Whatsapp KI Widerspruch: Wie kann man der Datennutzung durch KI widersprechen?

Was müssen Userinnen und User bei der Verarbeitung ihrer Daten für das KI-Training beachten?
Zacharie Scheurer/dpa-tmn/dpaDer Facebook-Konzern Meta trainiert seit dem 27. Mai 2025 seine KI-Systeme mit deutschen Nutzerdaten. Das US-Unternehmen will dazu alle Beiträge, die Nutzer jemals auf Facebook oder Instagram gepostet haben, auslesen, um damit seine KI-Modelle zu verbessern. Nutzer fragen sich, ob das auch für die Nutzung der KI mit dem blauen Haken in Whatsapp gilt. Wir klären auf.
Was ist das Problem mit der Datennutzung bei Meta AI?
Meta AI ist ein auf Künstlicher Intelligenz basierender Assistent, der beispielsweise Fragen beantwortet und Texte erstellt. Meta hatte Mitte April 2025 angekündigt, seine KI mit öffentlich zugänglichen Beiträgen erwachsener Nutzer sowie mit Interaktionen von Nutzern mit Meta AI zu trainieren. Laut Verbraucherzentrale hatte Meta die Nutzerinnen und Nutzer von Instagram und Facebook über das Vorhaben per InApp-Mitteilung oder E-Mail informiert.
Kann man Meta AI bei Whatsapp widersprechen?
Etwas anders als bei Facebook und Instragram ist der Fall beim Messenger-Dienst Whatsapp. Bei WhatsApp besteht keine Möglichkeit zum Widerspruch, da dort keine öffentlichen Daten für das Training Künstlicher Intelligenz genutzt werden. Die Inhalte der Chats sind durch Ende-zu-Ende-Verschlüsselung geschützt. Dadurch hat Meta keinen Zugriff. Nur Nachrichten, die gezielt an den Chatbot „Meta AI“ gesendet werden, gelten als öffentlich und können ebenfalls für das Training genutzt werden. Kann man den blauen Kreis in Whatsapp deaktivieren oder löschen?
Verbraucherschützer scheitern mit Klage gegen Meta
Verbraucherschützer aus Deutschland waren mit ihrem Versuch gescheitert, die Verwendung der Daten für das KI-Training gerichtlich untersagen zu lassen. Das Oberlandesgericht Köln entschied am 23. Mai 2025, dass Meta Nutzerbeiträge aus Facebook und Instagram für das Training seiner KI-Software Meta AI verwenden darf. Geklagt hatte die Verbraucherzentrale NRW.
Meta verspricht Einhaltung der Datenschutz-Bestimmungen
Meta betonte nach der Urteilsverkündung, dass mit dem Verfahren zum KI-Training keine Datenschutz-Bestimmungen verletzt würden. „Wir sind verpflichtet, Deutsch-trainierte KI in die Hände der deutschen Bevölkerung zu bringen und sicherzustellen, dass jeder in Europa gleichberechtigten Zugang zu den vollen Vorteilen der generativen KI hat“, sagte ein Meta-Sprecher.
Wie konnte man der Nutzung seiner Daten für Meta AI widersprechen?
Nutzerinnen und Nutzer von Facebook und Instagram können Meta AI in ihren Apps nicht abschalten. Es gab nur die Möglichkeit, der Verwendung ihrer öffentlichen Informationen für KI-Trainingszwecke vor dem 27. Mai 2025 widersprechen. Bis zum 26. Mai musste der Widerspruch also beantragt sein.
Meta-AI-Frist verpasst? Das können Nutzer jetzt noch tun
Nutzer können nur noch Einfluss auf ihre zukünftigen Beiträge nehmen. Denn die Widerspruchsmöglichkeit bleibt bestehen, wirkt sich nach dem Stichtag aber eben nur noch auf die Zukunft aus: Der Widerspruch funktioniert per Online-Formular - und sowohl bei Facebook als auch bei Instagram nur, wenn man angemeldet ist. Die Angabe der E-Mail-Adresse, mit der man den jeweiligen Dienst nutzt, ist Pflicht: War der Widerspruch erfolgreich, erhält man eine Bestätigungsmail.
