Die Grünen
: Staatliche Stelle für digitale Bildung schaffen

Die Grünen wollen eine Bundeszentrale für digitale Bildung schaffen. Fachsprecherin Stumpp will ein Qualitätsangebot vor allem im Netz.
Von
Guido Bohsem
Berlin
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Margit Stumpp (Bündnis 90/Die Grünen), Bundestagsabgeordnete, während einer Pressekonferenz in Aalen.

Marijan Murat/dpa

„Wir wollen Lehrern, Eltern, Jugendlichen und Kindern im Dschungel der digitalen Angebote eine Orientierung geben“, sagte die bildungspolitische Sprecherin der Grünen, Margit Stumpp, dieser Zeitung. „Dazu ist eine Bundeszentrale für digitale und Medienbildung notwendig.“ Die neue Info–Stelle soll nach Vorstellung der Grünen wie das erfolgreiche Vorbild der Bundeszentrale für politische Bildung arbeiten. Allerdings solle das Angebot vorwiegend online zur Verfügung gestellt werden, sagte Stumpp.

Der Vorschlag ist Teil eines Konzepts, das die Bundestagsfraktion der Grünen derzeit erarbeitet. Es widmet sich den Fragen, die ein Aufwachsen in der vernetzten Welt aufwirft. Neben dem Recht auf digitalisierte Schulen, einen höheren Steuerfreibetrag und Harz–IV–Satz sehen die Grünen auch ein Recht auf Bildungsförderung im digitalen Bereich. Weil dafür zwar ein schier unüberschaubares Angebot im Internet zur Verfügung steht, aber nur wenige, auf Qualität geprüfte Materialen, schlägt die Fraktion die neue Bundeszentrale vor.

Den Überblick erleichtern

Nach  Stumpps Worten besteht die Aufgabe darin, „Materialien zur Verfügung zu stellen, bestehende Angebote zu prüfen, sie einzuordnen und nutzerfreundlich zu präsentieren“. Damit werde eine Bildungslücke geschlossen, die sich sowohl im Schulalltag als auch in der Lebensrealität der Menschen auftue. „Eine Antwort auf die Frage: Wie bewege ich mich sicher im Netz?“

Weil das Netz voller Angebote und unzähliger Materialen sei, verliere man leicht den Überblick, heißt es im Konzept für die Bundeszentrale. Deshalb solle pädagogischen Fachkräften und interessierten Erwachsenen und Heranwachsenden eine bessere Orientierung gegeben werden. Es gehe um Fragen zur Desinformation, um Cybersicherheit und Datenschutz, um Persönlichkeitsrecht, Online–Spiele, sicheres Surfen, Gesundheitsdaten, künstliche Intelligenz und Verständnis von Algorithmen.

Nach den Plänen der Grünen soll die Bundeszentrale für digitale und Medienbildung ein jährliches Budget von etwa 25 Millionen Euro erhalten. Die Hälfte davon könne aus Mitteln der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) zur Verfügung gestellt werden, der Rest vom Bildungsministerium und der Kultusministerkonferenz. Mit dem Geld sollen Personal, Technik, Öffentlichkeitsarbeit, Betriebskosten und Qualitätsprüfung bezahlt werden. Die bpb wurde 1952 gegründet, 1963 erhielt sie ihren heutigen Namen. Ihre Aufgabe ist es, das Verständnis für politische Sachverhalte zu fördern, das demokratische Bewusstsein zu festigen und die Bereitschaft zur politischen Mitarbeit zu stärken.