
Es sei „der tragischste Einsatz des Roten Kreuzes in der Steiermark in der Zweiten Republik“ gewesen, sagte dessen Chef Peter Hansak der Nachrichtenagentur APA. Das Rote Kreuz habe bislang rund 200 Eltern und Angehörige sowie 300 Schülerinnen und Schüler betreut. Insgesamt seien 220 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Roten Kreuzes im Einsatz gewesen.
Auch Österreichs Staatsoberhaupt Alexander Van der Bellen hat sich tief erschüttert gezeigt. „Dieser Horror ist nicht in Worte zufassen“, schrieb der Bundespräsident auf X. Es gebe nichts, was in diesem Moment den Schmerz von Eltern und Großeltern, von Geschwistern, Freunden und Freundinnen lindern könne. „Österreich trauert.»
Jetzt sei Zusammenhalt geboten. „Heute und in den schweren Tagen, die kommen, wird unser Land zeigen, dass in diesem Miteinander seine Stärke liegt“, so Van der Bellen weiter.
Dreitägige Staatstrauer für die Opfer von Graz
Österreich wird der Opfer des Amoklaufs mit einer dreitägigen Staatstrauer gedenken. Am Mittwoch soll es eine landesweite Trauerminute geben. Die Flaggen an Präsidentschaftskanzlei und Bundeskanzleramt sowie an anderen offiziellen Gebäuden würden auf halbmast gesetzt.
Graz wurde bereits zum zweiten Mal Schauplatz einer Tragödie dieser Art. Im Juni 2015 war ein Mann mit seinem Auto bei hoher Geschwindigkeit über den Bürgersteig und Fußgängerzonen gefahren. Drei Menschen wurden getötet und 36 verletzt. Graz ist mit rund 300.000 Einwohnern die zweitgrößte Stadt Österreichs.
Schwerste Tragödie in Österreich
Die Tragödie am Gymnasium in Graz dürfte als bisher schlimmster Amoklauf in die Geschichte Österreichs eingehen. Im Mai 1997 erschoss ein 16-Jähriger in der niederösterreichischen Gemeinde Zöbern eine Lehrerin und verletzte eine zweite schwer.
2018 wurde ein 18-Jähriger nach einem geplanten Amoklauf wegen versuchten Mordes zu sechs Jahren Haft verurteilt. Er hatte vor einer Schule in Mistelbach nördlich von Wien einen 19-Jährigen mit einer Schrotflinte angeschossen und schwer verletzt.