Coronavirus Deutschland aktuell
: Merkel lehnt weitere Corona-Lockerungen ab - Klare Ansage an Reiserückkehrer

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat Forderungen nach weiteren Lockerungen der Corona-Regeln eine klare Absage erteilt. Für Reiserückkehrer aus Risikogebieten hat sie eine klare Botschaft.
Von
Steffen Wolff mit dpa
Düsseldorf
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Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat weiteren Corona-Lockerungen eine klare Absage erteilt.

Federico Gambarini, dpa

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat angesichts steigender Neuinfektionszahlen an die Bevölkerung appelliert, die Corona-Regeln einzuhalten. Weitere Lockerungen von Beschränkungen können es zur Zeit nicht geben. Die Entwicklung müsse eingedämmt werden, sagte Merkel am Dienstag in Düsseldorf. Sie nahm dort an einer Sitzung des nordrhein-westfälischen Kabinetts teil.

„Wir stehen mitten in der Pandemie. Das Virus ist da, auch wenn es nicht sichtbar ist. Einen Impfstoff gibt es noch nicht, ein Medikament auch nicht. Deshalb sehen wir jetzt auch, dass gestiegene Mobilität und mehr Kontakte der Menschen untereinander zu erhöhten Fallzahlen führen. Wir haben eine Verdopplung der Fälle deutschlandweit in den letzten drei Wochen. Das ist eine Entwicklung, die so nicht weitergehen sollte, sondern die wir eindämmen sollten“, sagte Merkel.

Dringender Appell an Reiserückkehrer

Merkel rief Reiserückkehrer auf, sich testen zu lassen. Es gehe außerdem vor allem darum, die Abstandsregeln einzuhalten und eine Maske zu tragen, etwa im öffentlichen Nahverkehr. Darauf müsse man mit Nachdruck hinweisen. Merkel begrüßte die Entscheidung mehrerer Bundesländer, Bußgelder zu verhängen, wenn etwa in Bussen oder Bahnen kein Mund- und Nasenschutz getragen wird.

Die vierzehntägige Quarantäne nach Rückkehr aus einem Risikogebiet, solange kein negativer Corona-Test vorliegt, sei „keine Kann-Regelung“. Es handele sich vielmehr um „eine bußgeldbewehrte Regelung im Infektionsschutzgesetz“, die „mit aller Kraft“ durchgesetzt werden müsse. Wer sich nicht an die Quarantäne halte, gefährde „massiv andere Menschen“.

Es habe Priorität, das Wirtschaftsleben so weit wie möglich zu erhalten, Arbeitsplätze zu sichern sowie den Besuch von Schulen und Kitas zu ermöglichen, sagte Merkel.