Weihnachtsgeld 2025
: So groß ist der Unterschied zwischen Ost und West

Nur die Hälfte aller Arbeitnehmer erhält Weihnachtsgeld. Außerdem unterscheidet sich die Höhe des Weihnachtsgeldes je nach Branche. Wer bekommt am meisten?
Von
Theresa Thiem
Berlin
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Weihnachtsgeld für jeden Zweiten - große Spanne: ILLUSTRATION - 04.12.2018, Sachsen, Dresden: Beschäftigte in Branchen mit Tarifvertrag haben deutlich bessere Aussichten auf Weihnachtsgeld.  (zu dpa: «Weihnachtsgeld für jeden Zweiten - große Spanne») Foto: Monika Skolimowska/dpa/dpa-tmn +++ dpa-Bildfunk +++

Beschäftigte in Branchen mit Tarifvertrag haben bessere Aussichten auf Weihnachtsgeld.

Monika Skolimowska/dpa-tmn/dpa

Weihnachtsgeld ist ein netter Bonus für Arbeitnehmer. Aber nur 51 Prozent aller Beschäftigten bekommen Weihnachtsgeld. Bei Arbeitnehmern mit Tarifvertrag sind es 77 Prozent.

Wer bekommt Weihnachtsgeld?

Etwa jeder zweite Arbeitnehmer bekommt Weihnachtsgeld und dadurch möglicherweise ein doppelt so hohes Gehalt als normalerweise. Meist wird die zusätzliche Zahlung schon im November überwiesen. Aber nicht immer ist das Weihnachtsgeld genauso hoch wie das eigentliche Monatsgehalt. Je nach Arbeitgeber kann das Weihnachtsgeld darüber oder darunter liegen. Insbesondere Arbeitnehmer, die nach Tarifvertrag bezahlt werden, erhalten den Vorteil von Weihnachtsgeld. So bekommen 77 Prozent aller Beschäftigten in Betrieben mit Tarifvertrag Weihnachtsgeld. Bei Arbeitnehmern ohne Tarifvertrag sind es nur 41 Prozent. Das hat eine Umfrage des Internetportals Lohnspiegel.de, das vom Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Institut (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung betreut wird, ergeben.

Unterschiede im Weihnachtsgeld: Wer bekommt mehr?

Bei dieser Umfrage zeigte sich außerdem, dass Männer und Frauen bei der Thematik Weihnachtsgeld nicht gleichgestellt sind. Bei den Männern waren es 54 Prozent, die Weihnachtsgeld ausgezahlt bekommen haben und bei den Frauen 48 Prozent. Auch der Unterschied zwischen Ost- und Westdeutschland zeigt sich. Bei Arbeitnehmern in Westdeutschland erhielten 53 Prozent Weihnachtsgeld, wohingegen in Ostdeutschland nur 41 Prozent Weihnachtsgeld bekamen. Bei Beschäftigten mit unbefristetem Vertrag (52 Prozent) und befristetem Vertrag (48 Prozent) gibt es ebenfalls Unterschiede im Weihnachtsgelderhalt, genauso wie bei Beschäftigten in Vollzeit, wo 53 Prozent Weihnachtsgeld erhalten haben und bei Teilzeitbeschäftigten, wo 46 Prozent Weihnachtsgeld bekamen.

Wer bekommt kein Weihnachtsgeld?

Tarifbranchen ohne Weihnachtsgeld sind unter den großen Wirtschaftszweigen eher selten. In der Floristik, im ostdeutsche Bewachungsgewerbe sowie im Gebäudereinigungshandwerk gibt es hingegen tatsächlich kein Weihnachtsgeld. In manchen Regionen in Westdeutschland ist es auch so, dass man erst nach einer bestimmten Anzahl von Berufsjahren ein Weihnachtsgeld erhält.

Wie hoch ist das Weihnachtsgeld?

Die Höhe des Weihnachtsgeldes reicht von 250 Euro bis zu etwa 4.300 Euro. Hohe Weihnachtsgelder gibt es beispielsweise in der Energieversorgung Nordrhein-Westfalen (4.113 Euro), der Süßwarenindustrie Baden-Württemberg (3.900 Euro) und der Textilindustrie Westfalen und Osnabrück (3.751 Euro). Auch die Deutsche Bahn (3.399 Euro) sowie das Private Bankgewerbe (3.719 Euro) zahlen eine Menge Weihnachtsgeld an ihre Mitarbeiter.

Je nach Branche variiert die Höhe des Weihnachtsgeldes erheblich. Häufig werden 100 Prozent des Monatsentgeltes ausgezahlt. Das ist jedoch nicht immer so. Im Öffentlichen Dienst sind es beispielsweise ja nach Vergütungsgruppe nur zwischen 52 und 85 Prozent des Monatsentgeltes. Einen Pauschalbetrag gibt es beim Weihnachtsgeld nur selten. Meist wird das Weihnachtsgeld als fester Prozentsatz des Monatsentgeltes berechnet. In den Branchen, in denen sich 2025 das Tarifentgelt erhöht hat, hat sich dadurch also auch das Weihnachtsgeld erhöht.

Wie wird Weihnachtsgeld besteuert?

Egal ob Bonuszahlungen, Gewinnbeteiligungen oder Weihnachtsgeld: Alle vom Arbeitgeber gezahlten Zusatzzahlungen sind steuerpflichtig. Da das Weihnachtsgeld gemeinsam mit dem Monatsgehalt überwiesen wird, erhöht sich der eigene Steuersatz, weswegen man in diesem Monat mit höheren Abzügen bei Lohnsteuer und Kirchensteuer rechnen muss.