Großübung: Nato-Speerspitze trainiert in der Lausitz und in Polen

Bei einer Vorführung der Very High Readiness Joint Task Force (VJTF) wird ein verletzter Soldat in einen GTK Boxer mit medizinischer Ausstattung geschoben. Deutschland hat 2019 die Verantwortung für die schnelle Eingreiftruppe der Nato.
dpa/Christophe GateauSeit Montag sammelt sich die Einheit auf dem an der sächsisch-brandenburgischen Landesgrenze gelegenen Truppenübungsplatz Weißkeißel. Darüber informierte die Bundeswehr am Dienstag.
Die englisch als „Very High Readiness Joint Task Force (VJTF)“ bezeichnete Truppe soll in der Lage sein, binnen drei Tagen an jedem Ort der östlichen Nato-Länder einsatzbereit zu sein. Deutschland hat in diesem Jahr ihre rotierende Führung übernommen. Die Bundeswehr stellt generell die Hälfe des aus 5000 Soldaten sowie deren Bewaffnung bestehenden Kontingents. Das Panzergrenadierbataillon 371 im südlich von Chemnitz gelegenen Marienberg bildet den Kern. Die auf sieben Bundesländer verteilte 1. Panzerdivision der Bundeswehr hat derzeit zudem die Rolle der Leitdivision.
Die Übung „Noble Jump“ soll ein Test der Fähigkeiten sein. Über 2500 deutsche Soldaten aus mehr als 30 Standorten seien derzeit mit rund 600 Fahrzeugen sowie 70 Panzern und gepanzerten Fahrzeugen auf den Weg zum Truppenübungsplatz Oberlausitz.
„Von dort werden sie zum polnischen Truppenübungsplatz Zagan weiter verlegt“, teilte die Bundeswehr mit. In Zagan treffen die deutschen Soldaten kommende Woche auf norwegische, niederländische und polnische Truppen, um mit ihnen eine gemeinsame Übung durchführen.
„Noble Jump“ und weitere Manöver sind für Deutschland auch eine Möglichkeit, auf die Kritik zu reagieren, laut der die deutschen Verteidigungsausgaben zu gering seien. Die USA-Streitkräfte nehmen mit ihrer in Polen stationierten Panzerbrigade ab 3. Juni an der Übung „Saber Guardian“ teil, zu der 27.000 Teilnehmer aus Bulgarien, Rumänien und Ungarn erwartet werden. In der Ostsee wird parallel die Marine-Großübung „Baltops“ stattfinden.