Antrag zum Länderrat
: Grüne wollen Strom in Ostdeutschland günstiger machen

In der kommenden Woche kommen die Grünen für ihren Länderrat auf Rügen zusammen. Dort wollen sie einen Antrag beschließen, der die Strompreise in den Blick nimmt – besonders in Ostdeutschland.
Von
Rebekka Wiese
Berlin
Jetzt in der App anhören
Landesparteitag Grüne Sachsen-Anhalt: 09.05.2026, Sachsen-Anhalt, Lutherstadt Wittenberg: Felix Banaszak, Bundesvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen, spricht beim Landesparteitag in Sachsen-Anhalt. Bei der Versammlung wird das Programm zu der kommenden Landtagswahl besprochen. Foto: Sebastian Willnow/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

In Umfragen für die Landtagswahlen in Mecklenburg-Vorpommern und in Sachsen-Anhalt liegen die Grünen bei etwa vier Prozent, nun kämpfen sie um den Wiedereinzug ins Parlament.

Sebastian Willnow/dpa
  • Grüne planen auf Rügen einen Antrag: Strom aus Wind und Sonne regional günstiger machen.
  • Gefordert sind regionale Preissignale, damit Vorteile dort ankommen, wo Strom entsteht.
  • Zwei Gebotszonen lehnt die Partei ab – sie sieht darin Spaltung ohne gesamtstaatlichen Nutzen.
  • Zudem wollen die Grünen dynamische Netzentgelte und Energy Sharing in Nachbarschaften.
  • Parteichef Felix Banaszak betont bezahlbare Energie und Vorteile für Regionen mit Ausbau.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Die Grünen fordern einen neuen Zuschnitt der Strompreiszonen. In ihrem Antrag für den Länderrat der Partei auf Rügen sprechen sich die Grünen für regionale Preissignale aus, um Strom aus Wind und Sonne dort günstiger zu machen, wo er entsteht. „Wir sorgen dafür, dass die Kostenvorteile der günstigen Erneuerbaren endlich dort ankommen, wo die Energiewende gemacht wird – gerade in Ostdeutschland“, heißt es in dem Antrag, der dieser Redaktion vorab vorlag.

Eine Aufteilung in zwei Gebotszonen, die oft gefordert wird, lehnen die Grünen in dem Antrag explizit ab. „Anders als ein netzscharfer Zuschnitt folgt sie keiner Engpassgrenze, sondern einer politischen Linie – sie würde das Land spalten, ohne die Kostenvorteile für alle zu heben“, heißt es in dem Text.

Auch dynamische Netzentgelte gefordert

Die Grünen fordern auch die Einführung dynamischer Netzengelte, um die Kosten für den Ausbau, Betrieb und Erhalt der Leitungen besser zu verteilen. Das würde bedeuten, dass die Höhe der Entgelte sich der Auslastung der Netze anpasst. Außerdem wollen sie innerhalb von Nachbarschaften sogenanntes Energy Sharing unter Bürgern, Genossenschaften und Betrieben ermöglichen.

„Mit diesem Antrag stellt sich die ganze Partei hinter die wahlkämpfenden Landesverbände“, sagte der Grünen-Bundesvorsitzende Felix Banaszak dieser Redaktion. Es gehe um verlässliche Infrastruktur, wirtschaftliche Chancen und bezahlbare Energie. „Die Menschen in den Regionen, in denen der Erneuerbaren-Ausbau besonders gut vorankommt, sollen davon auch einen Vorteil im Portemonnaie spüren“, so Banaszak.

Im Herbst finden Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt, Berlin und Mecklenburg-Vorpommern statt. In Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern kämpft die Partei um den Wiedereinzug in die Parlamente, in Umfragen kommt sie derzeit auf etwa vier Prozent.