Vogelgrippe breitet sich aus: Was tun, wenn man einen toten Vogel findet?

Die Vogelgrippe breitet sich in Brandenburg und weiteren Bundesländern aus. Was tun, wenn man einen toten Vogel im eigenen Garten oder der freien Natur findet?
Patrick Pleul/dpaEin toter Vogel im Garten oder auf dem Weg, etwa bei einem Spaziergang, dürfte aktuell viele Menschen verunsichern. In Brandenburg und weiteren Teilen Deutschlands sind bereits Tausende Wildvögel gestorben, Tierzuchtbetriebe mussten ihren Tierbestand töten.
Das Virus kann in seltenen Fällen auch auf Menschen übergehen, auch Haustiere wie Katzen oder Hunde sind gefährdet. Was also tun, wenn man einen toten Vogel im eigenen Garten oder beim Spaziergang findet?
Wie wird Vogelgrippe übertragen?
Laut Robert Koch-Institut geschieht die Übertragung fast immer durch direkten Kontakt mit infizierten Tieren oder deren Ausscheidungen. Abstand ist daher der wichtigste Schutz, auch für Haustiere.
Nach jedem Kontakt in der Nähe eines Kadavers müssen Hände, Kleidung und Schuhe gründlich gereinigt werden. Das Virus kann über Körperflüssigkeiten oder Kot übertragen werden.
Tote Vögel im Garten
Bei Singvögeln steckt meist keine Vogelgrippe dahinter, sondern ein Anflug an Scheiben, eine Katze oder andere Infektionen. Trotzdem gilt: Wer einen Vogel findet, sollte diesen nur mit Handschutz oder Tüte aufnehmen, die Tüte verschließen und den Fund dem örtlichen Veterinäramt melden. So können die Behörden prüfen, ob das Virus den Tod verursacht hat.
Beobachtungen von toten oder kranken Vögeln können auf Meldeplattformen wie Ornitho.de eingetragen werden. Diese Daten helfen, die Ausbreitung der Vogelgrippe bundesweit besser zu verfolgen.
Futterstellen regelmäßig reinigen, keine Wasservögel füttern!
Futterstellen für Vögel im eigenen Garten sollten regelmäßig gereinigt werden. Offene Vogelhäuschen sind ungünstig, weil Futter leicht verunreinigt wird. Besser sind Silos oder aufgehängte Knödel.
Wasservögel zu füttern, sehen Experten ohnehin kritisch. Nun aber noch mehr: „Überall wo es zur Ansammlung von Vögeln kommt, steigt die Gefahr der Ansteckung - und die passiert bei der Vogelgrippe schnell“, warnt Martin Rümmler. Am besten verzichtet man also darauf, Wasservögel zu füttern.
Tote Vögel in der Natur: So sollte man vorgehen
In Zeiten von Vogelgrippe-Ausbrüchen gilt ganz besonders: „Von toten Vögeln Abstand halten“, sagt Martin Rümmler, Vogelschutzreferent beim Naturschutzbund (Nabu). „Panisch zurückspringen muss man nicht, aber man sollte das Tier natürlich nicht anfassen. Und wer mit dem Hund unterwegs ist, sollte verhindern, dass er den Kadaver ins Maul nimmt.“
Verendete Vögel sollte man melden. Erste Anlaufstelle dafür ist auch in diesem Fall das zuständige Veterinäramt. „Was man auf jeden Fall nicht machen sollte: das Tier auf eigene Faust einsammeln und entsorgen“, so Rümmler.
Wer tote Vögel in der freien Natur eigenmächtig aufhebt oder entsorgt, riskiert sogar Ärger. Liegt etwa eine Ente im Jagdrecht, kann das als Wilderei gelten. Auch aus der Ferne gilt Vorsicht: Wer am Boden liegende Vögel sieht, sollte das Veterinäramt informieren und Abstand halten. Manche Tiere leben noch und geraten durch Annäherung in Stress.
