Zug Frankfurt (Oder) – Poznań: Mit Hund im EC nach Polen reisen – diese Regeln gelten

Für Hund Ares geht es auf große Reise mit dem Zug nach Polen. Am Bahnhof in Frankfurt (Oder) wartet er mit seinen Besitzern auf den EC.
Janine ReinschmidtDas Gleis 11 am Bahnhof in Frankfurt (Oder) wirkt an diesem Montagmorgen noch verschlafen. Nur eine Familie mit Kind und ein paar Reisende mit Koffern warten auf die Einfahrt des Eurocity (EC) in Richtung Warschau. Ares, ein fast dreijähriger Schäferhundmischling, döst vor einer der vielen Sitzbänke. Noch weiß er nicht, dass es für ihn gleich auf Reise geht.
Die Ruhe endet allerdings schlagartig, als der EC mit einer Verspätung von etwa zehn Minuten am Bahnhof in Frankfurt (Oder) einrollt. Unschwer lässt sich durch die Fenster bereits erkennen: Der Zug, welcher in Berlin startet, ist bereits gut besucht.
In Absprache mit Reisenden kann der Maulkorb abgenommen werden
Ares trägt daher, und weil es polnischen Zügen Pflicht ist, einen Maulkorb. Dieser darf aber während der Fahrt im gegenseitigen Einverständnis mit anderen Reisenden abgenommen werden. So konnte Ares eine Weile ohne Beißkorb mitfahren. Kleine Rassen, die in Reisetaschen passen, sind von der Maulkorbpflicht komplett ausgeschlossen.

Da niemand Einwände hatte, konnte Ares ohne Maulkorb im Zug durch Polen fahren. Auf der kurzen Fahrt nach Poznan ist er sogar eingeschlafen.
Janine ReinschmidtDamit Ares während der Fahrt so wenige Fahrgäste wie möglich stört, wurden Sitzplätze in einem Abteil am Gang reserviert. Hunde benötigen im EC übrigens auch einen Fahrschein. Dieser kann gegen eine Gebühr von 15,20 Złoty (3,50 Euro) direkt beim Zugpersonal, welches ein wenig Deutsch und Englisch spricht, erhalten werden.
Rücksichtnahme mit Hund im Zug ist wichtig
Was Zugreisende mit Hund immer im Blick haben sollten, sind andere Bahngäste, die sich vor Tieren fürchten. Rücksicht ist geboten. Beim Auffinden der Plätze, macht ein junger Mann, der bereits im Abteil saß, darauf aufmerksam, dass er eine Hundehaarallergie habe. Er stimmt zu, dass Ares im Gang vor dem Abteil liegt und das Fenster während der Fahrt bis Poznań geöffnet bleibt. Andernfalls hilft in solchen Situationen das Bahnpersonal weiter und verweist Tierbesitzer auf andere freie Sitzplätze.
Da aber alles geklärt ist, geht es über die Zugbrücke nach Polen. Der erste Halt hinter der Grenze ist Rzepin. Dort steigen viele weitere Reisende ein. Das Abteil ist jetzt mit sechs Personen bis auf den letzten Platz komplett belegt. Auch wenn die Sitze guten Komfort bieten, ist es in einem vollen Abteil ziemlich eng.
Ares bekommt im EC Streicheleinheiten
Ares stört das alles nicht. Er ist bereits am Schlafen. Doch damit ist schnell Schluss. Eine Mitreisende freut sich sichtlich über die tierische Gesellschaft im Wagon. Sie berichtet von ihrer Hündin und gibt Ares eine kleine Massage hinter den Ohren. Auch zwei weitere Frauen finden Gefallen an dem Schäferhund und begrüßen Ares mit einem Lächeln auf den Lippen im Vorbeigehen.
Die Akzeptanz von Hunden im Zug scheint groß. Weder Bahnreisende noch das Zugpersonal sind von Ares beeinträchtigt. Die Fahrt verläuft problemlos und ruhig. Hektisch wurde es bloß bei der Ankunft am Bahnhof in Poznań. Dort herrscht ein reges Treiben von ein und aussteigenden Reisenden, die zum Teil viel Gepäck oder sperrige Gegenstände mit sich führen. Des Weiteren sind die unterirdischen Gänge zu den Gleisen sehr schmal, sodass mit Tier Vorsicht geboten ist.
Eine Reise nach Polen im Zug kann sich mit Hund lohnen
Sobald man den Bahnhof verlässt, nehmen die Menschenmassen wieder ab – zumindest an einem Montagvormittag unter der Woche. Von dort aus können Touristen weiter mit der Tram fahren. Zur Altstadt ist es ein rund 20-minütiger Spaziergang vorbei an viele Grünanlagen und Parks, die auch für Hunde geeignet sind.
Informationen zur Reise von Frankfurt (Oder) nach Poznań mit dem EC
■ Der EC bis Warschau bringt Reisende sechsmal pro Tag in Richtung Poznań.
■ Der erste Zug fährt um 06:49 Uhr ab, der letzte um 18:50 Uhr.
■ Ein weiterer EC nach Gdynia fährt um 13:50 Uhr aus Frankfurt (Oder) über Poznań.
■ Die Fahrt bis Poznań dauert etwas weniger als zwei Stunden. Wer weiter bis Warschau fährt, muss knapp fünf Stunden einplanen.
■ Die Strecke bis Poznań mit dem Auto dauert genauso lang. Der Stadtverkehr kann eine Autofahrt jedoch verlängern.
■ Tickets können bequem über die DB App oder am Reisezentrum erworben werden. Alternativ gibt es die Internetseite der polnischen Eisenbahngesellschaft – sie ist allerdings nur auf Englisch, Polnisch und Ukrainisch verfügbar.
■ Die Preise in der DB App liegen bei rund 31 Euro pro Person, auf der polnischen Internetseite kostet ein Ticket umgerechnet 23 Euro. In beiden Fällen wird ein Online-Account zum Bezahlen benötigt.
Fazit: Die Stadt Poznań ist definitiv ein hundefreundlicher Ort. Selbst in Restaurants können Hunde weitestgehend mitgenommen werden. Eine Reise nach Polen mit Hund lohnt sich, insofern der Vierbeiner keine Stressanzeichen gegenüber größeren Menschenansammlungen zeigt. Die meisten Menschen sind Tieren gegenüber aufgeschlossen. Mit rund 20 bis 30 Euro pro Ticket kann solch ein Ausflug gut und gerne auch in den Herbstferien (noch bis 4. November) unternommen werden.

