Trendurlaub „Coolcation“: Diese 7 Sommer-Reiseziele empfehlen Experten

Coolcation ist der Urlaubstrend 2025. Experten verraten 7 Reiseziele, die sich für einen nicht zu heißen Sommerurlaub am besten eignen. Im Bild: Ein Seehund liegt am Strand von Helgoland (Schleswig-Holstein) und sonnt sich.
Ingo Wagner / dpaCoolcation ist DER Reisetrend für den Sommer. Coolcation setzt sich aus den englischen Worten „cool“ (kühl/kalt) und „vacation“ (Urlaub) zusammen und bedeutet, Reiseziele zu wählen, an denen es im Sommer nicht übermäßig heiß ist.
Zwar sind Sonnenschein und Wärme für viele Menschen die Grundzutaten für einen gelungenen Sommerurlaub, aber manchmal wird es auch schnell zu heiß. Gerade in der Mittelmeerregion sind in den vergangenen Jahren Hitzeperioden ab 35 Grad und aufwärts zu verzeichnen. Das ist nicht nur unangenehm, sondern kann auch zum Gesundheitsrisiko werden, vor allem für Kinder und ältere Menschen. Welche Coolcation-Reiseziele 2025 im Trend liegen, haben Reiseexperten verraten. Das sind die 7 schönsten Coolcation-Ziele für den Sommer.
Coolcation: Der Norden verspricht Abkühlung
Aber zunächst eine grundsätzliche Frage: Ab wann redet man überhaupt von Hitze? Anruf beim Deutschen Wetterdienst: „Hitze an sich ist höchst subjektiv und hängt stark vom eigenen Empfinden ab“, sagt Tobias Reinartz. Eine Definition hat der Meteorologe dennoch parat: „Ab 30 Grad Höchsttemperatur reden wir von einem heißen Tag - und dementsprechend auch von Hitze.“
Wo das geklärt ist, lässt sich mit dem Meteorologen ergründen, in welchen Regionen die Wahrscheinlichkeit für heiße Tage geringer ist. Das Wort „Wahrscheinlichkeit“ sei an der Stelle ein wichtiges, sagt Reinartz. „Denn natürlich kann es überall heiß werden.“ Selbst in Lappland seien schon über 30 Grad gemessen worden, in Südschweden einmal 38 Grad. Mit einer strammen Südströmung könne heiße Luft auch bis weit in den Norden voranschreiten.
Aber es stimmt schon, so Reinartz: „Wenn ich es im Sommer ein bisschen kühler möchte, dann bin ich in den nordischen Ländern besser aufgehoben.“ Ganz allgemein könne man mit Blick auf Hitzevermeidung sagen: je weiter nach Norden, desto besser.
Das sind die 7 schönsten Coolcation-Reiseziele
Island: Wer es aktiv mag, kann Island ins Auge fassen: Selbstfahrerreisen auf der von Vulkanen geprägten Atlantikinsel seien besonders gefragt, sagt Aage Dünhaupt von TUI Deutschland.
Stockholm: Urlaub im kühleren Norden ist vor allem etwas für Urlauber, die in der Natur unterwegs sein wollen und für Kulturinteressierte. Städte wie Stockholm sind gerade im Sommer reizvoll, wenn die Tage mild und die Abende lau und lang sind. In der schwedischen Hauptstadt besonders schön: Hat man genug vom Trubel, besteigt man eine der Fähren, die im Nahverkehrsticket inklusive sind, und ist kurzer Zeit mitten in der ruhigen Inselwelt der Schären.
Strandurlaub im Skandi-Stil: Strandurlaub geht natürlich auch in Skandinavien, insbesondere Dänemark oder Schweden. Doch in der Regel ist das touristische Angebot in den nordischen Ländern nicht darauf ausgelegt, heißt es vom Veranstalter DERTOUR. Dafür lässt sich in Skandinavien Strandurlaub mit Kultur und Natur (z.B. Wandern) verbinden, was ein echter Pluspunkt ist.
Kreuzfahrten durch den Norden: Die großen deutschen Anbieter, Aida und die „Mein Schiff“-Flotte von TUI, lassen im Sommer viele ihrer Schiffe von norddeutschen Häfen in Richtung Skandinavien und atlantischer Westküste ablegen - bei Aida sind es laut einem Unternehmenssprecher acht von elf Schiffen, bei „Mein Schiff“ vier von acht.
Coolcation in den Bergen: Auch die Höhe spielt eine wesentliche Rolle beim Thema Hitze. Wer einmal in Meran in Südtirol bei mehr als 30 Grad gebrütet hat und dann in eine Seilbahn gestiegen ist, die auf mehr als 2.000 Meter Höhe fährt, kennt den Effekt: Die Temperaturen liegen um die 10 Grad niedriger – bei knapp über 20 Grad ist der Sommer auf einmal wieder wunderbar erträglich.
Nordsee und Ostsee: Meeresnähe ist ebenfalls ein Garant für erträglichere Temperaturen: An der Nord- und Ostseeküste etwa sind heiße Tage weniger wahrscheinlich als am Oberrheingraben oder am Niederrhein, wo im Juli 2019 mit 41,2 Grad der bisherige deutsche Allzeit-Hitzerekord aufgestellt wurde. Das liegt daran, dass das Wasser viel länger braucht, um sich aufzuwärmen. Damit ist es kühler als das aufgeheizte Land. Und wenn dann eine Brise vom Meer Richtung Strand weht, fühlt sich das erfrischend an. Aber wehe, der Wind dreht sich: „Bläst er heiße Luft vom Landesinneren an die Küste, kann es auch dort sehr warm werden“, sagt Reinartz.
Coolcation auf Mauritius: Auch in der Ferne gibt es Optionen. Das sagt zumindest eine Sprecherin von Schauinsland-Reisen: Mildes Inselklima, das im europäischen Sommer gut verträglich sei, gebe es beispielsweise auf Mauritius im Indischen Ozean.
Tipp: Wer am Mittelmeer im Sommer (durchaus zurecht) heiße Tage fürchtet, kann den Herbst als Reisezeit in den Blick nehmen. Milde Temperaturen locken dann auch hier. Laut TUI-Sprecher Dünhaupt läuft die Saison in Reisegebieten wie den griechischen Inseln oder der türkischen Ägäis bis in den Spätherbst.
