Zecken in Deutschland
: Neue Karte zeigt aktuelle Risikogebiete für FSME

Wo sind die Spinnentiere in Deutschland verbreitet? Und welche Regionen sind als Risikogebiete eingestuft? Alle Infos zu Zecken und dem Risiko durch FSME zusammengefasst.
Von
David Hahn
Berlin
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Ein Warnschild vor Zecken hängt an einem Baum in einem Brandenburger Wald. Wo leben Zecken und welche Regionen in Deutschland gelten aktuell als Risikogebiete?

Patrick Pleul/dpa
  • Neue RKI-Karte zeigt aktuelle FSME-Risikogebiete in Deutschland.
  • Süddeutschland, besonders Bayern und Baden-Württemberg, am meisten betroffen.
  • FSME-Impfung in Risikogebieten empfohlen.
  • Zeckensaison von März bis Oktober, auch bei milden Wintern aktiv.
  • 2024 wurden 686 FSME-Fälle gemeldet, 59 % mit neurologischen Symptomen.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Endlich wieder raus: In den Garten, die Felder und Natur genießen. Doch an den steigenden Temperaturen erfreut sich auch ein unliebsames Spinnentier: Die Zecke. Wo sind Zecken besonders verbreitet und welche Risikogebiete gibt es? Wie kommen Zecken an den Menschen und wie kann ich mich davor schützen? Um die langen Tage in der Natur sorgenfrei genießen zu können, haben wir hier alle Infos zusammengestellt.

Jahreszeit: Wann sind Zecken besonders aktiv?

In Deutschland ist die Zeckensaison in der Regel von März bis Oktober, wobei die Hauptaktivität zwischen April und Juni sowie zwischen September und November liegt. Entgegen weit verbreiteter Annahmen können Zecken jedoch auch im Winter bei milden Temperaturen über dem Gefrierpunkt aktiv sein. Zeckenschutz empfiehlt sich demnach auch ganzjährig.

Wo leben Zecken?

Man könnte meinen, dass Zecken nur im Wald leben. Tatsächlich findet man sie jedoch in einer Vielzahl von grünen Umgebungen, so auch Parks, Gärten oder städtischen Gebieten. Dabei sind vor allem feuchte und warme Orte für Zecken interessant.

Sind Zecken in bestimmten Regionen besonders häufig?

Zecken kommen in ganz Deutschland vor, allerdings gibt es regional Unterschiede in der Häufigkeit von Zecken und der Übertragung von Krankheiten. Das Robert-Koch-Institut (RKI) gibt hierzu regelmäßig eine Übersichtskarte zur Verbreitung von durch Zecken übertragene Erkrankungen in Deutschland heraus. Die neue Karte des RKI wurde am 27. Februar 2025, veröffentlicht.

Die höchste Infektionsrate für die durch Zecken übertragene Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) findet sich demnach im Süden Deutschlands. In Deutschland gibt es zahlreiche FSME-Risikogebiete, vor allem in den Bundesländern Baden-Württemberg und Bayern, aber auch in Teilen Hessens, Thüringens, Sachsens und Brandenburgs. Besonders betroffen sind waldreiche Regionen wie der Schwarzwald, das Allgäu und Teile der Oberpfalz. Eine regionale Anhäufung von FSME-Infektionen besteht allerdings auch im Saarland, in Rheinland-Pfalz, in Niedersachsen und in Nordrhein-Westfalen. Neu hinzugekommen sind Frankfurt (Oder) und der Landkreis Altenburger Land. Eine FSME-Impfung wird in diesen Regionen empfohlen, da das Risiko einer Zeckenübertragung erhöht ist. Eine vollständige Liste der Gebiete bietet das RKI hier mit einer Karte.

Zeckenbiss oder Zeckenstich – Wie heißt es richtig?

Im Alltag wird on- und offline sowohl vom Zeckenbiss als auch vom Zeckenstich gesprochen. Doch was ist davon nun richtig? Laut dem RKI hat sich zumindest in der Wissenschaft der Begriff des Zeckenstiches durchgesetzt, da dies stärker dem Vorgang der Blutaufnahme durch Zecken entspricht.

Wie wahrscheinlich ist eine Infektion mit FSME oder Borreliose?

Im Jahr 2024 wurden laut RKI 686 FSME-Fälle gemeldet, was einer Zunahme von 44 % im Vergleich zum Vorjahr entspricht. 59 % der Betroffenen litten unter neurologischen Symptomen wie Meningitis. Drei Menschen starben an FSME. Die Erkrankungen traten vor allem zwischen Mai und Oktober auf, mit einem Peak im Juni. Deutschland war bei den meisten Fällen das Infektionsland, jedoch wurden auch Infektionen aus Österreich, Frankreich und Tschechien gemeldet.

Für die durch Zecken übertragene Lyme-Borreliose sind die Fallzahlen deutschlandweit höher, wobei es auch hier regionale Unterschiede gibt. Besonders betroffen sind Regionen im Süden, Westen und Norden Deutschlands.

Da nicht alle Fälle erkannt und gemeldet werden, liegt die tatsächliche Zahl der durch Zecken übertragenen Erkrankungen wahrscheinlich darüber. Hier gibt es eine Übersicht zu den möglichen Krankheiten und Symptomen.