Wal in der Ostsee
: Karte zeigt mögliche Route

Ein seit Wochen in der Ostsee festsitzender Buckelwal steht vor einer entscheidenden Phase seiner Rettung. Noch heute könnte der aufwendige Transport des Tieres beginnen.
Von
David Hahn
Wismar
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Wal Ostsee Karte

Ausschnitt der Karte, welche eine mögliche Route für den Wal aus der Ostsee hinaus zeigt. Die gesamte Strecke wird weiter unten im Artikel abgebildet.

AFP

Der seit Wochen in der Ostsee festsitzende Buckelwal soll in einer aufwendigen Aktion zurück Richtung Nordsee gebracht werden. Ein speziell vorbereiteter Lastkahn könnte dafür noch heute in See stechen.

Wal in der Ostsee: Aktueller Rettungsversuch

Der schätzungsweise zwölf Tonnen schwere Meeressäuger soll nach vier Wochen in einem flachen Seitenarm der Wismarbucht seine Reise Richtung Nordsee antreten – lebend, samt Wasser an Bord eines Lastkahns, mit dem normalerweise Schiffe transportiert werden.

Der technische Leiter der privaten Initiative für den Transport des Tiers, Felix Bohnsack, hatte kürzlich das Konzept für den Transport erklärt: „Die Barge misst insgesamt 50 Meter in Länge, 13 Meter in Breite.“ Sie habe eine Ladekapazität von 400 Tonnen. Durch Wassertanks in den Seiten könne man die Barge absenken und anheben. Im Innenraum biete sie in der Länge etwa 47 Meter und in der Breite etwa 11 Meter Platz. „Die Barge hat insgesamt einen Ladetiefgang von vier Metern.“

Der Wal ist mittlerweile in den Frachtkahn geschwommen, mit dem er aufs offene Meer gebracht werden soll. Noch heute, am Dienstag, dem 28. April 2026, könne das Tier abtransportiert werden. Je nachdem, ob die See ruhig sei, könne es am Abend losgehen, betonte Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus.

Karte zeigt mögliche Route

Von seiner aktuellen Position bis zum südlichen Ende des Kattegats sind es rund 200 Kilometer und bis zum Skagerrak weitere etwa 250. Die folgende Karte zeigt eine mögliche Strecke, welche die Retter mit dem Wal zurückzulegen haben:

Karte Route Wal Ostsee

Diese Karte der Nachrichtenagentur Agence France-Presse (AFP) zeigt eine mögliche Route für den Wal aus der Ostsee zurück in den natürlichen Lebensraum des Buckelwals.

AFP

Wal seit Anfang März an der Küste unterwegs

Bereits Anfang März war der Buckelwal nach Angaben der Behörden in Küstennähe aufgetaucht, zunächst im Hafen von Wismar. In der Nacht zum 23. März strandete er auf einer Sandbank vor Timmendorfer Strand in Schleswig-Holstein. Dem Tier gelang es, das flache Wasser über eine ausgehobene Rinne zu verlassen. Danach nahm es aber nicht Kurs aufs offene Meer und Richtung Norden, sondern schwamm wieder Richtung Wismar.

Schließlich schwamm es in die Kirchsee genannte flache Bucht der Insel Poel. Dort strandete es erneut, schwamm sich zwischenzeitlich frei, lag aber weniger Stunden später am Ausgang der Bucht wieder fest.

Hintergrund: Buckelwal in der Ostsee

Die Ostsee ist, unter anderem wegen eines zu geringen Salzgehalts im Wasser, kein natürlicher Lebensraum für große Wale. Heimisch sind dort lediglich Schweinswale, deren Bestände jedoch als bedroht gelten. Buckelwale hingegen gehören zu den größten Meeressäugern und können bis zu 15 Meter lang und rund 35 Tonnen schwer werden. Immer wieder werden einzelne Tiere in der Ostsee gesichtet, ein möglicher Grund ist laut Experten auch eine gewachsene Population. Viele Tiere finden später wieder den Weg zurück in die Nordsee. Strandungen bleiben selten, stellen aber aufgrund des enormen Gewichts und der Stressanfälligkeit der Tiere eine große Herausforderung für Rettungsteams dar.

Mit Material der dpa und AFP