Zecken im Winter
: Braucht man aktuell Zeckenschutz?

Sind Zecken im Februar und März 2026 schon aktiv? Was man jetzt wissen und beachten muss.
Von
Lisa Klopp-Jaber
Frankfurt (Oder)
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Borreliose-Fälle in Sachsen: ILLUSTRATION - 20.02.2024, Baden-Württemberg, Stuttgart: Buntzecke (Dermacentor reticulatus) krabbelt über eine Hand. Zecken suchen am Körper nach geschützten Stellen, um zuzustechen. So fühlen sie sich unter den Achseln oder hinter dem Ohr wohl. (zu dpa: «Zahl der Borreliose-Fälle 2025 sprunghaft angestiegen») Foto: Marijan Murat/dpa/dpa-tmn +++ dpa-Bildfunk +++

Braucht man jetzt Zeckenschutz im Wald?

Marijan Murat/dpa-tmn/dpa

Viele Menschen verbinden Zecken mit warmen Sommertagen. Doch diese Annahme ist längst überholt. Wissenschaftliche Untersuchungen und aktuelle Einschätzungen von Fachstellen zeigen, dass Zecken auch im Winter aktiv sein können. Wer im Februar oder März 2026 in den Wald geht, sollte deshalb das Risiko nicht unterschätzen.

Ab welcher Temperatur Zecken aktiv sind

Die in Mitteleuropa häufigste Zeckenart ist der Gemeine Holzbock, wissenschaftlich Ixodes ricinus genannt. Nach Angaben der Plattform zecken.de werden Zecken bereits bei Temperaturen über etwa sieben Grad Celsius aktiv. Entscheidend ist also nicht der Kalendermonat, sondern die tatsächliche Witterung.

Milde Winter sorgen zunehmend dafür, dass Zecken ihre Aktivitätsphase ausdehnen. Wie zecken.de berichtet, können sie selbst in den Monaten Dezember bis Februar auf einen Wirt warten, sobald die Temperaturen steigen. Auch eine im Fachjournal veröffentlichte Studie, abrufbar über PubMed, belegt Winteraktivität von Zecken während milder Wetterphasen. Das bedeutet konkret: Gibt es im Februar oder März mehrere Tage mit Temperaturen über sieben Grad, steigt das Risiko eines Zeckenstichs deutlich.

Wo Zecken überwintern

Zecken sterben im Winter in der Regel nicht ab. Stattdessen verfallen sie bei Kälte in eine sogenannte Diapause, eine Art Winterruhe. Während dieser Phase reduzieren sie ihren Stoffwechsel und überdauern ungünstige Bedingungen.

Nach Informationen kommunaler Gesundheitsbehörden, etwa der Stadt Oberhausen, überstehen Zecken selbst strengere Fröste. Unter Laubschichten, im Boden oder unter einer Schneedecke herrschen stabilere Temperaturen als in der freien Luft. Schnee wirkt dabei isolierend und schützt vor extremem Frost.

Erst lang anhaltende, sehr tiefe Temperaturen weit unter minus 20 Grad über Wochen hinweg können Populationen stärker dezimieren. Solche Bedingungen sind in weiten Teilen Deutschlands jedoch selten geworden.

Wann ist Zecken-Saison?

Fachportale und Wissenschaftler beobachten seit Jahren eine Verschiebung der klassischen Zeckensaison. Früher galt der Zeitraum von März bis Oktober als Hauptaktivitätsphase. Heute weisen Experten darauf hin, dass Zecken bei geeigneten Temperaturen nahezu ganzjährig aktiv sein können.

Die Temperaturabhängigkeit ist dabei der entscheidende Faktor. Sobald es im Spätwinter mehrere milde Tage gibt, beginnt die Suche nach einem Wirt erneut. Das betrifft Spaziergänger im Wald ebenso wie Gartenbesitzer oder Hundebesitzer.

Braucht man im Februar und März Zeckenschutz?

Auf Basis der aktuellen Erkenntnisse lautet die klare Antwort: Ja, Zeckenschutz ist auch im Spätwinter sinnvoll, sofern die Temperaturen über mehrere Tage hinweg im milden Bereich liegen. Wer sich im Wald, auf Wiesen oder in hohem Gras aufhält, sollte schützende Kleidung tragen und den Körper anschließend sorgfältig absuchen. In ausgewiesenen Risikogebieten empfehlen Gesundheitsbehörden zudem eine Impfung gegen FSME.

Die wichtigste Botschaft lautet: Zecken orientieren sich nicht am Kalender. Entscheidend ist das Thermometer. Und das zeigt in vielen Regionen Deutschlands auch im Februar und März immer häufiger Werte, bei denen die Parasiten aktiv werden können.