Corona Impfgipfel 1.2.2021: Mutationen des Coronavirus: Unterschiede, Wirksamkeit des Impfstoffs und Co.

Die Coronavirus-Mutationen breiten sich in Deutschland aus.
Rolf Vennenbernd/dpaAm Montag, 1.2., beraten Vertreter von Bund und Ländern auf einem Impfgipfel das weitere Vorgehen der Impfstrategie
Sorge bereiten Coronavirus–Mutationen, die sich ausbreiten
Impfstoff und Impfungen gegen das Coronavirus sind die große Hoffnung im Kampf gegen die Infektionskrankheit und ein baldiges Ende der Pandemie. Doch während in anderen Ländern schon in großem Stil geimpft wird, geht es Deutschland eher schleppend voran. Zudem breiten sich im Land Virus–Mutationen aus, die leichter übertragbar sind und bei denen eine Impfung möglicherweise nicht gut anschlägt. Welche Arten es gibt und wie sie sich unterscheiden, erklären wir hier.
Welche Coronavirus–Mutationen gibt es?
England (B.1.1.7.)
Südafrika (B1351/501.V2)
Brasilien (P.1)
Welche Unterschiede gibt es bei den Virus–Mutationen?
England (B.1.1.7.)
Laut Robert Koch Institut (RKI) ist die britische Variante des Virus, die seit Mitte Dezember 2020 verstärkt in Großbritannien nachgewiesen wurde und sich inzwischen auch in Deutschland verbreitet, leichter übertragbar. Es wird befürchtet, dass sich dadurch mehr Menschen anstecken und die Fallzahlen entsprechend in die Höhe schießen könnten. Mittlerweile sei anhand einer robusteren Datenbasis davon auszugehen, dass das Virus die Übertragbarkeit auf einen Wert von 22 bis 35 Prozent im Vergleich zu früheren Varianten steigere. Dieser Prozentsatz dürfte eine erheblich erschwerte Eindämmung der Pandemie bedeuten. Ob die Variante tatsächlich mit einer erhöhten Sterblichkeit einhergeht, wie jüngst vom britischen Premierminister Boris Johnson verkündet, gilt aber noch als fraglich.
Südafrika (B1351/501.V2)
Bei der Südafrika–Variante ist noch nicht klar, wie die veränderten Erregereigenschaften die Ausbreitung des Virus begünstigen. Bisher wird aber davon ausgegangen, dass auch diese Virus–Variante leichter übertragbar ist.
Brasilien (P.1)
Die in Brasilien entdeckte Mutation ähnelt stark der aus Südafrika. Auch sie gilt als ansteckender als frühere Virus–Varianten.
Dänische Virus–Mutation
In Bayern wurde vor einigen Tage eine Mutation nachgewiesen, die eigentlich als ausgerottet galt: Die Cluster 5/mink–Variante hatte sich vergangenes Jahr in Dänemark unter Zuchtnerzen ausgebreitet, woraufhin Millionen der Tiere getötet wurden. Es ist nicht nachgewiesen, ob die dänische Corona–Variante ansteckender ist oder schwerer verläuft.
Coronavirus–Mutationen: Wirken die Impfstoffe noch?
England (B.1.1.7.)
Wie das RKI auf seiner Homepage schriebt, deuten erste Untersuchungen darauf hin, dass die zugelassenen mRNA–Impfstoffe auch gegen Viren der Linie B.1.1.7 effektiv wirken.
Südafrika (B1351/501.V2)
US–Experten vermuten, dass die bereits zugelassenen Corona–Impfungen gegenüber der Mutation aus Südafrika etwas weniger wirksam sind. Sie sollen ausreichenden Schutz bieten, allerdings womöglich weniger langfristig. Zudem sollen Antikörper–Behandlungen gegenüber der Variante weniger effektiv sein. Die Erkenntnisse stützen sich bislang aber nur auf vorläufige Daten.
Brasilien (P.1)
Da die brasilianische Variante der aus Südafrika ähnelt, wird auch hier eine geringe Wirksamkeit der Immunabwehr beziehungsweise der Impfstoffe vermutet.
Sind die Virus–Mutationen auch schon in Deutschland?
Ja, sind sie. Zumindest die britische und südafrikanische Variante sind schon nachgewiesen worden. So musste in Berlin die Humboldt–Klinik wegen zahlreicher Infektionen mit der britischen Virusmutation unter Quarantäne gestellt werden. Auch in Lübeck, in der Sana–Klinik, gab es einen Ausbruch mit mehr als 80 Infektionen mit B117. In Bayernbreiten sich die Mutationen offenbar rasant aus. In Baden–Württemberg haben sich mehrere Kinder und Erzieherinnen einer Kita in Freiburg infiziert. Die Landesregierung, die die Grundschulen und Kitas ursprünglich am 1. Februar wieder schrittweise öffnen wollte, kam wegen des Corona–Ausbruchs von ihren Öffnungsplänen wieder ab.


