Neuer Höchststand bei Verpackungsabfall
: Warum steigen die Abfallmengen weiter an?

Statistisch hat jeder Deutsche im Jahr 2017 107 Kilogramm an Verpackungen weggeschmissen. Das sind 3,8 Prozent mehr als im Jahr davor.
Von
Michael Gabel
Berlin
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Maria Krautzberger, Präsidentin von dem Umweltbundesamt kommentiert die Abfallzahlen als viel zu hoch.

Bernd von Jutrczenka/dpa

107 Kilogramm Verpackung warf 2017 rein statistisch jeder Verbraucher in die Tonne. Das waren nach Angaben des Umweltbundesamts (UBA) 3,8 Prozent mehr als im Jahr zuvor. „Wir verbrauchen viel zu viele Abfälle. Das ist schlecht für die Umwelt und für den Rohstoffverbrauch“, kommentierte UBA–Präsidentin Maria Krautzberger die Zahlen. Ein Überblick.

Warum steigen die Abfallmengen weiter? Laut Sebastian Klaus, Professor für Verpackungstechnik an der Berliner Beuth–Hochschule, liegt ein wichtiger Grund im drastisch zunehmenden Online–Handel, der besonders verpackungsintensiv sei. Eine weitere Ursache sei der Außer–Haus–Verzehr, etwa mit Kaffeebechern oder Pizza­schachteln aus Pappe. „Die Verpackung ist immer Spiegel unseres Konsumverhaltens“, sagt Klaus dieser Zeitung.

Was bereitet beim Verpackungsmüll die größten Probleme? Zum einen ist es die Menge: Die Deutschen liegen beim Verpackungsmüll deutlich über dem EU–Durchschnitt. Zum anderen hat die Recyclingindustrie Schwierigkeiten, Kombiverpackungen zu verarbeiten. Sie bestehen aus verschiedenen Materialien oder auch aus mehreren Kunststoffen, die sich nur schwer oder gar nicht voneinander trennen lassen. „In solchen Fällen werden Verbundmaterialien thermisch verwertet“, sagt Klaus. Will sagen: verbrannt.

Wie ließe sich der Berg an Verpackungsmüll reduzieren? In vielen Städten gibt es inzwischen Unverpackt–Läden, in denen man sich Lebensmittel, aber auch zum Beispiel Shampoo und Seife in mitgebrachte Behälter abfüllen lassen kann. Auch ein Ausbau des Mehrwegsystems, wie es etwa für Sprudel– und Bierflaschen existiert, würde helfen. Doch da ist der Trend gegenläufig. Klaus appelliert darüber hinaus an Verbraucher, Hersteller für exzessiven Verpackungsverbrauch durch Nichtkauf ihrer Produkte abzustrafen. „Die Zahnpasta steckt oftmals zusätzlich in einer Faltschachtel. Süßigkeiten werden oft zusätzlich einzeln verpackt. Das muss alles nicht sein.“ Die Kunden hätten die Macht, über die Angebote mitzubestimmen. „Was nicht gekauft wird, wird vom Markt verschwinden“, betont Klaus.