Wal Ostsee aktuell
: Schlechte Nachrichten für Buckelwal vor Wismar

Vor Wismar kämpft ein Buckelwal seit Tagen ums Überleben. Umfangreiche Untersuchungen kommen nun zu einem ernüchternden Ergebnis.
Von
David Hahn
Wismar
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Buckelwal sitzt vor Insel Poel fest: ARCHIV - 01.04.2026, Mecklenburg-Vorpommern, Wismar: Der Buckelwal liegt vor der Insel Poel. Die Rettungsversuche für den vor Wismar erneut gestrandeten Wal wurden eingestellt. (zu dpa: «Ostsee-Wale bewegten schon vor Jahrhunderten die Menschen») Foto: Philip Dulian/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Der Buckelwal liegt am 1. April vor der Insel Poel. Die Rettungsversuche für den vor Wismar erneut gestrandeten Wal wurden eingestellt.

Philip Dulian/dpa

Nachdem sich der Wal nach Tagen auf einer Sandbank vor Timmendorfer Strand und mehreren Rettungsaktionen befreien konnte, ist er seit dem 31. März erneut in flachem Wasser vor Wismar in eine schwierige Lage geraten. Einschätzung der Experten wird der Wal, von der Presse auch „Timmy“ genannt, dort voraussichtlich sterben. Weitere Rettungsmaßnahmen sind nicht geplant und eine Befreiung aus eigener Kraft scheint ausgeschlossen. Die aktuellen Entwicklungen und Hintergründe gibt es hier zusammengefasst.

Wal in der Ostsee aktuell: Rettung ausgeschlossen

Die Hoffnungen auf eine Rettung des vor Wismar gestrandeten Buckelwals haben sich zerschlagen. Nach zahlreichen wissenschaftlichen Untersuchungen erklärten Experten auf der Insel Poel, dass weder eine Lebendbergung möglich sei noch das Tier sich aus eigener Kraft befreien könne.

Der Gesundheitszustand des rund zwölf Meter langen Meeressäugers ist kritisch. Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) bezeichnete den Wal als „schwerstkrank“. Wie lange das Tier noch leben wird, lasse sich nicht abschätzen.

Kein Katamaran: Warum Rettungsversuche scheitern würden

Fachleute des Instituts für terrestrische und aquatische Wildtierforschung (ITAW) raten dringend von einem Rettungsversuch ab. Der Zustand der Haut habe sich zuletzt deutlich verschlechtert, erklärte Expertin Stephanie Groß. Die Oberfläche reiße bereits ein. Beim Anheben mit Gurten bestehe die Gefahr, die Haut großflächig abzuziehen.

Zudem gehen die Wissenschaftler davon aus, dass der Wal bereits innere Schäden erlitten hat. Ein Transport würde enormen Stress verursachen und das Tier vermutlich töten. Auch ein zuletzt diskutierter Einsatz eines Spezial-Katamarans aus Dänemark wurde daher verworfen.

Timmy: Zu niedriger Wasserstand verhindert Befreiung

Auch eine Selbstrettung gilt als ausgeschlossen. Der Wal liegt in einer Mulde im weichen Meeresboden, große Teile seines Körpers ragen aus dem Wasser. Laut Experten müsste der Wasserstand etwa 60 Zentimeter höher sein, damit sich das Tier freischwimmen könnte.

Eine solche Entwicklung ist jedoch nicht in Sicht. Prognosen gehen in den kommenden Tagen sogar von sinkenden Wasserständen aus. Zudem fehle dem Wal aufgrund seines schlechten Zustands die notwendige Kraft. Beobachtungen zeigen, dass das Tier kaum noch auf Annäherung reagiert. Während es zuvor noch Bewegungen zeigte, verhält es sich inzwischen weitgehend regungslos.

Einschläfern keine Option

Auch ein gezieltes Töten, um dem Wal weiteres Leid zu ersparen, wurde geprüft. Die zuständigen Behörden verwarfen diese Option jedoch. Methoden wie Harpunen, Giftstoffe oder Sprengungen bergen erhebliche Risiken, dass sie nicht sofort wirken und das Tier zusätzlich leiden würde.

Bergung des Kadavers vorbereitet

Für die Zeit nach dem Tod des Wals gibt es bereits konkrete Pläne. Ein Bergungskonzept befindet sich laut Umweltministerium in der finalen Abstimmung. Die Vorbereitung würde etwa zwei Tage dauern, die eigentliche Bergung einen weiteren Tag. Spezialisierte Unternehmen aus Deutschland und Dänemark stehen bereit, um das Tier mit Schiffen und Hebetechnik zu bergen. Ein genauer Zeitpunkt ist jedoch noch offen.