Schwere Unwetter in Italien: Reise stornieren? Diese Rechte haben Reisende jetzt

In Italien gab es zu Wochenbeginn heftige Unwetter. Die aktuelle Lage und welche Rechte Reisende nun haben, wenn ein Urlaub in Italien ansteht.
-/Vigili del Fuoco/dpaIm Norden Italiens wird nach schweren Regenfällen eine deutsche Urlauberin vermisst. Die Frau, deren Alter und Wohnort bislang nicht veröffentlicht wurden, wurde von einer Flutwelle fortgerissen. Auch in der Millionenmetropole Mailand sowie am Comer See laufen zur Stunde Rettungsaktionen.
In der Millionenmetropole Mailand, der Hauptstadt der Lombardei, trat der Fluss Seveso über die Ufer. Die Stadtverwaltung empfahl große Vorsicht in der Nähe des Flusses, insbesondere in Unterführungen. Zudem wurden die Einwohner aufgefordert, Grünflächen und Parks zu verlassen.
Welche Rechte haben Reisende nun, wenn sie bereits in Italien sind oder demnächst dort hin verreisen möchten?
Flut in Italien am 22.9.
Über den Norden Italiens, vor allem in den Regionen Piemont und Lombardei, ist am Montag (22.9.) heftiger Regen niedergegangen. Eine Deutsche wurde vor den Augen ihres Ehemannes von den Wassermassen mitgerissen. Trotz einer großangelegten Suchaktion gelang es bislang (Stand: 23.9.2025, 11:50 Uhr) nicht, sie zu finden. Aus der Luft ist Medienberichten zufolge zu erkennen, dass die Gegend rund um den Campingplatz völlig überschwemmt ist. Mehrere andere Wohnwagen und auch Zelte wurden von den Fluten mitgerissen. Der Besitzer der Anlage, Pieter Witschge, sagte der Zeitung „La Stampa“: „Wir haben gesehen, wie das Wasser mehr als einen Meter hoch stand. Wir sind seit zwanzig Jahren hier. So etwas ist noch nie passiert.“
In verschiedenen Gemeinden wie in der Stadt Cabiate zwischen Mailand und dem Comer See floss das Wasser kniehoch durch die Straßen. Zudem gingen Erdrutsche nieder. Mehrere Bahnverbindungen wie die Strecke Como-Chiasso waren unterbrochen. Für die nächsten Tage sagen die Meteorologen weiteren Regen voraus.
Rund um den Comer See sind derzeit noch viele Urlauber aus Deutschland unterwegs. Die Rettungskräfte haben Hubschrauber im Einsatz, um Menschen zu Hilfe zu kommen, die durch das Wasser in ihren Häusern eingeschlossen sind.
Unwetter in Italien: Diese Rechte haben Reisende bei Flut
Bei akuten Überschwemmungen am Urlaubsort, die die Durchführung der Reise erheblich beeinträchtigen, besteht die Möglichkeit, die Pauschalreise kostenfrei zu stornieren. Wichtig ist, dass die Beeinträchtigung unmittelbar bevorsteht oder bereits eingetreten ist. Eine bloße Befürchtung, der Urlaubsort könnte überflutet werden, reicht nicht aus.
Pauschalreisende sollten allerdings nie direkt stornieren. Bei Extremwetter oder anderen Katastrophen am Urlaubsort muss immer zuerst den Reiseveranstalter kontaktiert werden. Oft melden sich die Veranstalter schon vorab bei Reisenden, wenn die Zielregion durch außergewöhnliche Umstände beeinträchtigt ist.
Auch wichtig: Wer in Länder reisen möchte, die häufiger von Dürre, Feuer oder auch Erdbeben betroffen sind, der sollte am besten immer eine Pauschalreise buchen. Wenn es dann zu einer Situation kommt, die eine Reiseabsage nötig macht, sind Individualtouristen meistens benachteiligt. Sie haben viel weniger Rechte auf Rückerstattung und müssen sich an mehrere Stellen wenden, beispielsweise die Airline und den Vermieter der Ferienunterkunft vor Ort. Bei Pauschalreisen gilt: Hier ist der Veranstalter in der Pflicht, das für die Urlauber zu organisieren - und auch die Kosten dafür zu tragen.
Verbraucherzentrale bietet Online-Tool
Wer Probleme mit dem Reiseveranstalter hat, kann zusätzlich ein kostenloses Online-Tool der Verbraucherzentrale Brandenburg nutzen. Der interaktive Pauschalreise-Check hilft Reisenden dabei, etwaige Ansprüche gegen den Reiseveranstalter zu prüfen und am Ende auch durchzusetzen. Das Tool liefert nicht nur eine rechtliche Ersteinschätzung, sondern erstellt auch passgenaue Musterschreiben, mit denen sich Betroffene an ihren Veranstalter wenden können.
