Vermisste Deutsche in Australien
: Carolina nach zwölf Tagen in der Wildnis entdeckt

Vor ungefähr zwei Wochen wurde Carolina W. in Australien als vermisst gemeldet. Nun wurde erst das Auto der Deutschen gefunden und dann sie selbst. Alle Infos gibt es hier.
Von
Lea Lange
Karroun Hill
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Deutsche Backpackerin in Australien vermisst: HANDOUT - 11.07.2025, Australien, -: Ein Screenshot aus einem ABC-Fernsehvideo zeigt Carolina Wilga (r) beim Einsteigen in ein Flugzeug am Freitag, 11. Juli 2025. Eine deutsche Rucksacktouristin, die seit 12 Tagen in einem abgelegenen Buschland vermisst wurde, ist von Einsatzkräften lebend gefunden worden. Foto: Abc/ABC/AAP/dpa - ACHTUNG: Nur zur redaktionellen Verwendung und nur mit vollständiger Nennung des vorstehenden Credits +++ dpa-Bildfunk +++

Ein Screenshot aus einem ABC-Fernsehvideo zeigt Carolina W. (r) beim Einsteigen in ein Flugzeug am Freitag, 11. Juli 2025.

Abc/ABC/AAP/dpa

Gute Nachrichten aus Australien. Nach zwölf Tagen ist eine verschwundene junge Frau aus Deutschland wiedergefunden worden. Ihr geht es den Umständen entsprechend gut. Das ist ihre Geschichte:

Wie geht es Carolina?

Carolina W. (26) sei am späten Freitagnachmittag (Ortszeit) zufällig von einem Passanten auf einem abgelegenen Buschpfad entdeckt worden, teilte die Polizei mit. „Ich denke, wenn wir ihre Geschichte hören, wird sie bemerkenswert sein“, sagte Polizeisprecher Martin Glynn.

Die Rucksacktouristin sei in einem „angeschlagenen“ Zustand, sagte Glynn. Sie habe aber keine ernsthaften Verletzungen. Die junge Frau sei mittlerweile mit einem Hubschrauber zur medizinischen Behandlung in ein Krankenhaus in Perth geflogen worden.

Die Polizei lobte derweil das Durchhaltevermögen und den Mut der jungen Frau: „Sie hat offensichtlich viel durchgemacht. Sie hat einige Verletzungen, wurde von Mücken geplagt und hat eine unglaublich traumatische Erfahrung gemacht“, betonte Glynn.

So verschwand Carolina in Australien

Die Deutsche, die seit zwei Jahren durch Australien reiste, war zuletzt am 29. Juni in Beacon gesehen worden. Der Ort liegt im sogenannten australischen Weizengürtel (Wheatbelt) - einer dünn besiedelten, für ihren Getreideanbau bekannten Region. Seither verlor sich ihre Spur, bis am Donnerstag ihr Fahrzeug in der Wildnis der riesigen Karroun Hill Nature Reserve entdeckt wurde, rund 300 Kilometer nordöstlich von Perth.

Das Fahrzeug hatte offenbar mechanische Probleme, und Carolina W. hatte es nicht mehr geschafft, es zu befreien und weiterzufahren. Von der Backpackerin, die sich ihre Reise unter anderem durch Arbeit in Minen finanzierte, fehlte aber weiter jede Spur.

Auch ihr Telefon war ausgeschaltet - was die Sorgen noch erhöhte, weil sie zuvor ihre Familie, die in Castrop-Rauxel in Nordrhein-Westfalen lebt, regelmäßig kontaktiert hatte. Carolinas Mutter hatte in sozialen Netzwerken dazu aufgerufen, die Suche der Polizei nach ihrer Tochter zu unterstützen.

Outback gilt als „gefährlich“

Carolina sei in den vergangenen Tagen mit „unglaublichen Bedingungen zurechtgekommen“, erklärte Glynn weiter. Das Outback sei sehr lebensfeindlich, „sowohl was die Flora als auch die Fauna betrifft“. Es sei extrem schwer, in diesem Gelände alleine zurechtzukommen. Es grenze an ein Wunder, dass ihr Auto überhaupt gefunden worden sei.

Seit dem Fund hatten die Einsatzkräfte die Suche am Boden und aus der Luft mit Hubschraubern weiter intensiviert. Polizeioberkommissarin Jessica Securo hatte am Morgen erklärt, die Deutsche habe wahrscheinlich ihr Fahrzeug verlassen und sich dann in dem riesigen Gebiet verirrt. Der Van befand sich 35 Kilometer landeinwärts vom nächsten größeren Pfad. Das Outback in Westaustralien gilt als besonders wild und wegen der geringen Besiedlung und rauen Bedingungen als gefährlich.

„Obwohl es dort viele Pfade gibt, kann man sich leicht verirren oder die Orientierung verlieren, wenn man sich nicht gut auskennt“, hatte Securo betont. Carolinas Mitsubishi-Van sei aber gut ausgerüstet gewesen, unter anderem mit Solarmodulen und Wasser, hieß es. Ein forensisches Spezialteam versuchte seither herauszufinden, welche Art von Vorräten und anderem Equipment die Vermisste aus dem Fahrzeug mitgenommen haben könnte.

Aufatmen in Australien

Der Premierminister des Bundesstaates Western Australia, Roger Cook, sprach in sozialen Medien von einer „bemerkenswerten Nachricht“ und dankte allen, die sich an der Suche beteiligt hatten. „Vielen Dank an unsere Rettungsdienste und alle, die gesucht, Informationen weitergegeben und die Familie in dieser schweren Zeit unterstützt haben“, schrieb er und fügte hinzu: „Wir haben noch kein vollständiges Bild von dem, was passiert ist, aber heute Abend können wir alle etwas beruhigter atmen, weil wir wissen, dass es Carolina gut geht.“