DIHK
: Ganz Europa braucht Nord Stream 2

Die deutsche Wirtschaft widerspricht Manfred Weber. Gerade Deutschland sei wegen des Kohleausstieg auf Erdgasimporte angewiesen.
Von
Igor Steinle
Berlin
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Das Verlegeschiff "Audacia" des Offshore-Dienstleisters Allseas verlegt in der Ostsee vor der Insel Rügen Rohre für die Gaspipeline Nord Stream 2.

Bernd Wüstneck/dpa

„In den nächsten Jahren werden Verbraucher und Wirtschaft innerhalb der Europäischen Union auf mehr Gasimporte angewiesen sein“, sagte der stellvertretende Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie– und Handelskammertages (DIHK), Achim Dercks, dieser Zeitung. Er betont die Bedeutung der Pipeline für ganz Europa: „Privatwirtschaftliche Projekte wie Nord Stream 2 oder auch weitere LNG–Terminals können dazu beitragen, langfristig eine günstige und sichere Versorgung mit Erdgas in Europa zu gewährleisten.“

Weber hatte in einem Interview mit der polnischen Zeitung „Polska Times“ gesagt, im Falle einer Wahl zum EU–Kommissionsvorsitzenden würde er sich für einen Baustopp der umstrittenen Gaspipeline einsetzen, weil sie europäischen Interessen widersprechen würde. Parteikollegen wie der stellvertretende Unionsfraktions–Vorsitzende im Bundestag Georg Nüßlein haben sich in der Vergangenheit jedoch stark für das Projekt gemacht. Auch die Bundesregierung setzt sich für die Pipeline ein.

Dercks warnt zudem vor den Folgen eines Baustopps für Deutschland:"Während die Förderung in Europa zurückgeht, wird der Bedarf der Unternehmen eher steigen. Der Kohleausstieg in Deutschland verschärft diesen Trend hierzulande noch.“ Darüber hinaus versperre die Diskussion über Einzelprojekte den Blick auf andere zentrale Themen. „Denn für den Wirtschaftsstandort Europa ist es deutlich wichtiger, den Wettbewerb innerhalb des europäischen Markts weiter zu stärken“, so Dercks.