Altersvorsorge
: Eine Zusatzrente für alle

Verbraucherschützer fordern eine Extrarente. Sie soll die Lücke schließen, die sich bei der gesetzlichen Rente auftut.
Von
Michael Gabel
Berlin
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Auskömmliches Leben für alle: Verbraucherschützer schlagen eine "Extrarente" vor.

Thomas Trutschel/photothek.net

Wie soll die „Extrarente“ aussehen? Vorgesehen ist, dass jeder Arbeitnehmer über den Arbeitgeber automatisch in die Zusatzrente einbezogen wird, es sei denn, er lehnt das ausdrücklich ab. Auch Selbstständige können einzahlen. Das Geld wird bis zum 49. Lebensjahr komplett in Aktien angelegt, danach geht es in weniger schwankungsanfällige Anlagen.

Wie wird das organisiert? Nach Vorstellungen des vzbv sollen die Vorsorgebeiträge an einen öffentlichen Träger gehen, der das Geld dann an Fondsgesellschaften, Banken oder Versicherungen weitergibt. Dies soll per Ausschreibung geschehen.

Warum ist die „Extrarente“ nötig? Lebensversicherungen – auch die vom Staat geförderte Riester-Rente – haben den Nachteil, dass Kunden Abschlussgebühren bezahlen müssen. Außerdem fallen bei den Unternehmen hohe Vertriebskosten an, weil sie Abnehmer für ihre Produkte suchen müssen. Bei der „Extrarente“ wäre das anders.

Wie beurteilen andere den Vorschlag? Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft sieht die Zusatzrente kritisch und warnt, es werde zu stark auf den Aktienmarkt gesetzt, was das Risiko für die Verbraucher erhöhe. Hermann-Josef Tenhagen, Chefredakteur des Verbraucher-Ratgebers „Finanztip“, bewertet die „Extrarente“ dagegen positiv. „Sie ist günstiger als die Systeme, die es bisher gibt, beispielsweise die Riester-Rente“, sagt er dieser Zeitung.

Welche Chancen hat die „Extrarente“, Gesetz zu werden? Sie stehen nicht schlecht. Der rentenpolitische Sprecher der Unionsfraktion im Bundestag, Peter Weiß, befürwortet eine verpflichtende private Zusatzvorsorge. Nur würde er den Arbeitnehmern die Wahlfreiheit lassen – zwischen einer Betriebsrente, einem Riester-Vertrag oder der Zusatzrente nach vzbv-Modell.

Mehrheit will geringe Kosten

Laut einer Umfrage des Bundesverbands der Verbraucherzentralen (vzbv) finden 78 Prozent der Befragten, dass es Angebote zur privaten Altersvorsorge geben sollte, für die keine Provision fällig wird. Wichtig sind Verbrauchern auch möglichst geringe Kosten (79 Prozent), ein einfacher Vertragsabschluss (78 Prozent), Flexibilität bei der Auszahlung (76 Prozent), Kontrolle durch Experten (65 Prozent) und dass das Geld von Kapitalmarktprofis angelegt wird (43 Prozent).

"Verbraucher wollen eine Rente, die freiwillig, fair und einfach ist und ihnen mehr Geld im Alter bringt", kommentiert dies vzbv-Chef Klaus Müller.⇥dpa