Wal Timmendorfer Strand aktuell: So ist die Lage des gestrandeten Buckelwals

Mit Booten wurden Wellen erzeugt, um dem Wal bei der Rückkehr in tieferes Wasser zu helfen. Bisherige Rettungsversuche sind jedoch gescheitert.
Jens Büttner/dpaVor der Küste von Niendorf (Timmendorfer Strand) sorgt ein gestrandeter Buckelwal für große Anteilnahme. Das Jungtier liegt seit Montagfrüh auf einer Sandbank, sein Rücken ragt aus dem Wasser. Wie ist die Situation am Mittwoch, dem 25. März 2026?
Gestrandeter Wal am Timmendorfer Strand aktuell
Nach Angaben von Helfern lebt der Wal noch und zeigt weiterhin Bewegungen. Dennoch bleibt seine Lage kritisch. Bisherige Rettungsversuche scheiterten. Der Buckelwal ist wohl deutlich größer als zunächst angenommen. Das Tier sei wahrscheinlich zwischen 12 und 15 Meter lang, sagte Joseph Schnitzler vom Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung (ITAW) der Nachrichtenagentur dpa. Das Gewicht wurde demnach auf rund 15 Tonnen geschätzt. Das Alter sei schwer zu bestimmen, auch wegen der Hautveränderungen im Zuge der Strandung, hieß es.
Mit einem Saugbagger konnte der feste Sand nicht ausreichend entfernt werden. Das Hochwasser habe in der Nacht auf Dienstag nicht ausgereicht, damit sich das etwa zehn Meter lange Tier aus eigener Kraft hätte freischwimmen können, sagte ein Polizeisprecher. Zum Einsatz kamen die letzten Tage unter anderem auch Polizei-Boote, Schlauchboote und Drohnen, zahlreiche Helfer sowie ITAW-Experten. Mit den Booten wurden Wellen erzeugt, um dem Wal bei der Rückkehr in tieferes Wasser zu helfen - bislang jedoch ohne Erfolg.
Um den vor Schleswig-Holstein gestrandeten Buckelwal zu retten, setzen die Helfer nun auf einen größeren Schwimmbagger aus Niedersachsen. Wie ein Sprecher der Gemeinde Timmendorfer Strand der Nachrichtenagentur AFP mitteilte, sei das Gerät bereits vor Ort und werde derzeit aufgebaut. Der Gemeinde zufolge soll er den Bereich um den Wal freispülen, damit dieser einen Weg zurück in tieferes Wasser findet. Mit dem Einsatz wird voraussichtlich jedoch erst am Donnerstag begonnen, unter anderem wegen des stürmischen Wetters. Der Bereich um das Tier ist derzeit abgesperrt, um zusätzlichen Stress zu vermeiden.
Tötung laut Experten ausgeschlossen
Eine Tötung des jungen Buckelwals, um ihn von möglichem Leiden zu erlösen, ist nach Angaben der ITAW-Leiterin Ursula Siebert keine Option. Es gebe internationale Absprachen, was gemacht werden könne und wie. „Je größer der Wal ist, desto schwieriger wird das ganze“, erklärte Siebert. Auch die Gegebenheiten vor Ort seien ungünstig.
Das Deutsche Meeresmuseum teilte mit, im Grunde sei das Wasser zu flach für den Wal, aber zu tief für eine gezielte Tötung. „Zudem gibt es bei einem solchen großen Wal keine zuverlässige Methode der Euthanasierung, mit der man weiteres Leiden vollständig ausschließen kann.“
Warum ist der Wal gestrandet?
Experten gehen davon aus, dass sich große Wale wie Buckelwale in der Ostsee meist verirren, wenn sie auf Nahrungssuche Fischschwärmen folgen. Auch Unterwasserlärm kann ihre Orientierung beeinträchtigen. Besonders junge Tiere neigen dazu, neue Gebiete zu erkunden, und geraten dabei leichter in flache Gewässer. Vermutlich handele es sich um einen jungen Bullen, weil die männlichen Tiere im Gegensatz zu den Kühen auf Wanderschaft sind, so Sven Biertümpfel von der Meeresschutzorganisation Sea Shepherd. Das gestrandete Tier könnte zudem identisch sein mit einem Wal, der zuvor im Hafen von Wismar gesichtet wurde.
Hintergrund: Buckelwale in der Ostsee
Die Ostsee ist kein natürlicher Lebensraum für große Wale. Heimisch sind dort lediglich Schweinswale, deren Bestände jedoch als bedroht gelten. Buckelwale hingegen gehören zu den größten Meeressäugern und können bis zu 15 Meter lang und rund 35 Tonnen schwer werden. Immer wieder werden einzelne Tiere in der Ostsee gesichtet, ein möglicher Grund ist laut Experten auch eine gewachsene Population. Viele Tiere finden später wieder den Weg zurück in die Nordsee. Strandungen bleiben selten, stellen aber aufgrund des enormen Gewichts und der Stressanfälligkeit der Tiere eine große Herausforderung für Rettungsteams dar.
Mit Material der dpa und AFP
