„Überfälle nehmen spürbar zu“
: Auswärtiges Amt warnt vor diesem Urlaubsparadies

Auch in beliebten Urlaubsländern kommt es zu Kriminalität gegenüber Reisenden. Das Auswärtige Amt warnt: Dieses Urlaubsparadies ist unsicher.
Von
Nicole Züge
Berlin
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epa03287290 Tourists walk along the beach in Las Terrenas, Dominican Republic, 28 June 2012. Every year million of tourists from around the world visit the country. EPA/ORLANDO BARRIA ++ +++ dpa-Bildfunk +++

Ein beliebtes Urlaubsland hat mit Überfällen auf Touristen zu kämpfen. Das Auswärtige Amt warnt, dass die Fälle in letzter Zeit spürbar zugenommen haben.

Orlando Barria / dpa

Auch beliebte Urlaubsländer sind nicht immer sicher, selbst dann, wenn keine offizielle Reisewarnung vorliegt. Das müssen deutsche Reisende nun auch für ein beliebtes Reiseziel in der Karibik realisieren. Das Auswärtige Amt (AA) warnt in seinen Reisehinweisen vor vermehrten bewaffneten Überfällen in einem Urlaubsparadies. Auch komme es häufig vor, dass Touristen unwissentlich zu Drogenschmugglern gemacht werden, was langjährige Haftstrafen zur Folge haben kann.

Kriminalität im Urlaubsparadies: Dieses Land ist betroffen

Konkret geht es um die Dominikanische Republik. Das Auswärtige Amt beschreibt in seinen Reisehinweisen zum Land, dass vor allem die Zahl bewaffneter Überfälle in letzter Zeit spürbar zunimmt: „Trotz der Bemühungen der dominikanischen Regierung, einen sicheren Tourismus zu gewährleisten, kommt es sowohl in Santo Domingo als auch in den Touristengebieten immer wieder zu bewaffneten Überfällen. Zudem nimmt die Zahl bewaffneter Überfälle in letzter Zeit spürbar zu“, heißt es beim AA.

Die Überfälle geschehen nach Informationen des AA vorwiegend durch Täter, die von Motorrädern aus nach Taschen, Rucksäcken und Wertgegenständen greifen. Aber auch Autofahrer können Opfer von Überfällen werden, beispielsweise an einer roten Ampel oder in einem Stau. Die Täter setzen Messer oder Schusswaffen ein und greifen meist mit Gewalt an.

Urlauberinnen und Urlaubern wird empfohlen, sich in der Öffentlichkeit sehr umsichtig und bedeckt zu verhalten. So sollen eigentlich ganz alltägliche Dinge wie das Telefonieren in der Öffentlichkeit oder das Tragen von Schmuck und Uhren unterlassen werden.

Urlauber als Drogenschmuggler missbraucht

Auch sei es zu Fällen gekommen, in denen Urlauber und Urlauberinnen unwissentlich als „Drogenschmuggler“ missbraucht wurden. An den Flughäfen finden gezielte Kontrollen statt, bei denen solche Versuche schnell auffliegen. Es gab bereits mehrfache Festnahmen deutscher Reisender und anschließende Verurteilungen aufgrund von Drogenvergehen.

Zu guter Letzt sind laut AA auch Fälle bekannt, in denen deutsche Reisende nicht Opfer, sondern Beschuldigte wurde, insbesondere Gewalt gegen Frauen sei in der Dominikanischen Republik kein Kavaliersdelikt, sondern wird sehr hart geahndet, warnt das AA. Dazu gehören auch vermeintlich minder schwere Übergriffe (z. B. verbale Ausfälligkeiten, Anrempeln). Solche Vorfälle können zu Verhaftungen und mehrjährigen Haftstrafen führen. „Ein respektvoller Umgang, z.B. mit Hotelpersonal, und ein korrektes Auftreten im Fall von Beschwerden sollten auch aus diesem Grund eine Selbstverständlichkeit sein.“

Dominikanische Republik: Verhaltenstipps für Urlauber

  • Wertsachen sicher verwahren, am besten im Hotel-Safe lassen
  • Mobiltelefon, Tasche, Schmuck nicht offen zeigen – besonders in Städten und Touristenorten
  • In Gruppen bewegen, vor allem nach Einbruch der Dunkelheit
  • Auf Motorräder in der Nähe achten – Täter agieren oft von dort aus
  • Türen im Auto verschließen, Fenster geschlossen halten, besonders im Stau oder an Ampeln
  • Keine Drogen annehmen oder transportieren, auch nicht im Auftrag vermeintlicher Bekannter
  • Respektvoll mit Einheimischen umgehen, insbesondere mit Frauen und dem Hotelpersonal
  • Offizielle Taxis oder Fahrdienste nutzen, keine Mitfahrgelegenheiten annehmen
  • Keine privaten Bekanntschaften mit Fremden über soziale Netzwerke anbahnen, besonders bei Versprechen über Jobs oder Geld
  • Hinweise der Reiseleitung oder des Hotels befolgen, vor allem zu sicheren Gegenden

Was Urlauber vermeiden sollten

  • Allein nachts unterwegs sein, auch nicht auf Hotelstränden
  • Wertsachen sichtbar tragen, etwa Uhren, Ketten, Kameras
  • Offen telefonieren oder navigieren auf der Straße – typische Angriffsgelegenheit
  • Drogen kaufen, konsumieren oder für andere transportieren – harte Strafen bis zu 20 Jahren Haft
  • In Konfliktsituationen laut oder aggressiv werden, vor allem gegenüber Personal oder Polizei
  • Angebote im Rotlichtmilieu annehmen – häufig kriminelles Umfeld
  • Unkontrolliert flirten oder Frauen belästigen – kann zu sofortiger Festnahme führen
  • Unbekannten Getränken oder Geschenken trauen, Risiko von K.-o.-Tropfen oder Diebstahl
  • Sich auf vermeintliche Job- oder Kurierangebote einlassen – häufig Schleusungs- oder Drogenkriminalität

Fazit: Die Dominikanische Republik gilt zwar nicht als unsicheres Reiseland, auch eine Reisewarnung liegt nicht vor. Dennoch sollten Urlauber und Urlauberinnen die oben genannten Verhaltensregeln in jedem Fall beherzigen.