Nahost: Israel ebnet Weg für Einsatz von Krokodilen um Gefängnisse

Ein Nilkrokodil, aufgenommen im Masai-Mara-Nationalpark im Süden Kenias. Der Vorschlag, Krokodile in Wassergräben rund um ein Gefängnis einzusetzen, geht auf den rechtsextremen Minister Itamar Ben-Gvir zurück (Archivfoto).
Klaus Blume/dpa- Israels Umweltministerin stuft Nilkrokodile als „gezüchtetes Wildtier“ ein.
- Damit könnten Behörden Krokodile in Gräben um ein Gefängnis halten – Genehmigung möglich.
- Der Vorstoß geht auf Sicherheitsminister Itamar Ben-Gvir zurück, Vorschlag aus Dezember 2025.
- Betroffen ist das Hochsicherheitsgefängnis Ketziot in der Negev-Wüste mit palästinensischen Insassen.
- Ministeriumsberater und Natur- und Parkbehörde warnten wegen Risiken und früheren Ausbrüchen.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Israels Umweltministerin Idit Silman hat den rechtlichen Status von Nilkrokodilen geändert, um Berichten zufolge den Einsatz der Reptilien in Wassergräben rund um ein Gefängnis mit palästinensischen Sicherheitshäftlingen zu ermöglichen. Nach Angaben des Nachrichtenportals „ynetnews.com“ und der „Jerusalem Post“ erklärte Silman das Nilkrokodil zu einem „gezüchteten Wildtier“.
Dadurch sollen Sicherheitsbehörden grundsätzlich eine Genehmigung für die Haltung erhalten können. Andere Krokodilarten hatten diese Einstufung zuvor erhalten, um eine kommerzielle Zucht wegen ihrer Häute zu ermöglichen.
Vorschlag geht auf Itamar Ben-Gvir zurück
Der Vorschlag, Krokodile einzusetzen, geht auf den rechtsextremen Sicherheitsminister Itamar Ben-Gvir im Dezember 2025 zurück. Ketziot ist ein großes Hochsicherheitsgefängnis in der Negev-Wüste. Dort sind den Angaben zufolge unter anderem palästinensische Sicherheitshäftlinge sowie während des Gaza-Kriegs festgenommene Palästinenser inhaftiert.
Ob das Projekt tatsächlich umgesetzt wird, ist nach derzeitigem Stand offen. Der Rechtsberater des Ministeriums und die israelische Natur- und Parkbehörde hatten den Berichten zufolge die Ministerin vor dem Schritt gewarnt. Laut Behörde dürfen solche Wildtiere nur zu Bildungs-, Forschungs- und Aufklärungszwecken gehalten werden. In der Vergangenheit habe die Zucht von Krokodilen zu zahlreichen Problemen geführt – darunter Vorfälle, bei denen Krokodile in die Wildnis entkamen, sowie Gefahren für Menschenleben, hieß es weiter.