Winterreifen im Sommer
: Das kann teuer werden

Winterreifen im Sommer zu fahren, mag verlockend sein. Sich den Reifenwechsel zu sparen, kann jedoch gefährlich sein. Dies gilt sowohl für die eigene Sicherheit als auch für den Geldbeutel.
Von
David Hahn
Berlin
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Zum Herbst steht für Autofahrer der alljährliche Gang in die Werkstatt für den Wechsel von Sommer- auf Winterreifen an. Zwischen Polen und Deutschland gibt es dabei einige Unterschiede.

Im Sommer mit Winterreifen zu fahren birgt einige Risiken. Hier gibt es sie im Überblick.

Wolfgang Kumm/dpa

Alljährlich steht der Reifenwechsel von Winter- auf Sommerreifen an. Zwar ist es rein rechtlich erlaubt, mit Winterbereifung auch im Sommer zu fahren, solange diese eine Profiltiefe von mindestens 1,6 Millimetern aufweisen (Die Gesellschaft für Technische Überwachung (GTÜ) empfiehlt mindestens 4 Millimeter). Wer glaubt, sich den Aufwand eines Wechsels sparen zu können, geht damit jedoch in mehrfacher Hinsicht ein Risiko ein.

Wann ist der richtige Zeitpunkt für den Reifenwechsel?

Eine feste Regel gibt es nicht, denn in Deutschland gilt die situative Winterreifenpflicht: Bei Glätte, Schnee oder Reif muss ein Fahrzeug unabhängig vom Monat mit geeigneten Reifen ausgestattet sein. Oft werden Winterreifen grob von Oktober bis Ostern empfohlen. Experten raten laut der Deutschen Presseagentur (dpa) dazu, ab konstant über sieben Grad Celsius auf Sommerreifen zu wechseln.

Warum Winterreifen im Sommer gefährlich sein können

Winterreifen sind speziell für niedrige Temperaturen entwickelt. Bei sommerlicher Hitze hingegen kann die Bereifung mit Winterreifen die Bremswege erheblich verlängern. Tests des ADAC belegen, dass Fahrzeuge mit Winterreifen bei 100 km/h einen deutlich längeren Bremsweg haben als mit Sommerreifen. Im schlimmsten Fall steht das Auto mit Sommerreifen schon, während das mit Winterreifen noch mit fast 40 km/h unterwegs ist. In Gefahrensituationen kann das dramatische Folgen haben.

Winterreifen im Sommer - keine gute Idee / ADAC: Höheres Unfallrisiko durch schlechtere Fahreigenschaften bei höheren Temperaturen

Winterreifen im Sommer sind laut ADAC keine gute Idee. Es besteht ein höheres Unfallrisiko durch schlechtere Fahreigenschaften bei höheren Temperaturen.

ADAC/obs/dpa

Rechtlich erlaubt, aber mit Risiko

Rein rechtlich ist das Fahren mit Winterreifen im Sommer in Deutschland nicht verboten. Solange die Mindestprofiltiefe eingehalten wird und die Reifen keine sichtbaren Schäden aufweisen, darf man damit fahren. Doch wer bei einem Unfall mit Sommerbedingungen und Winterreifen unterwegs ist, kann laut dpa Probleme mit der Versicherung bekommen. Die falsche Bereifung kann beispielsweise für zu lange Bremswege angeführt werden.

Höherer Verschleiß und Verbrauch

Neben den Sicherheitsaspekten sprechen auch wirtschaftliche Gründe gegen Winterreifen im Sommer. Der weichere Gummi nutzt sich bei Hitze schneller ab. Zudem ist der Rollwiderstand höher, was zu einem steigenden Kraftstoffverbrauch führt. Das bedeutet: Man spart sich zwar kurzfristig den Wechsel, muss aber früher neue Reifen kaufen und zahlt über die Zeit mehr für Sprit.

Ganzjahresreifen als Alternative

Wer den saisonalen Wechsel vermeiden möchte, kann auch auf Ganzjahresreifen zurückgreifen. Diese sogenannten Allwetterreifen sind für gemäßigte Temperaturen ausgelegt und können das ganze Jahr über gefahren werden. Sie sind jedoch immer ein Kompromiss. Im Sommer erreichen sie nicht die Performance von Sommerreifen (insbesondere beim Bremsweg). Im Winter wiederum haben sie nicht denselben Grip wie spezialisierte Winterpneus. Für Menschen, die wenig fahren oder in Regionen mit mildem Klima leben, können sie eine Alternative sein. Vielfahrer sind mit getrennten Sommer- und Winterreifen sicherer unterwegs.