Volkswagen, Adidas, BASF, Allianz: Wie steht man zum Krisenbonus?

Das VW-Logo steht auf dem Markenhochhaus im Volkswagen-Stammwerk in Wolfsburg.
Julian Stratenschulte/dpaDie Bundesregierung hat eine sogenannte Entlastungsprämie von bis zu 1.000 Euro ins Gespräch gebracht. Arbeitgeber könnten diese unter bestimmten Voraussetzungen steuer- und sozialabgabenfrei an Beschäftigte auszahlen. Eine verpflichtende Auszahlung ist jedoch nicht vorgesehen. Entsprechend zurückhaltend fallen derzeit die Reaktionen großer Unternehmen aus.
BASF verweist auf wirtschaftliche Lage
Beim Chemiekonzern BASF wird die geplante Prämie vor dem Hintergrund der aktuellen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen betrachtet. Das Unternehmen betont, dass durch eine mögliche Auszahlung keine zusätzlichen Belastungen entstehen dürften. Sobald die gesetzlichen Details feststehen, wolle man die Maßnahme „sorgfältig prüfen und entsprechend bewerten“, teilte eine Sprecherin mit.
Adidas wartet auf gesetzliche Klarheit
Auch beim Sportartikelhersteller Adidas hält man sich mit einer konkreten Einschätzung zurück. Solange das Gesetzgebungsverfahren nicht abgeschlossen sei, sei es „zu früh für eine detaillierte Stellungnahme“. Man werde die endgültige Regelung analysieren und dann mögliche Optionen prüfen.
Unabhängig davon verweist Adidas auf bestehende Zusatzleistungen für Beschäftigte, insbesondere im Bereich Mobilität. Dazu zählen unter anderem firmeneigene Shuttlebusse, Zuschüsse für den öffentlichen Nahverkehr sowie Angebote wie Fahrradleasing und Mitfahr-Apps.
Volkswagen sieht Informationslücken
Ähnlich äußert sich Volkswagen. Der Konzern habe den Vorschlag der Bundesregierung zur Kenntnis genommen, verfüge bislang jedoch über keine konkreten Informationen zu den genauen Regelungen. Vor diesem Hintergrund wolle man sich derzeit nicht weiter äußern, erklärte ein Sprecher.
Allianz kündigt Prüfung an
Der Versicherungskonzern Allianz bleibt ebenfalls vage. Man werde die mögliche Entlastungsprämie prüfen, sobald deren konkrete Ausgestaltung bekannt sei, heißt es aus dem Unternehmen.
ROSSMANN kündigt schnelle Umsetzung an
Während viele Konzerne noch abwarten, hat die Drogeriekette ROSSMANN bereits konkrete Schritte angekündigt. Das Unternehmen will allen Beschäftigten eine steuer- und abgabenfreie Soforthilfe von 500 Euro zahlen, Verkaufshilfen sollen 250 Euro erhalten – sobald die gesetzlichen Voraussetzungen geschaffen sind.
Branche wartet ab
Insgesamt zeigt sich: Die großen Unternehmen verfolgen die politischen Entwicklungen aufmerksam, vermeiden jedoch derzeit klare Zusagen. Solange Details zu Voraussetzungen, Ausgestaltung und möglichen finanziellen Auswirkungen fehlen, bleibt der Krisenbonus für viele Firmen ein Thema auf Beobachtungsposten.
