Waffen für die Ukraine
: Bewaffnung, Munition, Anzahl: Das kann der Marder-Panzer aus der Bundeswehr

Frankreich legt vor, die USA und Deutschland legen nach: Die Bundesregierung will der Ukraine Marder-Schützenpanzer liefern. Doch was kann der Panzer aus Deutschland eigentlich?
Von
Philipp Staedele
Berlin
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  • Aufgereihte Schützenpanzer vom Typ Marder. Die Ukraine bittet in ihrem Abwehrkampf gegen die russischen Truppen seit Monaten um deutsche Kampfpanzer vom Typ Leopard 2 und um den Schützenpanzer Marder.

    Aufgereihte Schützenpanzer vom Typ Marder. Die Ukraine bittet in ihrem Abwehrkampf gegen die russischen Truppen seit Monaten um deutsche Kampfpanzer vom Typ Leopard 2 und um den Schützenpanzer Marder.

    Julian Stratenschulte/dpa
  • Der Schützenpanzer Marder

    Der Schützenpanzer Marder

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Nachdem der französische Präsident Macron bereits die Lieferung von Spähpanzern des Typ AMX-10 RC an die Ukraine zugesagt hat, hat auch die deutsche Regierung beschlossen, mehr schweres Gerät zu liefern.

Die Bundesregierung will dem von Russland angegriffenen Land Schützenpanzer des Typs Marder sowie eine Patriot-Flugabwehrbatterie liefern. Das wurde von Bundeskanzler Olaf Scholz und US-Präsident Biden beschlossen. Die USA wollen der Ukraine ihrerseits Panzer vom Typ Bradley zur Verfügung stellen.

  • Was zeichnet den deutschen Panzer aus?
  • Was ist über seine Bewaffnung bekannt?
  • Welche Geschichte steckt hinter dem Marder?

Alle Infos über den Schützenpanzer Marder hier.

Das ist der Marder aus Deutschland: Bewaffnung, Gewicht und Einsatz

Seit den 1970er Jahren war der Schützenpanzer Marder das zentrale Waffensystem der Panzergrenadiertruppe. Das Fahrzeug wird von vorne angetrieben und fungiert als Gefechtsfahrzeug und Führungspanzer für die Panzergrenadiere. Der Marder ist mit einer 20-mm Maschinenkanone sowie mehreren Sekundärwaffen ausgestattet, um Infanterie, Kampfpanzer und gepanzerte Fahrzeuge effektiv zu bekämpfen. Sein Wärmebildgerät ermöglicht Einsätze bei Tag und Nacht sowie unter allen Witterungsbedingungen.

Die Besatzung des Marders besteht aus drei Personen. Trotz eines Gewichts von 33 Tonnen erreicht der Marder eine Geschwindigkeit von bis zu 65 km/h. Der Schützenpanzer des Düsseldorfer Rüstungsunternehmens Rheinmetall zeichnet sich durch seine Wendigkeit, Flexibilität und Robustheit aus. Er ist stark gepanzert und eignet sich daher hervorragend für den Einsatz an vorderster Front, beispielsweise in der Ukraine.

Die Geschichte des Schützenpanzers Marder

Im Jahr 1959 wurde das Projekt Marder ins Leben gerufen, um einen Schützenpanzer zu entwickeln, der zum Kampfpanzer Leopard 1 passen würde. Dieser Panzer wird vom Rüstungsunternehmen Rheinmetall mit Sitz in Düsseldorf hergestellt.

Obwohl der Marder während des Kalten Krieges konzipiert wurde, ist er immer noch ein wichtiger Teil der Bundeswehr und wird heute noch eingesetzt.

Obwohl der Marder bereits sehr alt ist, hat er sich in Auslandseinsätzen der Bundeswehr in verschiedenen klimatischen Bedingungen und unter verschiedenen Intensitäten bewährt.

Schützenpanzer Marder: Das ist über die Lieferung bekannt

Bisher ist noch nicht viel über die Anzahl bekannt, die die deutsche Regierung an die Ukraine liefern will. Angeblich sollen es 40 Marder werden, um ein Panzergrenadierbataillon voll auszustatten. Die Bundeswehr verfügt über etwa 300 Marder.

Die ersten Panzer sollen nach den Plänen der Bundesregierung wohl schon im ersten Quartal ausgeliefert werden. Bei diesen Mardern könnte es sich um alte Modelle aus Beständen der Industrie handeln. Darüber hinaus sollen wohl auch Modelle aus Bundeswehrbeständen geliefert werden.

Waffenlieferungen: Gibt es bald deutsche Kampfpanzer für die Ukraine?

Vor neuen Gesprächen in Ramstein über westliche Militärhilfe für die Ukraine hat Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg sich für die Lieferung weiterer schwerer Waffen an die Ukraine ausgesprochen. „Die jüngsten Zusagen für schweres Kriegsgerät sind wichtig - und ich erwarte schon in naher Zukunft mehr“, sagte Stoltenberg dem „Handelsblatt“.

Großbritannien hatte ebenfalls angekündigt, der Ukraine 14 Kampfpanzer vom Typ Challenger 2 zur Verfügung zu stellen. Vor dem Hintergrund der heftigen Kämpfe sowie Kriegsverbrechen in der Ukraine geraten auch der deutsche Bundeskanzler Olaf Scholz und der designierte Verteidigungsminister Boris Pistorius in Sachen Waffenlieferungen immer mehr unter Druck.

Am Freitag trifft sich auf Einladung von Austin die sogenannte Ukraine-Kontaktgruppe auf dem US-Stützpunkt Ramstein in Rheinland-Pfalz, hier soll über weitere Waffen- und Panzerlieferungen an die Ukraine beraten werden. Wichtig für Pistorius wird vor allem die Frage, ob Kampfpanzer vom Typ Leopard 2 geliefert werden sollen. Deutschland nimmt eine Schlüsselrolle ein, denn da die Panzer hier produziert werden, muss die Bundesregierung deswegen jeden Export auch anderer Länder genehmigen.

Kampfpanzer, Schützenpanzer, Spähpanzer - Wo sind die Unterschiede?

In einem Extra-Beitrag erklären wir die Unterschiede zwischen den einzelnen Panzerklassen wie Kampfpanzer, Schützenpanzer, Spähpanzer & Co.