1. September in Thüringen: Wer die Personen auf den Wahlplakaten sind – Parteien und Spitzenkandidaten

Die Spitzenkandidaten zur Landtagswahl 2024 in Thüringen nahmen an der MDR-Sendung "Fakt ist!" teil: Der Spitzenkandidat und Landesvorsitzender der CDU Thüringen, Mario Voigt (l-r), der Spitzenkandidat und Landesvorsitzender der AfD Thüringen, Björn Höcke, der Spitzenkandidat von Bündnis 90/Die Grünen, Bernhard Stengele, der Spitzenkandidat und Landesvorsitzender der SPD Thüringen, Georg Maier, der Spitzenkandidat und Landesvorsitzender der FDP Thüringen, Thomas Kemmerich, die Spitzenkandidatin und Landesvorsitzende des BSW, Katja Wolf, und der Thüringer Ministerpräsident und Spitzenkandidat der Partei DIE LINKE, Bodo Ramelow.
Jacob Schröter/dpaDie Landtagswahl 2024 in Thüringen steht kurz bevor. Am 15. August trafen die Spitzenkandidaten in einem Rede-Duell in der Sendung "Fakt ist!" vom MDR zusammen. Wer die Kandidaten, die in Thüringen regieren wollen, sind – ein kurzer Überblick.
LIVE-Ticker zur Landtagswahl in Thüringen und Sachsen
Übersicht zu den Spitzenkandidaten zur Wahl in Thüringen:
- Linke: Bodo Ramelow
- CDU: Mario Voigt
- AfD: Björn Höcke
- SPD: Georg Maier
- Grüne: Madeleine Henfling, Bernhard Stengele
- FDP: Thomas Kemmerich
- BSW: Katja Wolf
Linken-Kandidat: Bodo Ramelow
Bodo Ramelow, der seit einem Jahrzehnt der einzige Ministerpräsident der Linken in Deutschland ist, hat eine interessante politische Laufbahn hinter sich. Ursprünglich aus Niedersachsen stammend, kam er nach dem Fall der Berliner Mauer als Gewerkschaftsfunktionär nach Thüringen. Dort begann er 1999 seine politische Karriere als Abgeordneter für die damalige PDS im Thüringer Landtag. Innerhalb von zwei Jahren stieg er zum Fraktionschef auf. Nach einem kurzen Zwischenspiel im Bundestag erlangte Ramelow 2014 seinen bis dato größten Erfolg, als er nach den Landtagswahlen die erste Landesregierung aus Linken, Grünen und SPD in Deutschland bildete.
Seit 2020 führt er eine rot-rot-grüne Minderheitsregierung an, die im Thüringer Landtag keine Mehrheit besitzt und daher auf Kompromisse mit der Opposition angewiesen ist. Ramelow ist verheiratet und hat zwei erwachsene Söhne aus seiner ersten Ehe.
CDU geht mit Mario Voigt ins Rennen
Mario Voigt strebt danach, die CDU nach einem Jahrzehnt in der Opposition zurück an die Regierung zu führen und damit Bodo Ramelow als Ministerpräsidenten abzulösen. Für den 47-jährigen Thüringer wäre dies der Höhepunkt einer langen CDU-Karriere, die bereits in jungen Jahren begann. Er war Landesvorsitzender der Jungen Union, später dann CDU-Generalsekretär und war sowohl in der Wirtschaft als auch in der Wissenschaft tätig. Seit 2020 bekleidet er die Position des Fraktions- und Parteichefs der Thüringer CDU, die vor dem Regierungswechsel 2014 über 20 Jahre lang die Ministerpräsidenten stellte.
In diesem Jahr erregte er bundesweite Aufmerksamkeit, als er sich in einem TV-Duell mit dem AfD-Spitzenkandidaten Björn Höcke maß. Voigt ist promovierter Politikwissenschaftler und führt den Titel eines Professors an der privaten Quadriga Hochschule Berlin.
