Ausschreitungen in Nordirland: Nach Messerattacke eskalieren in Belfast Proteste gegen Einwanderung

Proteste in Belfast. Erst in der vergangenen Woche kam es auch in Southampton zu Krawallen, nach einer tödlichen Messerattacke eines Sikh-Manns auf den englischen Studenten Henry Nowak. Statt den Mörder festzunehmen, der sich als Opfer eines rassistischen Übergriffs darstellte, hatten die Polizisten dem sterbenden Nowak Handschellen angelegt.
Pa/PA Wire/dpa- In Belfast eskalierten Proteste gegen Einwanderung nach einem Messerangriff am Montag.
- Demonstranten zündeten Autos und Gebäude an – Feuerwehr rettete Bewohner aus Flammen.
- Ein Sudanese wurde festgenommen und wegen versuchten Mordes und Waffenbesitzes angeklagt.
- Polizei bat, das kursierende Angriffsvideo nicht zu verbreiten, und warnte vor Aufwiegelung.
- Politiker wie Keir Starmer und Michelle O'Neill verurteilten Gewalt und riefen zur Ruhe auf.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Nach einem brutalen Messerangriff in Belfast sind ausländerfeindliche Proteste in der nordirischen Stadt eskaliert. Demonstranten setzten Autos, darunter ein Bus, sowie Gebäude in Brand. Bewohner mussten von der Feuerwehr aus brennenden Häusern geholt werden. In Luftaufnahmen war zu sehen, wie in mehreren Teilen der Stadt schwarzer Rauch aufstieg; im Fernsehen waren brennende Gebäude zu sehen. Der BBC zufolge kam es auch in anderen Städten Nordirlands zu Protesten.
Mehrere Hundert Menschen hatten sich Berichten zufolge zuvor in der Stadt versammelt, um gegen Einwanderung zu demonstrieren. Die Demonstrationen folgten auf die Veröffentlichung eines Videos von einem Messerangriff. Viele der Teilnehmer waren laut Berichten von Journalisten maskiert. Ein Bewohner berichtete, gegen 19.30 Uhr seien Müllcontainer angezündet worden, später hätten immer mehr Menschen Brandsätze geworfen. „Plötzlich breitete sich das Feuer aus ... wir hatten Rauch im Gebäude.“ Feuerwehrleute hätten schließlich alle nach draußen geholt. Eine weitere Anwohnerin sprach von einer „beängstigenden“ Situation.
Auslöser war Messerangriff
Auslöser der Proteste war ein Messerangriff vom Montagabend, bei dem ein Mann schwer verletzt wurde. Das Opfer, ein Mann im Alter zwischen 40 und 50 Jahren, erlitt schwere Verletzungen im Gesicht, an den Augen und am Rücken. Ein zwischen 30 und 40 Jahre alter Mann wurde wegen des Verdachts auf versuchte Tötung festgenommen. Bei dem mutmaßlichen Täter handelt es sich nach Angaben der Polizei um einen 30 Jahre alten Mann aus dem Sudan, der sich legal im Vereinigten Königreich aufhalte. Er wurde inzwischen wegen versuchten Mordes, Waffenbesitzes und Todesdrohungen angeklagt und soll einem Richter vorgeführt werden.
In einem Video, das im Netz kursiert, ist zu sehen, wie ein Angreifer mit einem Messer mitten auf einer Straße auf einem blutüberströmten Mann sitzt und diesen attackiert. Zwischendurch hebt er das Messer in die Höhe und ruft etwas. Nach einer Weile versuchen mehrere Männer, den Angreifer von seinem Opfer zu trennen. Die Polizei bat darum, das Video nicht zu verbreiten. Polizeichef Jon Boutcher rief die Menschen auf, sich nicht durch Social Media aufstacheln zu lassen und die Ermittler ihre Arbeit machen zu lassen. Es gebe bislang keine Hinweise auf einen terroristischen Hintergrund.
Der mutmaßliche Täter stammt aus dem Sudan – was Befürchtungen weckte, der Vorfall könne als Anlass für rassistisch motivierte Krawalle genommen werden. Großbritanniens bekannter Rechtsextremist Tommy Robinson teilte Protestaufrufe für das ganze Land.
Der britische Premierminister Keir Starmer verurteilte die Tat aufs Schärfste. „Der furchtbare Angriff in Belfast ist widerwärtig. Ich habe absolut keine Toleranz für entsetzliche Szenen der Gewalt wie diese auf unseren Straßen“, schrieb er auf der Plattform X. Nordirische Politiker äußerten sich ähnlich und warnten vor Ausschreitungen. Auch die nordirische Regierungschefin Michelle O'Neill verurteilte die Proteste scharf und rief zur Ruhe auf. „Gruppen maskierter Männer, die Familien aus ihren Häusern vertreiben, indem sie diese niederbrennen - das ist nichts anderes als widerliche Feigheit“, schrieb sie im Onlinedienst X.
Großbritannien war im Sommer 2024 von heftigen rassistisch motivierten Ausschreitungen erschüttert worden. Erst in der vergangenen Woche kam es in der südenglischen Stadt Southampton zu Krawallen am Rande eines Protests. Auslöser war die Veröffentlichung von Bodycam-Aufnahmen, die einen krassen Polizeifehler nach der tödlichen Messerattacke eines Manns aus der Sikh-Gemeinschaft auf den Studenten Henry Nowak zeigten. Statt den Mörder festzunehmen, der sich als Opfer eines rassistischen Übergriffs darstellte, hatten die Polizisten dem sterbenden Nowak Handschellen angelegt.
