„Wir belügen unsere Kinder“
: Hollywood-Star rechnet mit Erfolgskonzept ab - Harte Arbeit allein reiche nicht

Wie viel zählt Fleiß wirklich auf dem Weg zum Erfolg? Schauspieler Anthony Mackie bricht in einem Interview mit einem weit verbreiteten Glauben.
Von
Gregor-Peter Thiele
Berlin
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NASCAR Cup Series Daytona 500: DAYTONA BEACH, FLORIDA - FEBRUARY 16: Grand Marshal Anthony Mackie walks the grid during the NASCAR Cup Series Daytona 500 at Daytona International Speedway on February 16, 2025 in Daytona Beach, Florida.   James Gilbert/Getty Images/AFP (Photo by James Gilbert / GETTY IMAGES NORTH AMERICA / Getty Images via AFP)

Anthony Mackie war in Deutschland zuletzt auch im Film „Captain America: Brave New World“ zu sehen.

JAMES GILBERT/AFP

Wer älter und nach und nach selber verantwortlich für das eigene Leben wird, steht früher oder später unweigerlich vor der Frage, wie man erfolgreich werden kann. Für die eine mag das bedeuten, möglichst viel Geld zu besitzen, für den anderen als Selbstversorger zu leben. Und für wieder andere eine Familie zu haben und mit den liebsten Menschen möglichst viel Zeit zu verbringen. Generell geht es bei der Frage nach dem „Schlüssel zum Erfolg“ oft darum, wie man seine Ziele erreicht - meist in Bezug auf die eigene Karriere.

Anthony Mackie, der 2025 auf den Kinoleinwänden in Deutschland Captain America verkörperte (Captain America: Brave New World), arbeitete auf seinen Erfolg als Schauspieler nach eigenen Aussagen jahrzehntelang hin. Im US-Podcast The Pivot rechnet der Hollywood-Star trotzdem mit dem weitverbreiteten Glaubenssatz ab, dass Erfolg planbar wäre, wenn man nur hart genug arbeite.

Anthony Mackie aus „Captain America“ über den Weg zum Erfolg

Mackie selbst hat einen langen Karriereweg hinter sich, auf dem er sich nach und nach an seine heutigen Rollen heranarbeitete. Nach seinem Abschluss an der renommierten Juilliard School war er über ein Jahrzehnt auf Theaterbühnen und in Nebenrollen engagiert – aber zunächst ohne Durchbruch. Seine Rolle als Sam Wilson in Captain America: The Winter Soldier (2014) brachte schließlich den Wendepunkt.

Mackie schätzte vor einigen Jahren, dass er über 10.000 Stunden Arbeit investiert habe, bevor er seine Chance bekam. Gegenüber dem The Hollywood Reporter 2023 erwähnte er, dass er sogar Briefe an Marvel Studios schickte. Zwar führten die Briefe nicht sofort zu seiner anvisierten Rolle in „Black Panther“, aber schließlich erhielt Mackie ein Treffen mit den Regisseuren Anthony und Joe Russo. Diese engagierten den Schauspieler anschließend für Captain America.

Trotz seiner harten Arbeit kommt der Schauspieler zu dem Schluss, dass neben Fleiß und Disziplin auch andere Eigenschaften wichtig sind, wenn man seine Ziele erreichen möchte. „Wir belügen unsere Kinder“, sagte Mackie (46) in dem Interview mit dem Pivot Podcast. „Wir sagen ihnen … wenn sie sich richtig verhalten, gute Noten bekommen und an den richtigen Programmen teilnehmen, werden sie erfolgreich sein. ‚Wenn du nur hart genug arbeitest, wird sich deine Arbeit auszahlen.‘ Und das stimmt nicht.“ In vielen Fällen sei „Erfolg etwas, das einem gegeben wird [und man] nicht verdient“, fügte Mackie hinzu.

Wenn nicht durch Fleiß, wie dann?

Dass Leistung allein nicht reicht, glaubt nicht nur Mackie. Auch Milliardäre wie Charlie Munger oder Mark Cuban verweisen immer wieder auf weitere entscheidende Faktoren wie: Zufall, Timing, Kontakte. Cuban sagte beispielsweise gegenüber GQ, wer behaupte, er könne sein Vermögen jederzeit neu aufbauen, „lügt sich selbst an“. Besonders in der schnelllebigen Tech-Branche brauche man auch „Glück“ und gutes „Timing“, um ein hochprofitables Unternehmen zu gründen und zu führen.