Björn Höcke ist der AfD-Kandidat
Björn Höcke (52) ist der Vorsitzende der AfD in Thüringen und führt die Partei auch in der Landtagsfraktion an. Er wird als rechtsgerichtete Stimme innerhalb der Partei angesehen. Unter seiner Führung hat die Thüringer AfD nach Expertenmeinungen zunehmend radikale Positionen eingenommen. Seit 2021 wird die Partei vom Thüringer Verfassungsschutz offiziell als rechtsextrem eingestuft und überwacht.
Anfang Juli stand Höcke zum zweiten Mal wegen der Verwendung einer verbotenen Nazi-Parole vor Gericht in Halle und wurde erneut zu einer Geldstrafe verurteilt. In beiden Fällen hat er Berufung eingelegt. Geboren wurde Höcke in Lünen, Nordrhein-Westfalen. Bevor er 2014 Abgeordneter und Fraktionsvorsitzender im Thüringer Landtag wurde, war er als Gymnasiallehrer für Geschichte und Sport an einer Schule in Hessen tätig. Höcke ist verheiratet und Vater von vier Kindern.
Spitzenkandidat der SPD: Georg Maier
Georg Maier, der Vorsitzende der SPD in Thüringen und Spitzenkandidat, brachte als Quereinsteiger frischen Wind in die Politik. Bevor er 2015 in die Landespolitik Thüringens wechselte, war der 57-Jährige bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau in Bonn für Gründungs- und Mittelstandsfinanzierung zuständig. Vor neun Jahren trat der gebürtige Baden-Württemberger als Staatssekretär in das Thüringer Wirtschaftsministerium ein. Im Jahr 2017 übernahm er das Amt des Innenministers. Drei Jahre später wurde Maier 2020 zum Landesvorsitzenden der Thüringer SPD gewählt.
Er kommt ursprünglich aus Singen am Bodensee, ist er verheiratet und hat vier Kinder aus zwei Ehen.
Spitzen-Duo Henfling und Stengele für die Grünen
Die Grünen setzen bei den kommenden Landtagswahlen in Thüringen auf das Spitzenkandidaten-Duo Madeleine Henfling, Landtagsabgeordnete und Bernhard Stengele, Umweltminister. Ihr Ziel ist es, ihrer Partei den Wiedereinzug in den Landtag zu sichern. Die 41-jährige Henfling, derzeit Vizepräsidentin des Landtags, stammt aus Ilmenau in Thüringen und war früher Landessprecherin der Grünen.
Bernhard Stengele, gebürtig aus Baden-Württemberg, ist seit Februar 2023 Umwelt- und Energieminister in Thüringen. Zuvor war er Landessprecher seiner Partei. Vor seinem Wechsel in die Landespolitik hatte Stengele verschiedene Positionen inne, darunter die des Schauspieldirektors in Würzburg und am Theater Altenburg Gera.
FDP wartet mit Thomas Kemmerich auf
Thomas Kemmerich (59) war kurzzeitig Ministerpräsident von Thüringen, jedoch ohne Kabinett, nachdem er im Februar 2020 im Erfurter Landtag mit Stimmen von AfD, CDU und FDP gewählt wurde. Diese ungewöhnliche Wahl führte zu weitreichender Kritik und einer Regierungskrise, die schließlich dazu führte, dass Kemmerich unter Druck, auch von der FDP-Bundesspitze, zurücktrat. Der 59-jährige Unternehmer und Jurist, gebürtig aus Aachen, ist seit 2015 Landesvorsitzender der Thüringer Liberalen. Die Bundes-FDP distanziert sich von Kemmerich und wird ihn nicht im Wahlkampf unterstützen.
Für das BSW zieht Katja Wolf ins Rennen
Die ehemalige Oberbürgermeisterin von Eisenach, Katja Wolf, sorgte im Januar für Aufsehen, als sie ihren Austritt aus der Linken bekannt gab und ihren Wechsel zum Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) ankündigte. Die 48-jährige Politikerin übernahm die Position der Landesvorsitzenden und Spitzenkandidatin für die Landtagswahl. Wolf, Mutter von zwei Kindern, hatte zuvor eine langjährige politische Karriere in der Linken. Sie war von 1999 bis 2012 Mitglied des Landtags und von 2012 bis Juni 2024 Oberbürgermeisterin in Eisenach.


