Silberpreis aktuell
: Kurs stürzt ab - Das sind die Gründe

Zum Wochenstart setzt der Silberpreis seine Talfahrt fort und ist im aktuellen Tagestief um knapp 40 Prozent im Vergleich zum Vorwochenhoch gefallen. Was dahinter steckt.
Von
Matthias Kemter
Berlin
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Silber

Zum Wochenstart setzt der Silberpreis seine Talfahrt fort und ist im aktuellen Tagestief um knapp 40 Prozent im Vergleich zum Vorwochenhoch gefallen. Was dahinter steckt.

Sven Hoppe/dpa

Am Freitag erlebte der Silberpreis einen beispiellosen Einbruch und verlor innerhalb von 24 Stunden über 30 Prozent seines Wertes. Was steckt hinter diesem Kurssturz, und wie könnte es in den nächsten Tagen weitergehen?

Nach einer Rekordrally folgt der Absturz

Nach einem beeindruckenden Anstieg, bei dem der Silberpreis alleine im Januar um fast 70 Prozent zulegte, kam am Freitag der große Rückschlag. Vom neuen Allzeithoch bei knapp 121 US-Dollar fiel der Kurs innerhalb eines Tages um 35 Prozent auf etwa 78 US-Dollar. Der größte prozentuale Rückgang seit 1980. Zum Wochenende stabilisierte sich der Silberpreis bei rund 85 US-Dollar je Feinunze, was allerdings nicht lange anhielt. Zum Beginn der Handelswoche sackte der Silberpreis erneut ab und landete bei 72 USD im Vormittagstief. Ein Verlust von 40 Prozent. Aktuell hat sich der Kurs bei knapp 80 Dollar eingependelt.

Politische Unsicherheiten und Kevin Warsh

Ein zentraler Grund für den Preisverfall war die Ankündigung von US-Präsident Donald Trump, Kevin Warsh als neuen Vorsitzenden der Federal Reserve und somit als Nachfolger von Jerome Powell zu nominieren. Warsh galt in der Vergangenheit als Befürworter einer strikten Zinspolitik, was die Hoffnungen auf eine lockere Geldpolitik dämpfte. Obwohl er mittlerweile als linientreu zu Trumps Einstellung von niedrigen Zinsen gilt, überwog am Markt die Angst vor gleichbleibenden oder gar steigenden Zinsen.

Dies führte zu einer leichten Erholung des US-Dollars, was den Silberpreis zusätzlich unter Druck setzte. Da Silber in US-Dollar gehandelt wird, verteuert ein starker Dollar das Edelmetall für Käufer außerhalb der USA und schwächt die Nachfrage.

Gewinnmitnahmen und technische Korrekturen

Der Silbermarkt war in den letzten Monaten stark überhitzt. Allein in den letzten vier Wochen stieg der Preis um fast 70 Prozent, in den vergangenen sechs Monaten sogar um über 300 Prozent. Kein anderes Edelmetall konnte einen derartigen Anstieg verzeichnen. Charttechnisch befand sich der Markt in einer überkauften Situation, die den Preis besonders anfällig für Korrekturen machte. In solchen Fällen ist es nur eine Frage der Zeit, bis eine Korrektur einsetzt. Die einzige Unbekannte ist dann die Frage, wie stark die Korrektur ausfällt.

Die Nominierung von Kevin Warsh brachte den Stein ins Rollen. Viele Anleger nutzten die hohen Preise, um Gewinne mitzunehmen, was eine Verkaufswelle auslöste. Sobald in solchen Talfahrten auch noch wichtige Unterstützungsmarken unterschritten werden, verstärken automatisierte Verkäufe den Abwärtstrend. Solche Stop-Loss-Wellen dienen zwar der Absicherung von Verlusten, aber bringen auch zusätzliche Dynamik in den Markt und beschleunigen den Kursrückgang. Dass der Silberpreis am stärksten von den Turbulenzen am Edelmetallmarkt betroffen war, ist wenig überraschend, da sich der Kurs des Edelmetalls sehr volatil bewegte.

Marktpsychologie und hohe Volatilität

Die Nervosität unter Anlegern war bereits vor dem Einbruch groß. Der Silbermarkt ist im Vergleich zu anderen Rohstoffmärkten relativ illiquide, was ihn besonders anfällig für starke Schwankungen macht. Die hohe Volatilität zeigt, dass der Markt weiterhin nach einem „fairen“ Preis sucht. Trotz des Rückgangs bleibt der langfristige Aufwärtstrend intakt, da fundamentale Faktoren wie geopolitische Unsicherheiten und die Rolle von Silber als sicherer Hafen weiterhin bestehen.