Ernährung: Werbeverbot für Burger und Pizza vor 21 Uhr?

Lecker, aber ungesund: Karamellbonbons. Großbritannien macht es vor, die Grünen in Deutschland wollen folgen: Sie fordern ein weitgehendes Werbeverbot für ungesunde Lebensmittel.
©Natali Zakharova /shutterstock.comDie Gesundheitsexpertin der Grünen–Bundestagsfraktion, Kirsten Kappert–Gonther, hatte im Gespräch mit dem Redaktionsnetzwerk Deutschland gefordert, dass „die Werbung für stark zuckerhaltige Produkte und andere ungesunde Lebensmittel reguliert“ werden müsse. Darüber hinaus müsse der Staat der Industrie verbindliche Ziele zur Reduktion von Zucker, Salz und Fett in Fertiglebensmittel vorgeben.
Hintergrund des Grünen–Vorstoßes sind Pläne der britischen Regierung, ein Verbot von Werbung für ungesunde Nahrungsmittel — zum Beispiel Burger und Bonbons — im Fernsehen vor 21 Uhr einzuführen. Außerdem werden Restaurant–, Café– und Imbissketten mit mehr als 250 Mitarbeitern verpflichtet, die Kalorien ihrer Mahlzeiten auf der Speisekarte zu vermerken. Diskutiert wird auch über ein Online–Werbeverbot. Die Maßnahmen sind Teil einer Zehn–Millionen–Pfund–Kampagne der britischen Gesundheitsfürsorge „Public Health“, die die Menschen nach vier Monaten der Bewegungseinschränkung infolge der Corona–Pandemie wieder fitter machen soll.
Großbritannien liegt beim Anteil übergewichtiger Menschen auf der Liste der Weltgesundheitsorganisation WHO auf Platz 32 von 187 Staaten. Ganz vorne befinden sich Südsee–Inseln wie Samoa. Deutschland folgt zwar erst auf Platz 94. Doch auch hier greift das Problem der Fettleibigkeit immer mehr um sich. Waren 1990 gerade einmal zwölf Prozent extrem übergewichtig — Body–Mass–Index von 30 Punkten und mehr –, so sind es derzeit rund 25 Prozent. Hauptsächlich betroffen sind Menschen zwischen 65 und 70 Jahren. Aber auch 6,3 Prozent der Kinder und Jugendlichen sind nach Angaben der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung stark übergewichtig.
