Trollstigen in Norwegen: Gesperrt – darum lohnt sich ein Besuch trotzdem

Aussichtspunkt am Trollstigen in Norwegen im Juli 2024. Die berühmte Bergstraße bleibt 2024 gesperrt. Eine Anreise lohnt sich dennoch.
Tilo Winkler- Trollstigen in Norwegen bleibt 2024 gesperrt wegen Steinschlägen.
- Aussichtspunkt am Trollstigen weiterhin über Valldal erreichbar.
- Valldal bietet Kletterpark und Obstverkauf, ideal für Familien.
- Sicherungsarbeiten geplant, Wiedereröffnung 2025 unklar.
- Regierung investiert 3,4 Mio. Euro für Straßensicherung.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Es ist Ferienzeit. Wen es im Urlaub mit dem Auto oder Wohnmobil nach Norwegen zieht, hat auf seiner Route durchs skandinavische Land oft den Trollstigen fest eingeplant. Die Trollleiter oder der Trollsteig, so der Name aus dem Norwegischen übersetzt, ist eine der spektakulärsten Bergstraßen in Westnorwegen. Mehrere Hunderttausend Touristen befahren den Bergpass mit seinen Haarnadelkurven Jahr für Jahr zwischen Anfang Juni und September. In den Monaten davor und danach ist die Straße wegen Lawinengefahr nicht passierbar.
Im Jahr 2024 müssen alle Touristen sogar ganz auf die Serpentinen-Tour verzichten. Der Trollstigen in More og Romsdal bleibt auch in der Urlaubssaison gesperrt. Das haben norwegische Behörden veranlasst, nachdem es im Juni 2024 erneut zu einem Steinschlag gekommen war. Dabei wurde ein Auto beschädigt. Das norwegische Nachrichtenportal Dagbladet berichtet ausführlich darüber und zeigt auch ein Foto. Die staatliche Straßenbehörde Statens Vegvesen bestätigt die Sperrung in ihrer Verkehrsapp.
Alles andere als eine Schließung sei unverantwortlich, so die lokalen Behörden laut Dagbladet. Das Risiko, von Steinen getroffen zu werden, sei zu groß. Es habe allein in den vergangenen zwei Jahren fünf Steinschläge auf dem Trollstigen gegeben, bei denen Autos getroffen wurden. Man könne froh sein, dass es bislang keinen tödlichen Unfall gegeben habe.
Wichtig für Touristen: Trollstigen-Aussichtspunkt bleibt erreichbar
Mehr als ein kleiner Trost für alle Urlauber: Der Aussichtspunkt auf dem Plateau am Ende der atemberaubenden Straße, die bis in eine Höhe von 850 Meter führt, ist auch 2024 erreichbar – allerdings nur von der anderen Seite aus über Valldal (siehe Karte). Die Alternativ-Routen zeigt auch das Tourismus-Portal visitnorway.de auf. Die Aussicht ist atemberaubend.
Abenteuer für die ganze Familie: Kletterpark in Valldal
Die Anfahrt kann zugleich mit einem Besuch des Ortes Valldal genutzt werden. Es ist ein Obstanbaugebiet. Je nach Jahreszeit gibt es dort frische Erdbeeren, Himbeeren, Äpfel und Pflaumen direkt bei den Obstbauern zu kaufen. Selbst Apfel-Cider aus dem eigenen (Bio-) Anbau ist im Angebot - aktuell des Jahrganges 2023.
Und wer mit seinen Kindern nicht nur wandern will: Ein Besuch des Kletterparks in Valldal ist für die ganze Familie ein Erlebnis - auch mit Kindern unter 1,10 Meter Größe. Ziplines führen direkt über einen reißenden Fluss - nicht erst ab der schwierigen Bahn. Öffnungszeiten, Tickets und Ticketpreise gibt es hier.
So geht es weiter mit dem Trollstigen in Norwegen
Wie geht es nun weiter mit dem Trollstigen? Die lokalen norwegischen Behörden kündigen Bergschutzarbeiten an. „Wir müssen zum Reinigen in die Berge gehen“, zitiert Dagbladet aus einer Pressemitteilung. Dies werde auch einen Überblick über den gesamten Umfang der anstehenden Sicherungsarbeiten geben. Bislang gibt es keine Aussagen, ob der Trollstigen 2025 wieder freigegeben wird.
Der Trollstigen ist noch keine 100 Jahre alt. Er wurde im ersten Drittel des vergangenen Jahrhunderts gebaut und 1936 für den Verkehr freigegeben. Die Straße hat rund 12 Prozent Steigung, ist bis heute sehr schmal und mitunter nur einspurig befahrbar.
Inzwischen hat die Sperrung des Trollstigen auch wirtschaftliche Folgen. Laut Dagbladet muss ein Campingplatz-Eigentümer 48 seiner 55 Mitarbeiter ganz oder teilweise entlassen. Denn es gebe geringere Besucherzahlen, Stornierungen und weniger Campinggäste.
Norwegische Regierung gibt knapp 3,5 Millionen Euro für Sicherung
Die norwegische Regierung teilte unterdessen mit, dass sie 40 Millionen Norwegische Kronen (rund 3,4 Millionen Euro) für die Sicherung der Straße beisteuern werde. Der Bergpass ist als eine Art Kreisstraße in kommunaler Hand. Daher müsste die Sicherung eigentlich von den lokalen Behörden allein finanziert werden. In einer Pressemitteilung der norwegischen Regierung heißt es wörtlich: „Trollstigen ist ein nationales Touristenziel mit großer Bedeutung für die Tourismusbranche im Norden Westnorwegens.“ Es seien sofortige Maßnahmen notwendig, um zu verhindern, dass Trollstigen auch 2025 geschlossen bleiben muss.




