„Ganz wichtig ist, den Fundort schnellstmöglich zu isolieren“, sagte der Verbandssprecher Torsten Reinwald am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. Maßnahmen müssten vor Ort eng mit Jägern und Landwirten erarbeitet und umgesetzt werden, um eine Ausbreitung des Virus zu verhindern. Zuvor war der Kadaver eines mit ASP infizierten Wildschweins in Brandenburg nahe der deutsch-polnischen Grenze gefunden worden.

Beeskow

Das Virus sei hochinfektiös, überlebe sogar beim Räuchern von Wurst und bleibe an Holz bis zu 200 Tage haften, sagte Reinwald. Ein infizierter Kadaver könne nur in einem Spezialbehälter abtransportiert werden. Deshalb appellierte Reinwald an alle Beteiligten, verdächtige Tiere auf keinen Fall anzufassen, sondern sofort die Polizei oder die zuständige Veterinärbehörde zu alarmieren. Vor allem Jäger, Förster und Landwirte seien jetzt zu erhöhter Aufmerksamkeit aufgerufen. Je früher ein Ausbruch erkannt werde, desto größer die Chance, diesen einzudämmen.
Unter gewöhnlichen Umständen breite sich die Afrikanische Schweinepest mit maximal 20 Kilometern pro Jahr aus, sagte Reinwald. „Die große Gefahr ist der Mensch.“ Wenn Menschen in Kontakt mit dem Virus kämen, könnten sie ihn über hunderte Kilometer verschleppen, etwa über Schmutz an den Radkästen von Autos oder an Schuhsohlen und Kleidung.
Beim Fund eines infizierten Tieres empfehle der DJV gemeinsam mit Tierseuchenexperten, ein Kerngebiet von etwa 20 Quadratkilometern um den Fundort herum auszuweisen, sagte Reinwald. Ein weiteres Gebiet von rund 1000 Quadratkilometern könne als gefährdeter Bezirk eingestuft werden. Schließlich gebe es noch eine Pufferzone von grob 12 000 Quadratkilometern. Innerhalb des Kerngebietes könne die Veterinärbehörde anordnen, dass schweinehaltende Betriebe all ihre Tiere töten und entsorgen müssten, so Reinwald.

Warnung vor infiziertem Fleisch

Der Deutsche Jagdverband (DJV) warnt auch vor infiziertem Schweinefleisch. „Wir wissen, dass das Virus durch verunreinigte Lebensmittel und Futtermittel für Tiere aus Georgien über Russland nach Europa gekommen ist“, sagte Verbandssprecher Torsten Reinwald.
Das Virus sei für den Menschen ungefährlich, weshalb man ASP-infiziertes Fleisch theoretisch verwenden könne, sagte Reinwald. „Das ist aber ausdrücklich verboten, um eine Verbreitung zu verhindern.“
Die bisherigen Ausbruchsherde hätten gezeigt, dass das Virus durch menschlichen Einfluss Sprünge von bis zu 1000 Kilometern gemacht habe. Auch ein infiziertes Wurstbrot sei schon als Ausbruchsquelle identifiziert worden.
„Wenn ein krankes Schwein geschlachtet wird und daraus Wurst oder Schinken gemacht wird, dann hält sich das Virus darin noch 100 Tage“, sagte Reinwald. Deshalb sei es besonders wichtig, dass infizierte Tiere verbrannt würden, damit das Virus sich nicht ausbreiten könne.