Urlaub in Bayern Allgäu: Ameron Neuschwanstein - Goldene Wasserhähne im Ex-Gefängnis

Märchenschloss im Blick. Der Komplex aus Bestandshäusern und Neubau vor der Kulisse von Neuschwanstein.
AmeronAufgewachsen auf Schloss Hohenschwangau blieb Ludwig II. der Gegend im bayerischen Allgäu für immer verbunden. Manifestiert in Schloss Neuschwanstein, das zum Inbegriff des Märchenschlosses wurde und zugleich eines der meistbesuchten deutschen Denkmale ist.
Ob von Neuschwanstein oder von Hohenschwangau aus - wandert der Blick ins Tal, wird er unweigerlich am Alpsee hängenbleiben. Und damit fast zwangsläufig auch am Gebäudeensemble, das sich am nordöstlichen, dem einzig bebauten Ufer findet. Auch hier sind die Spuren Ludwigs allerorten erlebbar. Obwohl der bayerische König deutlich weniger als ein Jahr in seinem Prunkbau verbracht hat, brauchte es die gesamte Infrastruktur drumherum. Und so entstanden eben auch Pferdestall und Jägerhaus.
Beide sind heute noch erhalten und dienen natürlich gänzlich anderen Funktionen. Wo einst die königlichen Reit- und Zugpferde untergebracht waren, kehrt man bayerisch-rustikal ein. Genau vor 100 Jahren pachtete der Schwangauer Gastronom Andreas Burghart das Gebäude. Damit begann eine seitdem fortgeführte gastronomische Tradition. Mittlerweile lädt der Königlich Bayerische Biergarten des „Schloss Braustüberl“ ein. Wie auch das Jägerhaus ist es Bestandteil des AMERON Neuschwanstein Alpsee Resort & Spa.
Ganz nach Ludwigs Geschmack
Im Frühjahr 2019 wurde der Gesamtkomplex eröffnet, zu dem weitere Häuser gehören. Bereits genannt, das Jägerhaus, das ab 1786 als Eisenfronveste diente, was nur ein anderer Name für Gefängnis ist. Hier wohnte der Gerichtsdiener und Arrest-Zellen gab es auch. Kaum vorstellbar, betritt man in der Neuzeit die Räume. Auch wenn das Gebäude schön länger als Dependance zum 1894 erbauten Gasthaus „Lisl“ für die Beherbergung genutzt wurde, hat es durch den Bau des Alpsee-Resorts eine komplette Auffrischung erfahren. Hier hat man nicht nur des Königs Märchenschloss von vielen Zimmern aus im Blick, in manchen darf sich der Gast gar selbst als Ludwig fühlen. Textile Tapeten mit Rosenmustern und passende Vorhänge in den Suiten, im Marmorbad Wasserhähne im goldenen Schwanendesign - das hätte dem Monarchen wohl gefallen.

Das Jägerhaus. Einst Gefängnis, nunmehr Teil des Hotelkomplexes.
AmeronAuch wenn es von außen nicht auf den ersten Blick zu sehen ist, so erhielt ebenso das „Lisl“ mit dem Neubau des Hotelkomplexes ein komplettes Update. Während die Hülle noch an die Tradition des Beherbergungsbetriebes erinnern mag, findet sich im Innern die moderne Struktur eines heutigen Stadthotels. Praktisch eingerichtet ohne großen Schnickschnack richtet sich hier alles an Besucher, die die Schlösser und Umgebung besichtigen, aber nicht wirklich lange Urlaub machen. Im Schnitt verweilt der Gast derzeit knapp über zwei Nächte im Ressort, weiß Nicola Rister, Managerin für PR & Marketing, zu berichten. Das sei für die Lage und die Gegend nicht schlecht, aber man wolle mehr.
Schlösser-Tour per E-Bike
Schließlich seien Neuschwanstein und Hohenschwangau nicht die einzigen Schlösser bzw. Sehenswürdigkeiten im Umkreis. Ob der Baumkronenweg im Walderlebniszentrum Ziegelwies, eine E-Mountainbike-Runde zu den Herrschaftshäusern oder ein Tag im nahegelegenen Füssen - Möglichkeiten, abwechslungsreiche Stunden zu verbringen, gibt es hier einige. Nicht zuletzt verheißt das Ameron mit einem 850 Quadratmeter großen „4 elements spa by Althoff“ auch entspannende Stunden nach erlebnisreichen Touren. Indoor-Pool, verschiedene Saunen, Beautyprogramme und Anwendungen - und das alles mit Blick und fast direktem Zugang zum Alpsee. Der lädt zudem zum Baden ein.

