Zugefrorene Seen in Berlin und Brandenburg: Ab wann ist das Eis sicher?

Winterwetter in Berlin: Am 10.01.2025 sind bereits einige Menschen auf dem gefrorenen Obersee in Lichtenberg unterwegs. Die Polizei warnt die Menschen in Berlin und Brandenburg vor dem Betreten von zugefrorenen Seen, Flüssen und Kanälen.
Christophe Gateau/dpaTagelanger Dauerfrost lässt sämtliche Gewässer in Berlin und Brandenburg zufrieren. Die Neugierde, auf das Eis zu gehen, steigt. Doch ab wann ist die Eisdecke dick genug? Und ist es erlaubt, die Seen zu betreten?
Ab welcher Eisdicke trägt das Eis?
Viele Berliner und Brandenburger sind an diesem Wochenende bereits auf den zugefrorenen Seen in der Region unterwegs. Doch ist das Eis schon dick genug?
Eine stabile Eisdecke bildet sich nicht sofort nach den ersten kalten Tagen. Die Temperatur des Wassers muss durchgängig auf etwa 4 Grad Celsius sinken, damit sich das Eis zuverlässig bilden kann. Flache Gewässer frieren schneller zu als tiefe Seen, da sich das wärmere Tiefenwasser langsamer abkühlt. Fällt kurz nach der Eisbildung Schnee, wirkt dieser isolierend und verlangsamt das weitere Wachstum der Eisdecke.
Mindestens 15 Zentimeter Eisdicke werden empfohlen
Die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft empfiehlt, stehende Gewässer erst ab einer Eisdicke von mindestens 15 Zentimetern zu betreten, bei fließenden Gewässern sollten es mindestens 20 Zentimeter sein. Diese Dicke bietet eine ausreichende Sicherheit, da Eisdecken oft ungleichmäßig dick sind und unter Brücken oder in der Nähe von Zu- und Abflüssen dünner sein können.
Selbst wenn das Eis zunächst sicher erscheint, ist es wichtig, wachsam zu bleiben. Bei ungewöhnlichen Geräuschen wie Knacken oder Knirschen ist es ratsam, das Eis unverzüglich zu verlassen.
So überprüft man die Eisdicke von zugefrorenen Seen
Die Dicke des Eises kann mit Werkzeugen wie einer Axt, einem Beil oder einer Eisschnecke gemessen werden. Da die Eisdicke in den meisten Seen und Flüssen nicht an allen Stellen gleich ist, empfiehlt es sich, diese an mehreren Stellen zu überprüfen. Viele Kommunen veröffentlichen außerdem Hinweise zur Begehbarkeit der Gewässer.
Wichtig: Man sollte niemals alleine aufs Eis gehen!
Woran erkennt man sicheres Eis?
Besonders tragfähig ist das sogenannte „schwarze Eis“, das bei klarem, frostigem Wetter ohne Niederschlag entsteht. Weißes Eis, das durch Schnee oder Regen gebildet wird, ist deutlich weniger stabil und kann bis zu zehnmal weniger tragen. Vorsicht ist auch in schneebedeckten Bereichen, in Ufernähe und an Zuflüssen geboten.
Alles Wichtige auf einen Blick: Was ist zu beachten, bevor man aufs Eis geht?
Nie alleine aufs Eis gehen!
Einen See erst betreten, wenn das Eis 15 Zentimeter dick ist – bei fließendem Gewässer erst bei 20 Zentimetern Dicke
Erkundigen Sie sich bei der zuständigen Kommune, ob das Eis schon trägt.
Nicht gleich an den ersten kalten Tagen aufs Eis gehen!
Auf Warnungen in Radio und Zeitung achten!
Das Eis sofort verlassen, wenn es knistert oder knackt!
Sollte man das Gefühl haben einzubrechen, flach hinlegen und vorsichtig auf dem gleichen Weg zurück Richtung Ufer bewegen.
Keine Freigabe von zugefrorenen Gewässern in Berlin und Brandenburg
Weder Berlin noch Brandenburg geben zugefrorene Gewässer offiziell zum Betreten frei. Das Betreten erfolgt immer auf eigene Gefahr.
Wichtig: Wenn man aufs Eis geht, sollte immer jemand wissen, wohin man geht und wann man zurückkehrt.
Der Einbruch ins Eis: Vorbereitung auf den Ernstfall
Kommt es, trotz aller Vorsicht, zu einem Einbruch ins Eis:
- Ruhe bewahren und sich flach auf das Eis legen
- in Bauchlage in Richtung Ufer schieben
- sofort den Notruf 112 wählen
- Hilfe für andere: Rettungskräfte alarmieren und selbst Abstand halten
- verunglückte Person mithilfe eines eigenen Kleidungsstückes oder eines Stockes herausziehen