Wölfe in Mecklenburg-Vorpommern
: Die Bauern in MV wollen ihre Problemwölfe loswerden

Wölfe richten bei Nutztierhaltern in MV oft großen Schaden an. Die Bauern drängen auf rasche Entscheidungen beim Abschuss von Problemwölfen. So viele Wolfsrudel gibt es in Mecklenburg-Vorpommern.
Von
dpa
Neubrandenburg
Jetzt in der App anhören
Auf Truppenübungsplätzen fühlen sich die Tiere sicher.

ARCHIV - Ein Wolf steht am 29.10.2015 in einem Gehege in Springe. Ein Wolf aus Mecklenburg-Vorpommern ist für mehrere Risse von Rehen und Schafen in Schleswig-Holstein verantwortlich. (zu dpa «Wolf aus MV für Tierrisse in Schleswig-Holstein verantwortlich» vom 19.09.2017) Foto: Julian Stratenschulte/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++

Wölfe erregen auch in Mecklenburg-Vorpommern die Gemüter. Die Bauern wollen sich der Problemwölfe schnell entledigen. Ein Wolf aus MV war in der Vergangenheit sogar für mehrere Risse von Rehen und Schafen in Schleswig-Holstein verantwortlich.

Julian Stratenschulte | dpa
  • Bauern in MV fordern schnelle Entscheidungen zum Abschuss von Problemwölfen.
  • Europarat senkt Schutzstatus des Wolfes, EU-Recht muss noch angepasst werden.
  • In MV gibt es aktuell 26 Wolfsrudel, die oft Schaden bei Nutztierhaltern anrichten.
  • Änderungen des Schutzstatus frühestens ab 2026 erwartet.
  • MV-Agrarminister unterstützt Änderung des Schutzstatus für den Wolf.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Nach der auf EU-Ebene auf den Weg gebrachten Absenkung des Schutzstatus für den Wolf fordern die Bauern in Mecklenburg-Vorpommern rasche Konsequenzen für den Umgang mit Problemwölfen.

„Kaum jemand zweifelt noch daran, dass der günstige Erhaltungszustand des Wolfes längst erreicht ist“, sagte der Präsident des Bauernverbandes Mecklenburg-Vorpommern, Karsten Trunk. Die jüngste Entscheidung des Europarats müsse nun folgerichtig zu einer Anpassung der europäischen FFH-Richtlinie führen. Dies würde die Grundlage für nationale Regelungen schaffen.

Das sei allerdings frühestens ab 2026 zu erwarten. „Betroffene Weidetierhalter können so lange nicht warten. Wir erwarten, dass Entnahmeanträge von Problemwölfen, die es in einzelnen Regionen Mecklenburg-Vorpommerns zweifellos gibt, schnell und im Sinne der Tierhalter entschieden werden“, mahnte der Bauernverband. Diese Entscheidungen lägen in der Hand und Verantwortung des Landes. 

Im Umgang mit dem Wolf bedeutet der Begriff letale Entnahme den Abschuss des Tieres. Die Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH) ist ein Abkommen der Europäischen Union zur Erhaltung der natürlichen Lebensräume sowie der wildlebenden Tiere und Pflanzen auf europäischer Ebene.

Aktuell gibt es 26 Wolfsrudel in MV

Der Europarat hatte am 3. Dezember 2024  den Weg für ein schärferes Vorgehen gegen Wölfe geebnet. Der zuständige Ausschuss stimmte einem Antrag der EU-Staaten zu, den Schutzstatus abzusenken. Bevor dies in Deutschland gelten kann, muss aber das EU-Recht geändert werden. Hintergrund des Antrags ist, dass sich nach EU-Angaben die Zahl der Wölfe in Europa innerhalb von zehn Jahren fast verdoppelt hat.

Auch MV-Agrarminister Till Backhaus (SPD) hatte sich mit Nachdruck für die Änderung des Schutzstatus des Wolfes auf europäischer und internationaler Ebene eingesetzt. MV gehört seine Angaben zufolge zu den Bundesländern mit den meisten Wölfen. Nach aktuellen Angaben des Agrarministeriums gibt es Hinweise, dass die Zahl der Wolfsrudel in MV derzeit bei 26 liegt.