Vogel des Jahres 2026: Warum das Rebhuhn so besonders und so selten ist

Vogel des Jahres 2026: Das Rebhuhn ist der Gewinner! Ein besonderer und nur noch recht seltener Vogel.
Sina Schuldt/dpaDas Rebhuhn wurde zum Vogel des Jahres 2026 gewählt. Wenn in den frühen Morgenstunden ein heiseres „girrhäk“ über die Felder klingt, ist es da: das Rebhuhn. Es ist kein bunter Paradiesvogel, sondern ein Meister der Tarnung. Dennoch ist es vom Aussterben bedroht.
Rebhuhn – Vogel des Jahres 2026
Das Rebhuhn setzt sich bei der Wahl gegen die Amsel, die Waldohreule, die Schleiereule sowie den Zwergtaucher durch. Mit der Wahl zum Vogel des Jahres 2026 wollen NABU und LBV nicht nur auf den Rückgang der Art aufmerksam machen, sondern auch auf das, was sie symbolisiert: lebendige Felder voller Hecken, Blühstreifen und Insekten. Wo Rebhühner leben, ist die Agrarlandschaft gesund – und das Leben in Balance.
Seit 1980 sind die Bestände in Europa um 94 Prozent und in Deutschland um rund 87 Prozent zurückgegangen – eine alarmierende Entwicklung!
Der Ruf, der dem Rebhuhn seinen Namen gab
Seinen Namen verdankt das Rebhuhn seinem charakteristischen Alarmruf: ein raues „repreprep“, das über die Felder rollt, wenn Gefahr droht. Männchen markieren ihr Revier mit einem tiefen, schnarrenden Ruf – ein Naturklang, der in vielen Regionen Deutschlands fast verstummt ist.
Das Rebhuhn ist am Boden Zuhause
Rebhühner sind echte Bodenbewohner. Der Kurzstreckenflieger kann seinen Feinden somit nur schwer entkommen. Sie schlafen, brüten und fressen am Boden – meist im Familienverband, den sogenannten Ketten. Ihre Nahrung ist vielseitig: Samen, Kräuter und Körner stehen ebenso auf dem Speiseplan wie Insekten und Spinnen, die für die Küken überlebenswichtig sind. Sein Gebiet von höchstens zwei Quadratkilometern verlässt so ein Rebhuhn nie.
Hoffnung auf das große Comeback
In Berlin selbst ist das Rebhuhn praktisch ausgestorben. In Brandenburg, besonders in der Prignitz, werden Rebhühner bereits wieder gezüchtet und ausgewildert. Dennoch ist weiterhin mehr Vielfalt in der Agrarlandschaft notwendig. Hecken, Blühstreifen und eine intensivere Bewirtschaftung helfen dem Rebhuhn, wieder Fuß zu fassen. Der NABU empfiehlt ebenso den Verzicht auf Pestizide und eine angepasste Düngung, um die Rückkehr von Insekten und Wildkräutern zu fördern, damit des mehr Nahrung für Alt- und Jungvögel gibt.