Spa mit Seeblick. Der Alpsee liegt direkt vor der Tür.
AmeronDem Gewässer besonders nah ist, wer in der Alpenrose unterkommt. Direkt am Ufer steht das vom Ressort-Stammhaus sogar durch einen Tunnel erreichbare Gebäude, das 1780/82 als „Neues Bräuhaus“ erbaut worden ist und ab 1904 als „Königliches Hofhotel und Pension zur Alpenrose“ das erste Haus am Platz war. Nach abwechslungsreicher Geschichte im 20. Jahrhundert, inklusive Schließung, wurde die Alpenrose im Zuge der Eröffnung des Museums der Bayerischen Könige durch den Wittelsbacher Ausgleichsfonds aufwendig saniert und gehört seitdem zum Ameron Neuschwanstein.
Alpenrose mit Tradition
Dessen Ensemble komplettieren die beiden Neubauten Galeria und Seehaus. Sie stellen einerseits architektonisch einen Kontrast zu den historischen Bestandshäusern dar, sind aber zugleich das verbindende Element zu selbigen. Modernes Innendesign trifft dabei auf traditionelle Handwerkskunst, was sich in Ausstattung und Materialwahl niederschlägt. Insgesamt kommt der Komplex so auf 136 Zimmer und Junior-Suiten. Tagungsräume und Ballsaal komplettieren das Angebot. Nicht zu vergessen die kulinarische Seite. „Farm to Table“, also vom Hersteller direkt auf den Teller, ist das Motto von Lisl Restaurant, Schloss Bräustüberl sowie Alpenrose am See Restaurant & Café. Und für den After-Dinner-Cocktail gibt es eine Bar, die natürlich auf den Namen Ludwig hört.

Exklusiver Blick. Auch vom Restaurant „Lisl“aus darf Neuschwanstein bewundert werden.
AmeronIm „Lisl“ wird auch das Frühstück serviert, bei dem es von manchen Plätzen aus einen exklusiven Blick auf Neuschwanstein gibt. Wer im Biergarten des Schloss Braustüberl sitzt, hat eine unverbaute Aussicht auf Schloss Hohenschwangau, wie sie auch aus dem Lobbybereich der Galeria sowie zahlreichen, nach Westen ausgerichteten Zimmern geboten wird. Vom See-Restaurant schließlich kann mitunter der Sonnenuntergang über Alpsee und Bergen bewundert werden. Die Bauherren der original Bestandshäuser hatten offensichtlich ein gutes Händchen, in Sachen Lage ihren Gästen etwas für Auge und Seele zu bieten.
Ameron Neuschwanstein Alpsee Resort & Spa
Anfahrt: Der Ressort-Komplex liegt direkt am Alpsee im Schwangauer Ortsteil Hohenschwangau zu Füßen der Königsschlösser Hohenschwangau und Neuschwanstein. Die Stadt Füssen ist ca. 4, München knapp 155 Kilometer entfernt.
Ressort: Eigentümer ist der Wittelsbacher Ausgleichsfonds, der vor 100 Jahren gegründet worden ist und die Vermögensverhältnisse zwischen dem Freistaat und dem ehemaligen Herrscherhaus der Wittelsbacher (auch Ludwig II.) klärt. Die Erträge aus der Stiftung öffentlichen Rechts fließen der Familie zu. Betreiber der Hotelanlage ist die Ameron Collection, die zu den Althoff Hotels gehört.
Ausstattung: Das Ameron Neuschwanstein Alpsee Resort & Spa besteht aus insgesamt sechs Gebäuden, in fünf davon sind Zimmer untergebracht. Dabei zählen das „Lisl“, das „Jägerhaus“, die „Alpenrose“ sowie die Restauration „Schloss Braustüberl“ zu den historischen Bestandsgebäuden, deren Herkunft teils bis auf Ludwig II. zurückgehen. Das Ressort verfügt über drei Restaurant, eine Bar, Tagungsräume, Ballsaal sowie einen 850 Quadratmeter großen Spa- und Wellness-Bereich.

